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© BR/ Susanne Günter
Bildrechte: Privat/Till Rosel

Till Rosel aus Würzburg saß wegen Corona monatelang in Kolumbien fest. Geplant hatte er eigentlich zwei Monate Urlaub mit seiner Freundin. Doch dann wurden die Flüge abgesagt und aus der geplanten Auszeit wurden acht Monate Aufenthalt.

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Wegen Corona: Acht Monate Zwangsurlaub in Kolumbien

Till Rosel aus Würzburg saß wegen Corona monatelang in Kolumbien fest. Geplant hatte er eigentlich zwei Monate Urlaub mit seiner Freundin. Doch dann wurden die Flüge abgesagt und aus der geplanten Auszeit wurden acht Monate Aufenthalt.

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Von
  • Susanne Guenther

Till Rosel wollte eine Auszeit von seinem Job als Firmenkundenberater bei einem Würzburger Verlag. So zog es ihn für zwei Monate Urlaub nach Kolumbien. Doch kurze Zeit nach seiner Ankunft ist Corona ausgebrochen. Schnell gab es dann einen Lockdown und die Grenzen wurden geschlossen.

Nicht mit dem Regierungsflieger nach Deutschland

Auch die Flüge wurden abgesagt. Rosel wusste nicht, wie er wieder zurück nach Deutschland kommen soll. "Am Anfang war es ungewöhnlich, weil man sich Gedanken macht, wie man nach Hause in die gewohnte Umgebung kommt", beschreibt Rosel. Kurze Zeit nach dem Lockdown gab es dann für deutsche Staatsbürger die Option mit einem Regierungsflieger zurück zu fliegen. Aber Rosel entschied sich erst einmal weiter in Kolumbien zu bleiben. Auch, weil seine Freundin kein Visum für Deutschland hatte und nicht mitkommen konnte.

Umgang mit der Pandemie in Kolumbien

Die Zahl der Infizierten in Kolumbien war zu Beginn vergleichsweise gering. Doch das habe sich dann geändert, erzählt Rosel: "Am Anfang gab es sehr schnell einen Lockdown. Da hatte man die Zahlen gut im Griff. Irgendwann mussten die Leute aber einkaufen und wollten sich treffen. Somit hatten sich die Zahlen nur nach hinten rausgezögert. Jetzt gibt es eben sehr hohe Infektionszahlen", beschreibt Rosel.

Nachhilfe für Kinder in der Nachbarschaft

Der Würzburger hat versucht, das beste aus der Situation und der vielen Freizeit in Kolumbien zu machen. "Ich habe die Zeit gut genutzt und spreche jetzt perfekt Spanisch", erzählt er. Neben seinen eigenen Sprachkenntnissen hat er sich auch für Nachbarskinder engagiert. Gemeinsam mit seiner Freundin hat er den Kindern Nachhilfe angeboten. Und das sei gut angekommen. "Die Kinder hatten sehr viel Spaß daran, Deutsch zu lernen. Dann haben wir mit meiner Freundin jeden Tag eineinhalb Stunden Deutsch und Englisch unterrichtet", sagt er.

Verlängerter Urlaub führt zu finanziellen Problemen

Somit hatte Rosel bei seinem ungeplant verlängerten Aufenthalt in Kolumbien eigentlich keine Langeweile. "Wir waren im Paradies, aber für so lange war das nicht geplant", erzählt der Firmenkundenberater. Mit der Zeit kamen aber finanzielle Schwierigkeiten auf. Rosel traf daraufhin mit seinem Arbeitgeber die Abmachung, dass er von Kolumbien aus über Homeoffice weiterarbeiten kann. Mit sieben Stunden Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Kolumbien ging der Tag für Till Rosel dann schon ab 03.30 Uhr los. "Wenn ich gefrühstückt habe, hatten die Kollegen Mittagessen. Zum Abendessen der Kollegen habe ich dann mein Mittagessen gehabt".

Der lange Weg zurück nach Würzburg

Nebenbei musste Rosel sich immer wieder darum kümmern, wie er wieder zurück in die Heimat kommt. Ende August hatten er und seine Freundin Tickets für den 17. September gebucht. Doch dann wurde der Flug wieder abgesagt, weil die Regierung wegen hohen Infektionszahlen den Flugverkehr erneut aussetzte. "Ein Kollege hat uns dann erzählt, dass es über Holland einen Flug gibt. So sind wir dann tatsächlich mit einer holländischen Regierungsmaschine über Amsterdam nach Frankfurt gekommen", sagt Rosel. Das war eine 24 Stunden lange Reise bis er in der Heimat ankam.

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