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Wegen Corona: "Kunst-Anschlag" an Nürnbergs Straßen | BR24

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Viele Künstler beklagen durch die Pandemie ausgelöste Einkommensausfälle. Ihnen will die Stadt Nürnberg nun unter die Arme greifen. Ein Beispiel sind Plakatwände, die gestaltet werden sollen.

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Wegen Corona: "Kunst-Anschlag" an Nürnbergs Straßen

Weil sie ihre Kunst in der Corona-Krise nicht zeigen können, sind Maler, Bildhauer, Grafiker und andere Kunstschaffende derzeit in Existenznot. Die Stadt Nürnberg will Betroffenen helfen – mit einem "Kunst-Anschlag".

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Von
  • Karin Goeckel

Museen dicht, Ausstellungsräume geschlossen – weil sie ihre Kunst nicht an gewohnten Orten präsentieren können, finden Künstlerinnen und Künstler in Zeiten von Corona wenige bis gar keine Käufer. Auch wenn viele nicht allein von ihrer Kunst leben: Je länger die Krise dauert, desto mehr geht es für Kunstschaffende um ihre Existenz. Die Stadt Nürnberg will sie in der schwierigen Zeit unterstützen, so wie sie das auch schon durch ihren YouTube-Channel für die regionale Kulturszene tut.

Herausforderung: Künstler muss plötzlich "große Kunst" schaffen

Jan Gemeinhardt ist ein "Anschlagskünstler". Die Stadt Nürnberg stellt ihm und 19 weiteren bildenden Künstlerinnen und Künstler der freien Szene in der Stadt öffentliche Flächen zur Verfügung. Seit dem Morgen steht er in der Schwabacher Straße vor einer weißen Plakatwand und malt. Eine so große Leinwand, das ist für Jan Gemeinhardt ungewohnt. "Das ist eine Herausforderung für mich, weil ich lieber kleinformatig arbeite als großformatig", sagt er. Deshalb nutzt er auch nicht das ganze Plakat.

Jan Gemeinhardts Plakatkunst zeigt Geröll und wilden Himmel

In der Mitte der weißen Fläche entsteht eine schwarze Gerölllandschaft. Ein aufgewühlter Himmel wölbt sich darüber. Gewitterwolken dräuen. Das weiße Plakat umgibt das Bild wie ein heller, breiter Rahmen. Mit einem schmalen Pinsel trägt Jan Gemeinhardt Farbe auf. „Es macht ganz schön Spaß“, findet der Künstler. Mal schauen – wenn die Zeit reicht, wird das Bild vielleicht noch größer.

Kunst-Anschlag: Lichtblick in dunkler Corona-Zeit

Für Jan Gemeinhardt, geboren 1988 in Hof und schon zweimal beim Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten ausgezeichnet, ist der Auftrag der Stadt Nürnberg ein Lichtblick in der für ihn dunklen Corona-Zeit.

"Das war schon eine drückende Stimmung jetzt die ganze Zeit. Aber man findet wieder zurück. Das Schlimme ist aber, dass die Ausstellungen alle wegbrechen." Künstler Jan Gemeinhardt

Künstler-Schicksal wegen Corona: Geisterausstellungen ohne Besucher

So wie viele andere Künstlerinnen und Künstler hatte auch Jan Gemeinhardt eine Geisterausstellung. In Ulm konnte er seine Werke nur eine Woche lang zeigen, dann musste er sie wieder abbauen. Nicht genug Zeit, um Käufer für seine Kunst zu finden.

Karina Küffner: Rot-weiße Variation des Frankenrechens

Auch Karina Küffner verkauft derzeit wenig. Sie steht vor einer Plakatwand in der vielbefahrenen Von-der-Tann-Straße in Nürnberg. Während hinter ihr der Verkehr braust, trägt sie rote Farbe auf. An den Pfeiler der Wand hat sie ihren Entwurf gepinnt, den sie in der Ruhe ihres Ateliers am Computer erstellt hat. Das Plakat hat sie mit herunterhängenden Fäden in Bereiche unterteilt, beschwert durch kleine Holzstücke. Eine rot-weiße Wand entsteht hier mit geometrischen Formen, Geraden und Rundungen. Wie Fragmente des Frankenrechens.

Auch Einnahmen aus Nebenjobs fielen weg

Von ihrer Kunst allein konnte Karina Küffner auch bislang nicht leben. Aber auch die Einnahmen aus ihren Nebenjobs fielen in der Corona-Zeit weg. Nebenher gibt sie Kunst-Workshops und arbeitet in einem Museum – alles Tätigkeiten also, die wegen Corona ausfallen.

Kunst-Anschlag: Die Straße wird zum Atelier

Umso mehr freut sich Karina Küffner, dass sie einer der 20 Anschlagskünstler in Nürnberg sein darf. Auch wenn der Arbeitsplatz für diese Aktion, der Nürnberger Ring, mehr als gewöhnungsbedürftig ist.

"Es ist wirklich laut. Das ist kein Ort, den man sich wünschen würde, um als Künstler hier zu arbeiten. Aber es ist eine andere Erfahrung, und es macht auch Spaß." Künstlerin Karina Küffner

Visitenkarte für Bewerbung um Kulturhauptstadt

Die Stadt Nürnberg hilft mit der Kunst auf Plakatwänden nicht nur den Künstlern – auch die Bürger haben etwas davon. Der öffentliche Raum wird dadurch zur riesigen Ausstellung. Ein kleiner Trost für die beliebte "Blaue Nacht", die wegen Corona ausfallen muss. Und nicht zuletzt ist die Aktion „Kunst-Anschlag“ auch eine Visitenkarte für die Bewerbung Nürnbergs um den Titel der Kulturhauptstadt 2025.

© BR/Karin Goeckel

Weil viele Künstler in der Corona-Krise ihre Kunst nicht verkaufen können, hilft ihnen die Stadt Nürnberg mit der Aktion "Kunst-Anschlag". Künstler gestalten dabei Plakatwände in der Stadt.

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