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"Wasserwelt" am Wöhrder See fertiggestellt | BR24

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Die Renaturierungsmaßnahmen am oberen Wöhrder See in Nürnberg sind weitgehend abgeschlossen. Davon machten sich auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) ein Bild.

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"Wasserwelt" am Wöhrder See fertiggestellt

Nach fast zehn Jahren Bauzeit ist die Neugestaltung des Wöhrder Sees in Nürnberg weitgehend abgeschlossen. Als letzter Schritt wurde der obere See in ein Natur-Eldorado verwandelt. Dazu mussten erstmal Tonnen von Schlamm beseitigt werden.

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Von
  • Julia Demel

So viel Schlamm, dass man damit das Frankenstadion füllen könnte, ist in den vergangenen Jahren aus dem Wöhrder See geholt worden. Denn der See drohte komplett zu verlanden, an einigen Stellen war er nur noch rund 50 Zentimeter tief. Doch nach knapp zehn Jahren Bauzeit, hat sich der See in ein Eldorado für Erholungssuchende und für Pflanzen und Tiere verwandelt.

Naturparadies mitten in der Stadt

Für rund 15 Millionen Euro ist jetzt der obere Teil des Sees renaturiert worden. Dazu wurden die Uferbereiche des künstlich angelegten Sees abgeflacht, so das sich Röhricht ausbreiten kann. Außerdem wurde eine Reihe von Inseln vorgelagert. Diese Bereiche sollen kleinen und Jungfischen einen Lebensraum bieten. Aber auch Vögel, Frösche, Schnecken und Muscheln sollen sich hier ansiedeln. Das gesamte obere See soll künftig dem Artenschutz dienen. Darüber informiert eine neu geschaffene Umweltstation am Südufer.

Vom Schlammloch zum "Juwel"

Der untere Teil des Sees wurde bereits in einem ersten Bauabschnitt in ein Naherholungsgebiet verwandelt. 2011 hatte Markus Söder, damals noch Umweltminister von Bayern, den Startschuss für das Projekt gegeben. Bei der Vorstellung am Freitag (17.07.20) sagte er, damals hätten alle über ihn gelacht, als er die Pläne für das "Schlammloch" präsentierte. Jetzt habe sich der See in "einen der schönsten Plätze" verwandelt, die er sich vorstellen könne. Nürnbergs Oberbürgermeister Markus König nannte den See ein "Juwel" in der Stadt.

"Klimaanlage" der Stadt

Dem fast drei Kilometer langen See kommt im Rahmen des Klimawandels auch eine wichtige "Kühl-Funktion" zu. Mit seiner riesigen Wasserfläche und dem angrenzenden Grün wirkt er quasi wie eine Klimaanlage für die Stadt. Erholungssuchende finden im unteren Teil nach der Umgestaltung Sandstrände, einen Bootsverleih und Cafés. In Kürze soll noch ein Freiluft-Fitnessstudio hinzukommen. Allerdings gibt es ein bisher ungelöstes Problem: Gänse. In diesem Jahr haben sie sich so stark vermehrt, wie in keinem Jahr zuvor, weil in der Coronazeit niemand die Eier aus den Nestern nehmen konnte. Der Kot der Gänse verschmutzt die Strände und Wege, so dass sie ständig gesäubert werden müssen.

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