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Wegen Corona: Promi-Bodyguard betreut Senioren | BR24

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Er hat Stars überall auf der Welt geschützt: Peter Althof ist einer der bekanntesten Personenschützer Deutschlands

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    Wegen Corona: Promi-Bodyguard betreut Senioren

    Die Eventbranche liegt am Boden, sein Boxstudio verliert gerade die Hälfte der Mitglieder, Nürnbergs bekanntester Personenschützer Peter Althof baut sich deshalb ein zweites Standbein auf. Günstiger war der Promibodyguard nie zu haben.

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    Von
    • Tobias Burkert

    Er hat Stars überall auf der Welt geschützt: Peter Althof ist einer der bekanntesten Personenschützer Deutschlands. Sogar auf Michael Jackson hat der Nürnberger aufgepasst, als der ein Konzert in München gab. Althoff beschützte zudem Stars wie Muhammad Ali und Topmodel Claudia Schiffer. Durch die Corona-Pandemie ist die Auftragslage seit Monaten gleich Null. Peter Alfhof baut sich jetzt ein zweites Standbein auf. Sein neues Angebot nennt er "Althofs Senioren Service".

    Promi-Bodyguard ab 35 Euro zum Spazierengehen

    Statt Pamela Anderson oder Jennifer Lopez kümmert sich der Bodyguard nun um ältere Mitbürger, die Hilfe im Alltag brauchen. Für 35 bis 45 Euro pro Stunde gibt's den "Althof to go". Einkaufen, Arztbesuche oder einfach Spazieren gehen – ein Angebot, das sich auch die 74-jährige Josefine aus Nürnberg leisten kann und will. Sie hat derzeit Probleme mit der Bandscheibe, lässt sich deshalb von Peter Althof im Rollstuhl durch den Marienbergpark schieben. Zwei bis dreimal pro Woche gönnt sie sich diesen Service. Peter Althof habe immer viel zu erzählen, sagt die Seniorin. Wenn sie mit ihm durch die Stadt fahre, sei das jedes Mal ein richtiger Spaß und eben viel persönlicher als ein Taxi oder ein Sozialdienst.

    Verluste im sechsstelligen Bereich

    "Althofs Senioren Service" steckt noch in den Kinderschuhen, aber es gibt schon einen kleinen, festen Kundenstamm. Der Sicherheitsexperte will das Konzept ausbauen, denn durch Corona hat er finanzielle Verluste im sechsstelligen Bereich. Wenn es durch Corona kaum mehr Veranstaltungen gebe, brauche es eben leider keine betreuende Sicherheitsfirma mehr. Durch den Lockdown kündige zudem ein Kunde nach dem anderen in Althofs Nürnberger Boxstudio. Das müsse kompensiert werden, sagt der 65-Jährige. Er sei sich für nichts zu schade und mache sich auch gern bei gröberen Arbeiten die Hände schmutzig. Alles sei besser als tatenlos herum zu sitzen und zu jammern.

    Ein Mann für jede Gelegenheit

    Karin Hilz in Nürnberg-Mögeldorf zählt auch zu seinen Kunden. Sie ist quasi eine Nachbarin des fränkischen Bodyguards. Althof habe ihr schon immer geholfen über die Jahre in freundschaftlicher Verbundenheit. Jetzt buche sie ihn gern ab und zu gegen Bezahlung. Dadurch könne sie ihn etwas länger in Anspruch nehmen, zum Beispiel, um einen ausgedienten Küchenherd wegzubringen. Kein Problem für den Nürnberger, der auch mit 65 Jahren noch täglich schwere Gewichte stemmt. "Wo ich gebraucht werde, packe ich an", sagt Althof, greift zum Besen und kehrt die Hofeinfahrt sauber. Not mache eben erfinderisch und solange beide Seiten Spaß daran hätten, wolle er "Althofs Senioren Service" anbieten, vielleicht ja bald sogar über die fränkischen Grenzen hinaus.

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