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Wegen Corona: Stadt Nürnberg kippt Pläne für Konzerthalle | BR24

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Neben der Meistersingerhalle sollte eine neue Konzerthalle entstehen. Aber Nürnberg kann ein Projekt dieser Größenordnung zurzeit nicht stemmen und streicht den Neubau. Hat die Entscheidung einen negativen Effekt auf die Kulturarbeit?

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Wegen Corona: Stadt Nürnberg kippt Pläne für Konzerthalle

Die Stadt Nürnberg legt die Pläne für den Konzertsaal auf Eis. In einer Pressekonferenz haben Oberbürgermeister Marcus König und Kulturbürgermeisterin Julia Lehner die Gründe für das Moratorium des kulturellen Großprojektes erläutert.

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Die Pläne für den Neubau eines Konzertsaals in Nürnberg liegen vorerst auf Eis. Das erklärte Oberbürgermeister Marcus König (CSU) am Mittag auf einer Pressekonferenz. Grund dafür sind die fehlenden Gelder im Haushalt der Stadt Nürnberg.

Corona trifft Nürnberg "unglaublich hart"

Die Corona-Pandemie hat die Stadt Nürnberg unglaublich hart getroffen, das sagte Oberbürgermeister Marcus König am Mittag. Im laufenden Jahr mache die Stadt 50 Millionen Euro Verlust, dazu müsse die Stadt laut König 200 Millionen Euro Schulden aufnehmen. Vor diesem Hintergrund habe die Stadt alle Großprojekte auf den Prüfstand gestellt.

Pläne für Konzertsaal werden vorerst nicht weiter verfolgt

Laut aktuellem Planungsstand würden die Kosten für den Neubau des Konzertsaals rund 200 Millionen betragen, die Hälfte davon müsste die Stadt tragen, so König weiter. Daher werde die Stadtspitze dem Stadtrat ein Moratorium für den Konzertsaal unterbreiten und damit das Projekt zunächst nicht weiter verfolgen. Kulturbürgermeisterin Julia Lehner sprach von einer Pause in der Entwicklung des Konzerthauses. In dieser Ratsperiode, davon geht Oberbürgermeister Marcus König aus, werde es keinen Spatenstich geben.

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Die Stadt Nürnberg hat die Pläne für den Bau des neuen Konzertsaals auf Eis gelegt. Laut OB Marcus König (CSU) gebe es aufgrund der Corona-Krise derzeit kein Geld für das Großprojekt.

Geplant war Konzertsaal mit 1.500 Plätzen

Geplant war, dass neben der Meistersingerhalle ein neuer Konzertsaal mit rund 1.500 Plätze gebaut werden sollte. Die Akustik in der Meistersingerhalle gilt als unbefriedigend. Außerdem muss sie dringend saniert werden. In Nürnberg fehlt daher eine Spielstätte, die auch für international bekannte Orchester attraktiv ist. Die Planungen für den Neubau sind bereits weit fortgeschritten. Die Vorbereitungen für den Bau laufen. Und auch das Akustikkonzept für den Konzertsaal, der die Form eines Schuhkartons haben soll, wird bereits geplant.

Freistaat hatte zugesagt, drei Viertel der Kosten zu übernehmen

Der Freistaat hatte ursprünglich zugesagt, 75 Prozent der förderfähigen Kosten zu übernehmen. Den Rest der Kosten hätte die Stadt Nürnberg tragen müssen. "Nicht nur München hat einen schönen Konzertsaal verdient, sondern auch Nürnberg. Deshalb habe ich mich von Anfang an dafür stark gemacht, dass der Freistaat Bayern den Bau des neuen Konzerthauses in Nürnberg kräftig unterstützt", sagte der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder vor zweieinhalb Jahren bei der Vorstellung der Siegerentwürfe des Architekturwettbewerbs. Der Baubeginn war damals für Sommer 2021 geplant. Zwei Jahre später sollte das neue Konzerthaus fertig sein, ab dem Spätsommer 2023 erste klassische Konzerte gegeben werden.

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Meistersingerhalle Nürnberg

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