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Öltanker auf dem Rhein
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Sascha Hack
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Öltanker auf dem Rhein

Die Schiffe fahren "aktuell wieder unter Volllast", sagt beispielsweise Jürgen Lobig, Geschäftsführer der Erik Walther Mineralölgesellschaft in Schweinfurt. Drei Schiffe und ein Tankschubleichter der Firma seien zwischen Rotterdam/Amsterdam und Schweinfurt unterwegs, um Heizöl und Kraftstoff zu transportieren. Über 2.000 Tonnen Heizöl könnten die Schiffe aufnehmen. Das funktioniere aber nur, wenn der Rhein an seiner niedrigsten Stelle bei Kaub in Rheinland-Pfalz einen Pegel von über 1 Meter 80 hat. Dies sei aktuell der Fall.

Heizölpreis ist um 20 Prozent gefallen - aber wie lange?

Das hat auch Auswirkungen auf den Heizölpreis. Lag der am 8. November noch bei knapp 80 Cent pro Liter (plus Mehrwertsteuer), ist er jetzt auf rund 63 Cent pro Liter gefallen - ein Rückgang von gut 20 Prozent. Doch das Glück scheint nur von kurzer Dauer. Laut der Prognosen fallen die Wasserpegel bis nächste Woche wieder deutlich, und dann können die Schiffe wieder nur noch mit Teilbeladung fahren. Nach Angaben der unterfränkischen Mineralölhändler werden dann sehr wahrscheinlich auch die Preise wieder steigen.

Unterfränkische Händler spüren Verunsicherung der Hausbesitzer

Die Unsicherheit über die Heizölpreise spüren die Firmen Walther in Schweinfurt und auch Gensheimer in Randersacker. Immer wieder rufen dort Kunden an und erkundigen sich nach dem Preis. Weil der aber jetzt lange Zeit sehr hoch war – vor allem im Vergleich zu den vergangenen Jahren – schrecken die Hausbesitzer vor einer Bestellung zurück. Deshalb vermuten die beiden Händler, dass aktuell auch in den Heizöltanks der Privathaushalte die Pegelstände niedrig sind.

ADAC kritisiert Mineralölkonzerne

In Unterfranken liegen die Kraftstoff- und Heizölpreise deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Händler begründen das mit der schwierigen Versorgungssituation wegen der niedrigen Pegelstände auf dem Rhein. Der ADAC wiederum hat den Mineralölkonzernen vorgeworfen, die gesunkenen Ölpreise auf dem Weltmarkt nicht an die Verbraucher weiter zu geben. Trotz niedriger Pegelstände hätten die Preise schon lange gesenkt werden können, so der ADAC.