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Wegen Corona: Brauereien in Unterfranken vor dem Aus | BR24

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Die Corona-Krise zwingt bayerische Traditionsbrauereien in die Knie. So muss jetzt die Wernecker Bierbrauerei aus Unterfranken aufgeben, nach über 400 Jahren. Kleine Brauereien sind größtenteils auf den Ausschank in der Gastronomie angewiesen.

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Wegen Corona: Brauereien in Unterfranken vor dem Aus

Wirtshäuser, Restaurants und Cafés – alle haben sie wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Gastronomen, sondern auch auf Brauereien. Viele kleinere Betriebe in Unterfranken stehen vor dem Aus.

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Von
  • Frank Breitenstein

Ulrich Martin ist Brauer und Gastwirt. Wegen der Corona-Krise kämpft er gerade ums wirtschaftliche Überleben. Vor zwölf Jahren hat er die kleine Privatbrauerei im Schonunger Ortsteil Hausen (Lkr. Schweinfurt) gekauft und seitdem kräftig investiert. Um seine Schulden abzuzahlen, braucht er Einnahmen. Die sind aber gerade zu einem Großteil weggebrochen. Vor allem, weil die eigene Brauereigaststätte schon zwei Wochen geschlossen ist, so Ulrich Martin.

Brauereien sind jetzt auf Stammkunden angewiesen

Rund 5.000 Maß Bier liegen noch im Fass-Keller. Wenn die bis Ende Mai nicht ausgeschenkt oder verkauft wurden, kann er seine Brauerei nicht mehr halten. Zum Glück gibt es Stammkunden. Der Verkauf von Flaschenbier rettet die Privatbrauerei über die Durststrecke. "Manche Getränkemärkte bestellen jetzt sogar mehr als vorher", sagte Martin. "Hoffentlich ist das nicht dem Hamstern geschuldet, sonst hätten wir irgendwann keine Arbeit mehr und vor allem kein Leergut."

Wernecker Bierbrauerei schließt nach 400 Jahren

Kalt erwischt von der Corona-Krise wurde die Wernecker Bierbrauerei im Landkreis Schweinfurt. Den Totalausfall von Gastronomie und Festbetrieb hat sie nicht verkraftet. Und so macht das Familienunternehmen mit 400-jähriger Tradition Ende September unwiderruflich dicht, bestätigte Juniorchefin Christine Lang. Eine Verschuldung mit ungewissem Ausgang kam für die Wernecker nicht in Frage.

Die kleinen und mittelständischen Brauereien treffe die Corona-Krise besonders hart, sagte Karl-Heinz Pritzl. Der Senior-Chef von Kauzenbräu in Ochsenfurt (Lkr. Würzburg) leitet den unterfränkischen Brauerbund und rechnet schon jetzt für die Mitglieder mit 50 Prozent Verdienstausfall. Die staatliche Soforthilfe von 15.000 Euro ändere daran wenig, meinte Pritzl. Er hofft darauf, dass die Kundschaft die regionalen Brauer unterstützt.

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Wirtshäuser, Restaurants und Cafés - alle haben sie wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Gastronomen, sondern auch auf Brauereien. Viele kleinere Betriebe in Unterfranken stehen vor dem Aus.

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