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Wasserschutzpolizei kontrolliert verstärkt auf dem Main | BR24

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Auf dem Main ist derzeit einiges los. Das kann vor allem für Schwimmer gefährlich werden. Die Würzburger Wasserschutzpolizei beobachtet, ob sich alle an die Regeln halten - egal ob Schwimmer oder Bootsführer.

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Wasserschutzpolizei kontrolliert verstärkt auf dem Main

Auf dem Main ist derzeit einiges los. Das kann vor allem für Schwimmer gefährlich werden. Die Würzburger Wasserschutzpolizei beobachtet, ob sich alle an die Regeln halten – egal ob Schwimmer oder Bootsführer.

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Auf dem Main in Höhe der Würzburger Sanderau weicht eine Gruppe von Stand-Up-Paddlern gerade zwei Flamingo-Lufttieren aus. Nur wenige Meter dahinter fährt ein Motorboot in hoher Geschwindigkeit vorbei. Die Wellen, die es hinterlässt, bringen die Stand-Up-Paddler kurz ins Schwanken. Bei dem heißen Wetter suchen derzeit viele Menschen Abkühlung am und auf dem Main. Es sind Sommerferien, viele sind wegen Corona nicht wegfahren. Die Würzburger Wasserschutzpolizei hat viel zu tun.

Wasserschutzpolizei fährt verstärkt Streife

Dort, wo zurzeit besonders viel los ist, fahren die Beamten der Wasserschutzpolizei mit ihrem Boot verstärkt Streife. Vor allem der Main-Abschnitt zwischen Randersacker und der Alten Mainbrücke in Würzburg ist hoch frequentiert. Die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) schätzt, dass dort in diesem Sommer etwa 50 Prozent mehr Leute als noch im vergangenen Jahr unterwegs sind. Dabei sei gerade dieser Abschnitt sehr gefährlich, sagt der Leiter der Wasserschutzpolizei Sven Zimmermann. Denn der Main hat dort eine Engstelle.

Viel los auf Engstelle im Main

"Wenn sich hier zwei Güterschiffe begegnen, müssen sie sich absprechen", sagt Sven Zimmermann. An dieser engen Stelle sind aber nicht nur Frachtschiffe unterwegs. Auf dem Wasser rudern, paddeln und schwimmen unzählig viele Leute. Sie liegen auf Luftmatratzen oder fahren mit Motorbooten den Main entlang. "Wenn viele Menschen beieinander sind, bleibt es natürlich nicht aus, dass es Probleme gibt – zum Beispiel mit der Einhaltung der Verkehrsregeln", sagt Zimmermann. Immer wieder ereignen sich Unfälle mit Sportbooten und der gewerblichen Schifffahrt.

Wasserschutzpolizei kontrolliert Alkoholkonsum

An der Engstelle zwischen Randersacker und der Alten Mainbrücke kam es bereits vor zwei Wochen zu zwei Unfällen zwischen Schlauchbooten und Ruderern. Beide Male wurden die Ruderboote gerammt. Außerdem kam es dort zu einem "Beinaheunfall" zwischen einem vermieteten Hausboot und einem Güterschiff. Die 18-jährige Bootsführerin war alkoholisiert und steuerte in den Kurs eines über hundert Meter langen Frachtschiffs, das einen Zusammenstoß nur durch ein Notmanöver gerade noch abwenden konnte.

Um so etwas zu verhindern, achte die Wasserschutzpolizei bei ihrer Streife vor allem auch auf die Fahrtüchtigkeit der Bootsführer und führe Alkoholtests durch. Zimmermann sagt, dass Alkoholkonsum auf dem Main genauso problematisch sei wie im Straßenverkehr. "Auch hier gilt die 0,5 Promille-Grenze."

Keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Main

Doch auf dem Main gleichen nicht alle Regeln denen im Straßenverkehr. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt es hier zum Beispiel nicht – abgesehen von zwei Ausnahmen: Auf dem Altmain dürfen Boote maximal zehn Kilometer pro Stunde fahren und bei dem Schleusenkanal bei Gerlachshausen gibt es eine Begrenzung von acht Kilometern pro Stunde.

Trotzdem müssen sich auch Motorboote, die oft sehr schnell unterwegs sind, an Regeln halten. Anstelle einer Geschwindigkeitsbegrenzung gibt es die Vorschrift: Jeder Bootsführer darf nur so schnell fahren, dass er keine anderen gefährdet oder behindert. "Wenn hier einer mit Vollgas fährt, Wellen macht und ein kleineres Boot versenkt, dann handelt er genauso ordnungswidrig, wie wenn er eine Geschwindigkeitsbegrenzung überschreitet", sagt Zimmermann.

Auch Schwimmer müssen sich an Regeln halten

Dass so viel los ist auf dem Main, sei vor allem für Schwimmer sehr gefährlich. "Prinzipiell darf man durch den Main schwimmen. Wir raten jedoch dringend davon ab, weil die Gefahr sehr groß ist, dass Fahrzeuge Schwimmer übersehen. Das kann schnell zu tödlichen Unfällen führen", sagt Zimmermann. Genau wie Boote, müssen sich auch Schwimmer an die sogenannte Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung halten.

Für Badende bedeutet das, dass sie im Bereich von Schleusen und Brücken nicht schwimmen dürfen. Außerdem dürfen sie Boote, die in Bewegung sind, nicht behindern.

Gefahren auf dem Main werden unterschätzt

Sven Zimmermanns Anliegen ist es, dass alle den Main und das Mainufer genießen können. Er kann verstehen, dass die Leute auf dem Wasser sind: "Der Main ist ein wunderschönes Gewässer, die Leute wollen sich abkühlen. Das kann man ihnen nicht verübeln." Trotzdem unterschätzten viele Menschen die Gefahren. "Wenn jeder auf sich selbst aufpasst und Rücksicht auf andere nimmt, dann ist das ein richtig gutes Auskommen", sagt der Leiter der Wasserschutzpolizei.

© BR / Doris Bimmer

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