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Für Bayerns Wälder ist das verregnete Wetter eine Wohltat. Nach den extrem heißen und trockenen Sommern der letzten Jahre konnten sie in den letzten Wochen ihre Wasserspeicher auffüllen. Auch die Förster im generell trockenen Unterfranken atmen auf.

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Wasserversorgung in Bayerns Wäldern wieder im grünen Bereich

Nach mehreren Jahren mit Hitze und Wassermangel starten die bayerischen Wälder 2021 unter günstigen Rahmenbedingungen in die Vegetationszeit. Selbst im trockenen Unterfranken atmen Waldbesitzer etwas auf. Dabei war der April noch deutlich zu trocken.

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Von
  • Pirmin Breninek

Bruno Hetzer will dem Wald noch eine Chance geben. Einige hundert Meter außerhalb von Greußenheim im Landkreis Würzburg liegt das Waldstück, das er gerade aufforstet. Er hat Feldahorne, Haseln und Kirschen gesetzt. Nach zuletzt trockenen und heißen Frühjahren wirkt er in diesem Jahr zufrieden. "Was heuer gut ist: Die Temperaturen sind nicht so hoch. Es ist nicht so ausgetrocknet", sagt Waldbesitzer Hetzer. Seine Beobachtung deckt sich mit den Zahlen der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF).

Wasserspeicher in den Wäldern "gut gefüllt"

Mehrere Jahre in Folge hatten Bayerns Wälder um diese Jahreszeit bereits mit Hitze und Wassermangel zu kämpfen. 2021 ist das anders. "Rechtzeitig zum Start in die neue Vegetationsperiode sind die Wasserspeicher der Waldböden in Bayern mit wenigen Ausnahmen wieder gut gefüllt", heißt es von der LWF. Ein Großteil der bayerischen Wälder sei für den anstehenden Sommer "bestmöglich gerüstet". Das liege an den teils überdurchschnittlichen Niederschlägen zwischen Januar und Mai und den kühlen Temperaturen.

Kühler als in den vergangenen Jahren

Eine Entwicklung, die auch die Daten der Waldklimastation Würzburg bestätigen. Unter 19 Messstandorten in Bayern gilt derjenige im Wald südwestlich von Würzburg als der trockenste und zugleich wärmste. Es fällt also nicht nur weniger Regen als in anderen Regionen: Im dortigen Laubwald verdunstet in den Sommermonaten auch mehr Wasser.

"Wir hatten sehr kühle Temperaturen. Wenn wir uns an die vergangenen drei Jahre erinnern, da hatten wir gefühlt den Sommer im Frühling", sagt Antje Julke vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Würzburg. Noch im vergangenen Jahr sorgte der warme Frühling bei zugleich unterdurchschnittlichen Niederschlägen dafür, dass die verfügbaren Wasservorräte im Waldboden hier bei Würzburg bereits ab Juli mangelhaft waren. Erst ab Dezember begannen sich die Wasservorräte wieder zu normalisieren.

Wenig Niederschlag im März und April

Zu Beginn der Vegetationszeit seien die Wasservorräte nun auch in Unterfranken wieder weitgehend im grünen Bereich, sagt Julke. Mehr noch: Die LWF weist im sonst so trocken-warmen Würzburg Ende Mai eine hohe Sättigung des Waldbodens aus, obwohl die Bäume nun schon seit einigen Wochen grün sind.

Was dabei erstaunend ist: Im März und April hat es an der Waldklimastation auch 2021 nur unterdurchschnittlich wenig geregnet. Vor allem der April war trocken. Aber: In diesem Monat war es auch etwas kühler als im Schnitt. Die Vegetation setzte nicht so früh ein wie in anderen Jahren, die Pflanzen haben wenig verdunstet.

Zum Mai liegen aktuell noch keine finalen Niederschlagsdaten vor.

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Das subjektive Empfinden mag täuschen: Im März und April 2021 gab es im Raum Würzburg deutlich weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel.

Schäden der Hitzesommer wirken nach

Das aktuelle Frühjahr gibt es aus Sicht der LWF Grund zur Hoffnung: "Extremjahre sind bislang noch die Ausnahme, wenngleich folgenschwere." In den extremen Sommern der letzten Jahre seien selbst alte und vitale Wälder in Bayern an ihre Grenzen geraten.

"Die Schäden aus den vergangenen drei Hitze- und Trockenjahren, die sehen wir nach wie vor", sagt Antje Julke mit Blick auf den Raum Würzburg. "Allerdings sind wir sehr optimistisch, was den Nachwuchs des Waldes betrifft."

Feuchter Waldboden sagt noch nichts zum Grundwasser aus

Die positiven Nachrichten für die bayerischen Waldböden bedeuten jedoch nicht, dass sich die Lage beim Grundwasser gebessert hat. Denn hier entscheidet vor allem das Winterhalbjahr, das zum Beispiel in Würzburg überwiegend defizitär war. Der Regen im Mai ist gut für die Vegetation, leistet jedoch nur einen unterdurchschnittlichen Beitrag zur Grundwasserbildung. Stichhaltige Aussagen, inwieweit das Frühjahr die Grundwasserneubildung begünstigt haben könnte, ließen sich frühestens in einigen Monaten treffen, heißt es von der LWF.

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