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Weber kandidiert nicht für CSU-Parteivorsitz | BR24

© picture alliance / SvenSimon

Konzentriert sich ganz auf Europa: Manfred Weber (CSU)

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Weber kandidiert nicht für CSU-Parteivorsitz

Der Europapolitiker Manfred Weber will nicht neuer CSU-Chef werden - und sorgt mit dieser Entscheidung dafür, dass nun mehr denn je alle Blicke auf Markus Söder gerichtet sind.

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Es läuft also alles auf Markus Söder als neuen CSU-Parteivorsitzenden hinaus. Nach Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat nun auch Europapolitiker Manfred Weber bekannt gegeben, dass er nicht für den Posten des CSU-Chefs kandidieren möchte. Weber galt als der letzte denkbare Kontrahent Söders bei der Kandidatur um den CSU-Vorsitz.

Volle Kraft für Europa

Er wolle nun seine volle Kraft dafür einsetzen die EVP in die Europawahlen zu führen und EU-Kommissionspräsident zu werden, teilte Weber auf Facebook mit. Er stehe deshalb im Moment nicht als Parteivorsitzender zur Verfügung. Für Weber kam die Chance auf den Parteivorsitz zur Unzeit. Eine Kandidatur und mögliche Niederlage gegen Söder wäre wenige Monate vor der Europawahl problematisch gewesen.

Posten überhaupt vereinbar?

Weber wurde seit Wochen immer wieder als Kandidat für die Nachfolge von Parteichef Seehofer gehandelt, als klarer Favorit galt aber längst Söder. Unter anderem sind in den vergangenen Wochen Zweifel laut geworden, ob das Amt des CSU-Vorsitzenden überhaupt mit dem Chefposten der EU-Kommission vereinbar wäre.

Beobachter in Brüssel gehen davon aus, dass Weber schon rein rechtlich nicht gleichzeitig CSU-Chef und Präsident der Europäischen Union sein könnte. Sie verweisen auf einen Ende Januar verabschiedeten Verhaltenskodex ("Code of Conduct") der Behörde.

Trotz Rückzug mischt sich Weber aber mit deutlichen Worten in die Parteizukunft ein. Er machte deutlich, dass sich die CSU nach mehreren schlechten Wahlergebnissen jetzt inhaltlich und personell erneuern müsse. "Wir alle wissen, dass es nicht so weitergehen kann wie bisher", schreibt Weber in seinem Post.

Viele setzen auf Söder

In der CSU wartet man darauf, dass Ministerpräsident Söder seine Kandidatur für den CSU-Vorsitz erklärt. Mehrere Bezirksvorsitzende, Minister und Bundespolitiker forderten ihn bereits dazu auf, den Chefposten zu übernehmen.

Der Nachfolger von Horst Seehofer soll am 19. Januar bei einem Sonderparteitag gewählt werden. Seehofer hatte am Freitag schriftlich mitgeteilt, dass er sein Amt als Parteichef aufgeben werde. Offen ist noch, wie lange Seehofer Bundesinnenminister bleiben will.

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  • Regina Kirschner
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