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Die Fahrkarten im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) sollen teurer werden. Wegen Corona machte der VGN Verluste.

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Wegen Corona: VGN-Verbund will Ticketpreise erhöhen

Die Corona-Pandemie hat dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg Verluste beschert. Deshalb werden die Fahrkarten für Busse und Bahnen im VGN-Verbund nach BR-Recherchen wohl bald teurer. Betroffen sind Fahrgäste in Franken und der Oberpfalz.

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Von
  • Wolfram Weltzer

Schulen und Kindergärten geschlossen, viele Arbeitnehmer im Home-Office – besonders jetzt im Lockdown sind viele Busse und Bahnen leer. Für die Verkehrsbetriebe bedeutet das massive Einnahmeverluste. Auch der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) leidet. Wegen der Corona-Pandemie müssen die Preise für Bus- und Bahnfahren angehoben werden, kündigt die neue kaufmännische VGN-Geschäftsführerin Anja Steidl im Gespräch mit BR24 an. Als Begründung nannte Steidl auch die Tatsache, dass die letzte Preiserhöhung zum 1. Januar 2019 stattgefunden hat.

Corona-Defizit im VGN womöglich 100 Millionen Euro

Die Bilanz für das Jahr 2020 sei noch nicht endgültig berechnet, sie gehe aber von einem coronabedingten Defizit von 100 Millionen Euro aus, so Steidl. Davon übernehme der Rettungsschirm von Bund und Freistaat 90 Prozent. Sie hoffe zwar, dass es auch für 2021 einen ÖPNV-Rettungsschirm geben werde. Dennoch fielen dann weitere Defizite an. Derzeit erreichten Busse und Bahnen geschätzt nur etwa 30 bis 40 Prozent der Fahrgastzahlen verglichen mit der Zeit vor der Pandemie.

Gespräche über Preissteigerungen im VGN im Frühjahr oder Sommer

Mit einer schnellen Erholung rechne der VGN nicht. Ob und in welcher Höhe Preissteigerungen kommen, müssen jetzt die Gremien des VGN beschließen, in denen die Städte und Landkreise des Verbundgebiets eine entscheidende Rolle spielen. Das werde voraussichtlich im Frühjahr oder Sommer geschehen, so die VGN-Geschäftsführerin.

Nürnbergs OB König will keine Preiserhöhung bis Ende 2022

Der Nürnberger OB Marcus König hatte versprochen, dass es für das Stadtgebiet Nürnbergs bis zum Ende des Jahres 2022 keine Preiserhöhung geben werde. Außerdem ist mittelfristig ein kompletter Systemwechsel bei den ÖPNV-Tarifen nach dem Vorbild Wiens im Gespräch. Dort gibt es das sogenannte 365-Euro-Ticket, das ein Jahr lang gilt. Nürnberg hatte im Juni 2020 die Einführung des 365-Euro-Tickets bis spätestens 2023 beschlossen. Auch in Fürth und Forchheim wird über das 365-Euro-Ticket diskutiert.

Neue VGN-Geschäftsführerin war früher bei der Deutschen Bahn

Der VGN reicht vom Landkreis Lichtenfels im Norden bis zum Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen im Süden. Im Westen gehören die Landkreise bis Kitzingen und Ansbach dazu, im Osten schließt er den Landkreis Amberg mit ein. Insgesamt sind acht Städte und 19 Landkreise Mitglied im VGN.

Anja Steidl war bis Ende 2020 in leitender Funktion bei DB Regio. Die 57-jährige teilt sich die VGN-Geschäftsführung mit Andreas Mäder, der für die Infrastruktur zuständig ist. Seine Jahresbilanz legt der VGN voraussichtlich im März vor.

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Wer den öffentlichen Personennahverkehr gerade nicht unbedingt braucht, nutzt ihn auch nicht. Das spüren die Verkehrsbetriebe deutlich. Millionenschwer sind die Verluste. Auch beim VGN, dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg.

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