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Bildrechte: Barbara Leinfelder/BR

Erdbebensimulator, Löschfahrzeuge und Flashover-Raum: In der Augsburger Feuerwehrerlebniswelt kann man hautnah erfahren, was passiert, wenn ein Feuer entsteht - noch. Denn dem Museum, im März eröffnet, droht coronabedingt schon wieder das Aus.

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Wegen Corona: Aus für Feuerwehrerlebniswelt in Augsburg?

Erdbebensimulator, Löschfahrzeuge und Flashover-Raum: In der Augsburger Feuerwehrerlebniswelt kann man hautnah erfahren, was passiert, wenn ein Feuer entsteht – noch. Denn dem Museum, im März eröffnet, droht coronabedingt schon wieder das Aus.

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Barbara LeinfelderBarbara Leinfelder
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Wegen der Corona-Lage kommen in diesen Wochen deutlich weniger Besucher als erwartet in die Feuerwehrerlebniswelt in Augsburg. Auch Feuerwehr-Fortbildungsseminare, Kindergeburtstage und Firmenfeiern fallen während der Pandemie reihenweise weg. Den Betreibern macht das große Sorgen: "Wenn wir keinen Sponsor finden, müssen wir über die Schließung nachdenken", sagte Sprecher Frank Habermaier dem BR. Alle Fixkosten würden trotz der Corona-Flaute weiterlaufen.

Augsburger Weihnachtsbombe sollte nächstes Highlight werden

Dabei ist für Mitte Dezember eigentlich noch eine Sonderausstellung geplant, zum 5. Jahrestag der Entschärfung der Augsburger Weihnachtsbombe. Die Hülle der Minen-Bombe, eines 1,8 Tonnen schweren so genannten "Wohnblock-Knackers", soll künftig dauerhaft in der Erlebniswelt zu sehen sein. Über 50.000 Menschen mussten am 1. Weihnachtsfeiertag 2016 bei einer Evakuierung in Sicherheit gebracht werden.

Ziel ist Brandprävention

Frank Habermaier, der frühere Chef der Augsburger Berufsfeuerwehr, hatte die Idee zur Erlebniswelt, die im Augsburger Textilviertel in einer früheren Industriehalle untergebracht ist. Die Besucher sollen erfahren, wie Brände entstehen und wie sie gelöscht werden, wie die Arbeit der Feuerwehr abläuft, und was sich im Lauf der Zeit verändert hat. Es gibt historische Löschfahrzeuge zu sehen, einen Erdbebensimulator, einen begehbaren Feuermelder und einen so genannten Flashover-Raum, der den Besuchern hautnah zeigt, wie extrem schnell ein Feuer riesig werden kann.

Simulation: Feuerwalze rollt über Köpfe der Besucher

Auf Knopfdruck flutet dabei eine gelbgrüne Feuerwalze knapp unter der Zimmerdecke über die Köpfe der Besucher hinweg, die Hitze ist schlagartig am ganzen Körper zu spüren. So etwas entsteht, wenn ein Brand plötzlich Sauerstoff zugeführt bekommt, eine im Ernstfall lebensgefährliche Situation, in der Erlebniswelt eine sichere Vorführung - mit dem Ziel, Brandschutz erlebbar zu machen. Laut Habermaier eine bundesweit einmalige Sache: "So etwas wie uns gibt es sonst nicht".

Die Kinder hätten nicht sterben müssen, dachte sich der Feuerwehrchef oft

Frank Habermaier hatte die Idee zur Feuerwehrerlebniswelt. Seit seiner aktiven Zeit als Chef der Augsburger Berufsfeuerwehr liegt ihm der Brandschutz vor allem am Herzen: "Ich hab mir oft gedacht, das hätte nicht so passieren müssen, die Leute hätten nicht verletzt, die Kinder nicht tot sein müssen." Brände seien deshalb so schlimm, weil die Menschen oft völlig unvorbereitet seien und in der Panik falsch reagieren würden.

Kindgerecht und spannend – und vielleicht auch lebensrettend

Einer der wenigen Besucher ist Fabian Bühler, er ist mit seinem sechs Jahren alten Sohn Paul gekommen: "Wir wollten schon ganz lange hier her, ich find es sehr modern, sehr ansprechend, da reden wir auch zuhause drüber, wann man die Feuerwehr rufen soll im Notfall, das kann man hier lernen."

Habermaier nickt, er und sein Team haben monatelang am Konzept gefeilt. Er hofft jetzt auf Unterstützung durch einen Sponsor oder doch noch auf viele Besucher, denn das Thema Brandschutz ist zu wichtig, meint Habermaier: "Wenn man hier durchgeht, und sich Gedanken macht, wie sieht es denn bei mir aus daheim, wo brauch ich einen Brandmelder, wie komme ich im Ernstfall raus – das würde viele Leben retten".

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