Der vertrocknete Aalbach in der Nähe von Bad Königshofen
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Wasserknappheit in Bad Königshofen: Jetzt ist Sparen angesagt

Wasserknappheit in Bad Königshofen: Jetzt ist Sparen angesagt

Extreme Trockenheit, sodass das Wasser knapp wird – mit diesem Problem kämpft derzeit die unterfränkische Stadt Bad Königshofen. Sie ist die am stärkste betroffene Stadt in ganz Bayern. Behördliche Anordnungen sollen zum Wassersparen verhelfen.

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Bad Königshofen gilt als die trockenste Stadt Bayerns. Das Trinkwasser ist dort so knapp, dass es nicht mehr für alles genutzt werden darf.

Der Klimawandel ist ein akutes und weltweit zu spürendes Problem. In Bayern trifft es besonders die Stadt Bad Königshofen im Landkreis Rhön-Grabfeld. Schon mehrmals ist Bad Königshofen die niederschlagsärmste Stadt in ganz Bayern gewesen – unter anderem in den Jahren 2018, 2019 und 2020. Auch heuer gibt es Probleme. Durch den fehlenden Regen vertrocknet nun die Landschaft, erklärt Jürgen Heusinger vom Wasserzweckverband Bad Königshofen. Nur 257 Liter pro Quadratmeter habe es in diesem Jahr seit Januar geregnet – und das in ganz Grabfeld. Infolge der Trockenheit können landwirtschaftliche Erzeugnisse nicht so wachsen, wie gewohnt. Die Zuckerrübe zum Beispiel werde nur so groß wie ein Tennisball. Auch seien vielfach tiefe Risse in den Böden zu finden.

Behördliche Anordnung zum Wassersparen

Wegen des großen Wassermangels hat der Wasserzweckverband Bad Könighofen eine behördliche Anordnung zum Wassersparen verhängt. Wer dagegen verstößt – zum Beispiel durch Befüllen eines Pools – muss mit einem Bußgeld von etwa 600 Euro rechnen. Kontrolliert werden Verstöße durch Heusinger und seine Kollegen – unter anderem durch Kontrollfahrten. Dank der heutigen technischen Ausstattung könne man genau nachvollziehen, wo größere Mengen Wasser abgezwackt werden. Auch Bürgerinnen und Bürger würden anrufen und Verstöße melden. Diese würden dann an das Landratsamt gemeldet.

Einheimische in Bad Königshofen finden Anordnung sinnvoll

Bei einer Befragung einzelner Bürgerinnen und Bürger in Bad Königshofen stellte sich heraus, dass die meisten für eine solche Anordnung und Einführung eines Bußgelds sind. Die Mehrheit ist sich einig: Trockenheit und damit auch Wassersparen betrifft alle. Doch noch sind laut Heusinger nicht alle Bürgerinnen und Bürger in Bad Königshofen über die neuen Anordnungen informiert. Er appelliert an alle: "Wasser sparen, wo es nur geht."

Weitere Möglichkeiten zum Wassersparen

Laut Jürgen Heusinger braucht es auch weitere Maßnahmen. Seiner Meinung nach müssten zum Beispiel alle Toilettenspülungen mit Regenwasser statt Trinkwasser betrieben werden. Das wiederum sollte vom Staat gefördert werden. Heusinger fordert daher finanzielle Unterstützung von Bund und Land.

Therme braucht täglich 35.000 Liter Trinkwasser

In anderen unterfränkischen Kommunen gibt es derzeit auch in Bädern zahlreiche Sparmaßnahmen. Auch das Gesundheits-und Erlebnisbad FrankenTherme in Bad Königshofen verbraucht jede Menge Wasser: Täglich sind es bis zu 35 Kubikmeter – also 35.000 Liter frisches Trinkwasser. Das bestätigt auch der Leiter der FrankenTherme Werner Angermüller. Der Bürgermeister von Bad Königshofen, Thomas Helbling (CSU), sagt jedoch: "Eine Schließung der Therme wäre die allerletzte Möglichkeit für die Stadt." Die Therme diene auch der Gesunderhaltung der Bürger.

Energiesparen durch Anbindung an Fernwasserleitung

Bürgermeister Helbling will weitere Schritte zur Energieeinsparung mit dem Kurdirektor besprechen. In Frage komme zum Beispiel eine Fernwasserleitung. Der erste Schritt wäre eine Anbindung an die 18 Kilometer entfernte Mellrichstädter Gruppe, so der Bürgermeister. Kosten könnte das 20 Millionen Euro, ein zweiter Schritt wäre der Anschluss einer großen Leitung nach Oberfranken, Kostenpunkt: 40 Millionen Euro, die Bad Königshofen als kleine Kommune nicht selbst stemmen könne. Bad Königshofen wäre dann auf finanzielle Hilfen des Freistaats angewiesen.

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