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Webasto: Betriebsrat enttäuscht über die interne Kommunikation | BR24

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Nachdem der Autozulieferer Webasto seine Produktion am niederbayerischen Standort Hengersberg schließen will, zeigt sich der Betriebsrat enttäuscht über die interne Kommunikation des Unternehmens.

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Webasto: Betriebsrat enttäuscht über die interne Kommunikation

Der Autozulieferer Webasto schließt seine Produktion in Hengersberg im Kreis Deggendorf und verlagert diese ins Ausland. Der Betriebsrat ist enttäuscht über die interne Kommunikation mit der Belegschaft. Das Vertrauen sei "erheblich zerstört".

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Nachdem der Autozulieferer Webasto seine Produktion am niederbayerischen Standort Hengersberg (Lkr. Deggendorf) schließen will, zeigt sich der Betriebsrat enttäuscht über die interne Kommunikation des Unternehmens. "Das ist eine Katastrophe - grauenhaft", sagte Betriebsratsvorsitzender Jürgen Bruckmeier dem BR.

Vor vollendete Tatsachen gestellt

Die Mitarbeiter hätten Hoffnung geschöpft, weil in Hengersberg die Fertigung von Batteriegehäusen neu aufgebaut wurde - jetzt würde man ihnen das wieder wegnehmen, das Vertrauen sei erheblich zerstört, so Bruckmeier. Die Entscheidung sei nicht richtig mit den Mitarbeitern abgesprochen worden, man sei vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

Kritik auch an der Regierung

Der Betriebsratsvorsitzende kritisiert auch die Regierung: "Erst wurde alles in die Elektro-Sparte investiert - aber dafür haben wir die Rohstoffe und die Batterietechnik nicht. Jetzt wird wieder die Wasserstofftechnik unterstützt. Was wollt ihr überhaupt? In welche Richtung soll es gehen? Man verunsichert damit die Zulieferer und Kunden. Was soll man für ein Auto kaufen? Die Automobilindustrie ist mit der Regierungspolitik ständig hin- und hergerissen."

Die Verhandlungen laufen noch

Derzeit laufen noch Verhandlungen, wie es von Webasto und vom Betriebsrat heißt. Zur Zeit sind laut Betriebsrat noch 200 Mitarbeiter in der Produktion in Hengersberg beschäftigt. Einige Beschäftigte des Cabrio-Rohbaus bleiben auch am Standort Hengersberg und ziehen um in das Verwaltungs- und Entwicklungszzentrum.

Endmontage in Slowakei verlagert

Wie es vom Betriebsrat heißt, wolle man versuchen, 70 Mitarbeiter in die Zentrale zu überführen, davon werden nur 30 Mitarbeiter in der Teilfertigung arbeiten. Die Endmontage wird dagegen in das Werk in der Slowakei verlagert. Die Herstellung von Zulieferprodukten soll im Webasto Werk Schierling zusammengeführt werden: Dort werden seit Herbst 2019 Batteriesysteme produziert.

Schon vor zwei Jahren hatte Webasto angekündigt, die Produktion von Cabrio-Verdecken in die Slowakei zu verlagern und 160 der damals knapp 300 Stellen abzubauen.

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