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Wasserversorgung: Dringend Nachwuchs gesucht | BR24

© BR/Herbert Ebner

Wasser aus dem Hahn

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Wasserversorgung: Dringend Nachwuchs gesucht

Gestern war der "Tag des Wassers". Beim Wasser herrscht in Bayern kein Mangel, dafür aber an anderer Stelle: Laut Zweckverband Wasserversorgung gibt es zu wenige Jugendliche, die sich für den Beruf des Wasserversorgungstechnikers interessieren.

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Die bayerische Landesgruppe des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs (DVGW) beklagt, dass im Freistaat viel zu wenige Jugendliche eine Ausbildung zum Wasserversorgungstechniker anstreben. In Bayern kämen auf 3.300 Wasserversorger gerade einmal 60 Azubis. Zum einen mag das daran liegen, dass dieser Beruf recht unbekannt ist. Zum anderen weist man beim DVGW darauf hin, dass es auch zu wenig Ausbilder gibt.

"Gerade die kleinen Wasserversorger haben häufig nicht die Kapazitäten. Die größeren Wasserversorger bilden schon selbst aus, aber in der Regel nur für ihren eigenen Bedarf. Wir haben eine Aktion, dass mehrere Wasserversorgungsunternehmen sich zusammentun und einen gemeinsamen Wasserversorgungstechniker ausbilden." Geschäftsführer der bayerischen DVGW-Landesgruppe Jörn-Helge Möller

Fachkräftemangel in Wasserwerken

Die kommunalen Wasserversorger hätten Bedarf für deutlich mehr Fachkräfte, heißt es in einer Pressemitteilung. Insbesondere weil die Anlagen in den Wasserwerken inzwischen digitalisiert sind, benötige man mehr Fachkräfte und auch Meister, so Elmar Halk, Wassermeister beim Zweckverband zur Wasserversorgung der Pettenhofener Gruppe in Lauterhofen (Lkr. Neumarkt in der Oberpfalz). Halk ist zugleich Dozent an der bayerischen Verwaltungsschule in Lauingen an der Donau. Hier können auch Quereinsteiger sich zu Wasserversorgungstechnikern fortbilden, zum Beispiel Heizungsbauer, Elektriker, Elektroniker oder auch Schlosser. Der Beruf hat viel zu bieten, meint Möller:

"Der Job ist etwas für Leute, die sich für Umwelt und Technik interessieren, gerne in der Natur sind und etwas für die Bevölkerung tun möchten. Man hat viel Kontakt mit den Kunden. Man muss denen auch mal erklären, warum mal eine Stunde kein Wasser kommt – das ist teilweise schon eine Herausforderung." Geschäftsführer der bayerischen DVGW-Landesgruppe Jörn-Helge Möller

Fachkräfte in der Wasserversorgung sind im Büro, im Labor, an Quellen und Brunnen aber auch in Feld und Flur unterwegs, bauen teilweise Rohrleitungen sogar selbst, spülen Rohre, prüfen die Wasserqualität, beheben Störungsmeldungen und steuern und überwachen die technischen Anlagen.

Hohe Anforderungen an den Beruf

Wasserversorgungstechniker sind für das Gewinnen, Aufbereiten, Speichern und Verteilen des Wassers in den Kommunen zuständig. Dazu braucht es technisches, chemisches sowie digitales Verständnis, Wissen über Grund und Boden, aber auch kommunikative Fähigkeiten, um mit Landwirten, kommunalen Amtsträgern oder der Feuerwehr verhandeln zu können. Deshalb verweist Möller darauf, dass man in den naturwissenschaftlichen Fächern gute Grundlagen haben muss, neben Kenntnissen in der Elektrotechnik. Denn, ohne Strom gehe heute nichts mehr.

© BR

Wasser kommt aus der Leitung. Sauber, in guter Qualität. Das ist für uns selbstverständlich. Doch hoffentlich bleibt das auch so. Denn die Menschen, die tagtäglich dafür sorgen, haben in Bayern Personalprobleme.