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Was tun, wenn die Zeitumstellung Kindern Probleme macht? | BR24

© BR/Alex Brutscher

Christian Uebler, Spezialist für Kinderschlafmedizin am Augsburger Josefinum

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    Was tun, wenn die Zeitumstellung Kindern Probleme macht?

    Sonntagnacht wird die Uhr auf Sommerzeit umgestellt - eine Stunde nach vorne. Kinder haben damit oft Probleme – ein Spezialist für Schlafmedizin macht Eltern nur wenig Hoffnung auf einen entspannten Übergang. Von Alex Brutscher

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    Dr. Christian Uebler ist Spezialist für Kinderschlafmedizin am Augsburger Josefinum. Laut ihm brauchen Kinder nach der Zeitumstellung schon mal eine Woche, um auf den neuen Biorhythmus umzustellen.

    "Man muss sich halt darauf einstellen, dass in den Tagen danach die Kinder vielleicht ein bisschen quengeliger sind, solang bis sich das wieder eingependelt hat. Das ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Bei manchen geht das ruckizucki, bei anderen dauert‘s ein bisschen länger." Christian Uebler, Spezialist für Kinderschlafmedizin am Augsburger Josefinum

    Umstellung auf Sommerzeit macht nicht nur Kinder müde

    Die meisten Menschen in Deutschland fühlen sich nach der Zeitumstellung müde und schwach. Das hat eine neue Studie des forsa-Instituts ergeben. 73 Prozent wünschen sich demnach, dass die Umstellung abgeschafft wird. Das EU-Parlament prüft derzeit eine Abschaffung der Sommerzeit. Der Bundestag lehnt sie bisher ab – also was unternehmen? Überraschend kommt die Zeitumstellung ja nicht, man könnte sich also doch darauf vorbereiten? Dr. Uebler glaubt nicht, dass das viel bringen wird.

    "Man könnt jetzt in der Woche davor sagen: Ok, jeden Tag 10 Minuten früher ins Bett und das schön systematisch, dann haben wir am Ende die Stunde gespart. Funktioniert aber deshalb nicht, weil wir noch weitere Taktgeber haben: Wir haben die Öffnungszeiten der Kindertagesstätten, wann die Tram fährt, wann‘s was zum Essen gibt, das heißt man müsste den ganzen Tag takten und nicht nur diese zehn Minuten früher ins Bett. Wenn wir sagen 'Oh morgen muss ich früh raus', dann geh ich heute früher ins Bett, dann liegt man erstmal wach im Bett, das heißt man muss den ganzen Tag verschieben und das funktioniert nicht im Alltag." Christian Uebler, Spezialist für Kinderschlafmedizin am Augsburger Josefinum

    Schlechte Stimmung bei Kindern nach Zeitumstellung

    Eltern sollten sich darauf einstellen, dass die ersten Tage nach der Zeitumstellung etwas zäh sein könnten und die Stimmung wegen des Schlafmangels wohl nicht so gut sein wird wie sonst. Der Kinderarzt rät, etwas mehr Zeitpuffer einzuplanen und soweit wie möglich das Tagesprogramm zu entzerren, damit Zeitfenster zum Entspannen bleiben.

    Zeitumstellung wirkt sich auf Unfälle und Krankheiten aus

    Uebler findet außerdem, dass das Thema im Moment arg hochgekocht werde. Zwar zeigen Unfallstatistiken laut Uebler, dass am Montag nach der Zeitumstellung durch Müdigkeit mehr Unfälle passieren, aber:

    "Wenn man ehrlich ist, stellt man fest, dass dann im Herbst, wenn die Stunde mehr ist, am Montag danach das Unfallrisiko geringer ist als im Schnitt und auch das Krankheitsrisiko – das heißt am Ende des Jahres bleibt es gleich." Christian Uebler, Spezialist für Kinderschlafmedizin am Augsburger Josefinum

    Kinderstation nach der Zeitumstellung

    Ähnlich nüchtern sieht Astrid Schörner der Zeitumstellung entgegen. Sie leitet eine Kinderstation im Josefinum und blickt pragmatisch auf das Wochenende: "Einfach Augen zu und durch. So ist es."