BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Lehrerverband für zusätzliches Schuljahr wegen Corona | BR24

© pa/imageBROKER/Uwe Umstätter

Lehrerin beim Unterricht vor Schulklasse

76
Per Mail sharen

    Lehrerverband für zusätzliches Schuljahr wegen Corona

    Wegen der Corona-Krise kann sich der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, ein zusätzliches Schuljahr vorstellen. Für viele Eltern und Schüler würde diese Möglichkeit enormen Druck aus der jetzigen Situation herausnehmen.

    76
    Per Mail sharen

    Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, fordert, dass Schülerinnen und Schüler ein zusätzliches Jahr einlegen können. Vorstellbar sei etwa das freiwillige Wiederholen eines Schuljahres. Die Corona-Pandemie lasse auch dieses Schuljahr kein normales werden, meint der ehemalige Schulleiter in Deggendorf.

    Meidinger: "Druck herausnehmen"

    Laut Medienberichten sagte Meidinger weiter, es werde nicht gelingen, die Lehrpläne zu erfüllen. "Für viele Eltern und Schüler würde die Möglichkeit eines Zusatzjahres enormen Druck aus der jetzigen Situation herausnehmen." Auch das Problem des Notendrucks, den manche Elternverbände beklagen, könne so entschärft werden.

    Langfristiger Masterplan gefordert

    Vorstellbar ist vieles, etwa das freiwillige Wiederholen ohne Wertung als Sitzenbleiben oder das Angebot eines Zusatzjahres beispielsweise vor den Abschlussprüfungen, so Meidinger. Er forderte zudem einen "langfristigen Masterplan", damit Eltern, Lehrer und Schüler nicht tagtäglich durch neue kurzfristig Maßnahmen verunsichert würden.

    Meidinger: "Schulbetrieb mit vollen Klassen brandgefährlich"

    Bereits gestern äußerte sich Meidinger zum Corona-Gipfel von Bund und Ländern und zeigte sich dabei enttäuscht, dass die Entscheidung über Einschränkungen an Schulen vertagt wurde.

    Im Interview mit dem BR sagte Meidinger: "Wir vom Lehrerverband sind enttäuscht, weil in der Tat ein Handlungsbedarf da ist." Das massiv ansteigende Infektionsgeschehen mache auch vor Schulen nicht Halt.

    "Einfach den Betrieb mit vollen Klassen weiterlaufen zu lassen, ist brandgefährlich." Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands

    Meidinger fordert klare Richtwerte

    Meidinger fordert, dass es bald klare Richtwerte geben soll, ab wann an Schulen Hygienemaßnahmen verschärft werden müssen. Es führe kein Weg daran vorbei, "dass wir an vielen Schulen in Deutschland wieder die Abstandsregelungen einführen und sicherstellen müssen, dass Kinder bei dieser Infektionslage nicht eng an eng im Klassenzimmer sitzen."

    Schulleitungen vor Ort sollten einen großen Freiheitsspielraum haben, dass sie abhängig von der Schulausstattung, der Altersstufe der Kinder und der sozialen Zusammensetzung eigene passgenaue Lösungen entwickeln können, so der Lehrerverbands-Präsident.

    Länder lehnen Vorschläge des Bundes ab

    Der Beschluss des Corona-Gipfels sieht vor, dass Präsenzunterricht weiter Priorität hat. Vorschläge des Bundes wie eine Maskenpflicht für alle Schüler und Lehrer auch im Unterricht sowie eine Halbierung der Klassen wurden von den Ministerpräsidenten abgelehnt.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!