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Wegen Corona könnte Bauen für Kommunen wieder leichter werden | BR24

© BR/Lorenz Storch

Das bayerische Baugewerbe erwartet wegen der Corona-Krise einen deutlichen Einbruch bei neuen Aufträgen aus der Privatwirtschaft. Dadurch könnten öffentliche Bauprojekte künftig wieder leichter zu realisieren sein.

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Wegen Corona könnte Bauen für Kommunen wieder leichter werden

Das bayerische Baugewerbe erwartet wegen der Corona-Krise einen deutlichen Einbruch bei neuen Aufträgen aus der Privatwirtschaft. Dadurch könnten öffentliche Bauprojekte künftig wieder leichter zu realisieren sein.

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Am Bau wird trotz der Corona-Pandemie weitergearbeitet – wenn auch unter erschwerten Bedingungen. Auf Großbaustellen fehlt im Durchschnitt ein Fünftel des Personals, so der Landesverband der Bayerischen Bauinnungen. Weil Arbeiter aus dem EU-Ausland wegen geschlossener Grenzen nicht auf die Baustellen kommen – über 100.000 Mitarbeiter vor allem aus Osteuropa sind nach Angaben des Verbands davon betroffen. Außerdem müssen auch Baubeschäftigte sich daheim um Kinder kümmern, deren Kita oder Schule wegen des neuartigen Coronavirus geschlossen ist.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Das Auftragspolster der Bauunternehmen schmilzt

Die bayerischen Bauunternehmen haben vorerst weiter gut zu tun. Sie sind mit einem komfortablen Auftragspolster in die Corona-Krise gegangen, im Schnitt waren sie auf zehn bis 14 Wochen hinaus ausgelastet. Dieses Polster schmilzt jetzt aber, weil die Privatwirtschaft unter dem Eindruck der Corona-Krise Geld sparen muss. Erste Industriebetriebe haben bereits Bauaufträge storniert, das bayerische Baugewerbe erwartet in den nächsten Monaten einen deutlichen Einbruch bei neuen Aufträgen aus der Privatwirtschaft. Und hofft daher, dass öffentliche Auftraggeber wie Freistaat, Deutsche Bahn und Kommunen weiter stetig investieren.

Kommunen hoffen auf mehr Bewerber für öffentliche Aufträge

Für die Bauprojekte der öffentlichen Hand könnte die Corona-Pandemie sogar einen positiven Nebeneffekt haben, so ein Sprecher des Bayerischen Gemeindetags: Bis zuletzt hatten Kommunen vielfach große Probleme gehabt, Bauaufträge zu vergeben. Das Echo auf Ausschreibungen war gering, stark ausgelastete Baufirmen gaben keine oder nur sehr teure Angebote ab. Das könnte sich jetzt ändern. Einen Betrieb zu bekommen, der eine Schule baut oder das Rathaus renoviert, dürfte durch die Krise wieder einfacher werden, erwartet der Gemeindetag – nach der Finanzkrise 2009 jedenfalls war es so. "Die öffentliche Hand, die nicht insolvent gehen kann, kommt dann als sicherer Kunde wieder in den Fokus", so der Gemeindetagssprecher zum BR.

Wie viel können sich Gemeinden künftig leisten?

Allerdings wirkt sich die Corona-Krise auch auf die Kommunalfinanzen aus: Erwartet wird ein starker Einbruch der Gewerbesteuer und auch Steuerrückforderungen wegen der eingebrochen Gewinne örtlicher Unternehmen. Wie viele neue Projekte sich die bayerischen Kommunen vor diesem Hintergrund künftig noch leisten können, muss sich erst zeigen. Allerdings kommen sie aus einer komfortablen Ausgangslage: Durch die Rekordsteuereinnahmen der vergangenen Jahre konnten bayerische Gemeinden vielfach Schulden abbauen. Und auch neue Konjunkturpakete mit Zuschüssen von Freistaat und Bund wären denkbar.

Private Bauaufträge bei Unternehmen wieder höher im Kurs

Einen Dämpfer könnte die aktuelle Lage auch bei privaten Bauherren nach sich ziehen: Wer in Kurzarbeit ist, oder um den Arbeitsplatz fürchtet, könnte beispielsweise Renovierungsarbeiten hinausschieben. "Es wird in den kommenden Monaten wichtig für die Bauwirtschaft, dass auch private Bauherren weiter investieren", so ein Sprecher des Landesverbands der bayerischen Bauinnungen zum BR. Auch private Auftraggeber würden sich jedenfalls freuen, wenn sie künftig weniger lange auf Handwerker warten müssten.

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