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Wegen Corona-Teil-Lockdown: Digitales Kartenspielen boomt | BR24

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Symbolbild: Kartenspieler hält Karten in der Hand.

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    Wegen Corona-Teil-Lockdown: Digitales Kartenspielen boomt

    Mit den Beschränkungen durch den Corona-Teil-Lockdown sind die Runden zum Kartenspielen nicht mehr so einfach zu bilden: Persönliches Treffen zum Beispiel im Wirtshaus geht gerade nicht. Deswegen erleben Online-Kartenspiele gerade einen Boom.

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    Peter Heinlein aus Oberhaching hat die erfolgreichsten deutschen Kartenspiel-Apps entwickelt. Er sitzt in seinem Wintergarten und hat ein iPad vor sich. Damit könnte er sofort anfangen, Schafkopf oder andere Kartenspiele zu spielen - entweder allein gegen den Computer oder mit anderen, die sich online angemeldet haben. Seit dem Lockdown im März sind die Nutzerzahlen explosionsartig gestiegen, sagt der Programmierprofi.

    Schafkopf war der Ausgangspunkt

    Eigentlich ist Heinlein passionierter Skat Spieler. Aber zu Beginn seiner Online-Kartenspiel-Firma hat er mit einem Schulfreund in den 90iger Jahren Schafkopf-Spiele entwickelt. Jetzt zählt er Hundertausende Kunden und er kann mit seiner Firma Isar Active davon leben, dass sich Kartenspieler die App für knapp 9 Euro kaufen oder sie gratis nutzen, dann aber Werbung ertragen müssen.

    Ältere Kartler arrangieren sich mit dem Computer

    Gerade Ältere zählen zu den Neukunden: "Viele Schafkopfrunden, die sich normalerweise regelmäßig die Woche treffen, sind in der Altersklasse, in der sie gar kein Interesse haben, mit einem Computer irgendetwas zu machen", erzählt Heinlein. "Aber der Entzug war groß genug, und so haben sich viele offensichtlich damit arrangiert, spielen zu können, ohne sich persönlich zu treffen."

    "Die ältesten Kunden erkennen wir hauptsächlich durch Service-Anfragen von deren Kindern. Wenn dann kommt: 'Ich habe meinem Opa die Schapf-App installiert und der hat da jetzt ein Problem. Wo soll er drücken---?' Dann ist klar, dass das die Ü80-Generation ist, die da spielt und mit den Geräten glücklich ihrer alten Traditionen frönen kann." Programmierer Peter Heinlein

    Der Computer wird nicht müde

    Vom Anfängermodus bis zum Turnierniveau ist alles einzustellen, der Computer lernt sogar mit, berechnet Millionen möglicher Spielzüge in Sekundenschnelle. Der Rechner hat dabei den Vorteil eines sehr guten Gedächtnisses: "Die Karten, die gefallen sind, merkt er sich ohne Fehler – ein Mensch muss mitzählen und das erfordert Training", erklärt Heinlein. Zudem wird der Computer nicht müde. Der Mensch hat es da schwerer, besonders nach dem Genuss von Bier. Trotzdem: Schafkopf ist ein Strategiespiel und man kann den Computer sehr wohl besiegen, verspricht Heinlein.

    Computergestützte Schafkopf-Analyse

    Und sogar erfahrene Spiele können vom Computer noch etwas lernen. Ein neues Analyse-Tool zeigt den Spielern bei offen ausliegenden Karten, was der mathematisch bestmögliche Spielzeug ist.

    Möglicher Ausgleich für zu große Nähe daheim

    Digitale Kartenspiele sind exakter, meist schneller, aber vielfach unpersönlicher als das Spielen am gemeinsamen Tisch. Aber für einige ist es gerade die Chance - wenn man jetzt im Teil-Lockdown im Familienkreis mal recht eng aufeinander sitzt – etwas Abstand zu gewinnen und digital oder online karteln zu gehen.

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