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Was tun mit Totholz nach Sturmschäden in den Wäldern? | BR24

© BR/Albrecht Rauh

Soll nach Stürmen in Wäldern aufgeräumt werden, oder lässt man das Holz besser liegen? Eine Studie der Uni Würzburg in Kooperation mit dem Forstbetrieb Ebern und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt soll darauf Antworten geben.

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Was tun mit Totholz nach Sturmschäden in den Wäldern?

Soll nach Stürmen in den Wäldern aufgeräumt werden oder lässt man das Holz besser kreuz und quer liegen? Eine Studie der Uni Würzburg in Kooperation mit dem Forstbetrieb Ebern und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt soll darauf Antworten geben.

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Eine Forschungsarbeit der Universität Würzburg in Kooperation mit dem Forstbetrieb Ebern und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt untersucht, ob Sturmschäden in den Wäldern aufgeräumt werden sollen oder das Holz stattdessen kreuz und quer im Wald liegen bleiben soll. In einem Waldstück bei Rauhenebrach (Lkr. Haßberge) wurden nach dem Sturm "Fabienne" insgesamt 20 Untersuchungsflächen geschaffen. Das Projekt läuft seit fast zwei Jahren. Erste Ergebnisse liegen bereits vor.

Umgestürzte Bäume helfen nachwachsenden Pflanzen

Der Sturm "Fabienne", der im September 2018 über Deutschland hinwegfegte, hatte auch im Steigerwald große Schäden hinterlassen. Der staatliche Forstbetrieb und die Universität Würzburg hatten daraufhin beschlossen, einen Teil der zerstörten Fläche für die Forschung zu nutzen. So wird auf verschiedenen Arealen das gesamte Totholz liegengelassen, nur das Stammholz entfernt, oder die Fläche komplett "gesäubert". Wie sich nach zwei Jahren Forschung jetzt zeigt, haben sich in der "aufgeräumten" Fläche hauptsächlich Büsche, Brennnesseln und Brombeeren angesiedelt.

Totholz schützt vor Wildverbiss

Lässt man das Totholz liegen, scheint es auch mit dem Nachwuchs an frischen Bäumen gut auszusehen. Durch die herumliegenden Stämme, Äste und Baumkronen, kommt das Wild nicht so leicht an die jungen Bäume heran. Diese können im Schutz des Totholzes heranwachsen. "Die Eichen, die wir im Wald gepflanzt haben, sind schon im ersten halben Jahr komplett verbissen. Dagegen ist der Verbiss in den 'verhauten Flächen' deutlich geringer", berichtet Wissenschaftler Simon Thorn von der Ökologischen Station am Biozentrum der Uni Würzburg.

Zahl der Vögel in den geräumten Flächen zurückgegangen

Der Biologe hat auch die Tierwelt im Blick: Wer ist wo im Wald noch aktiv? Dazu wird mit Fotofallen, aber auch mit Käfernachbildungen aus Knetmasse gearbeitet. Diese sollen Vögel anlocken, die auf Beute hoffen. Wie sich bislang bei den Erhebungen auch gezeigt hat, ist die Zahl der Vögel in den aufgeräumten Waldstücken zurückgegangen. "Es gibt viel weniger Totholz, dadurch haben wir auch viel weniger Strukturen auf den geräumten Flächen und dadurch haben wir dort auch weniger Vögel", so die Analyse des Wissenschaftlers.

Ziel: Handlungsempfehlungen nach Sturmereignissen

Die Ergebnisse der Studie sollen einen nachhaltigeren Umgang mit Störungsflächen in Laubwäldern aufzeigen. Insgesamt werden Daten auf rund 20 Untersuchungsflächen gesammelt und ausgewertet. Ziel soll sein, eine umweltverträgliche Waldentwicklung zu gewährleisten, ohne den wirtschaftlichen Nutzen zu vernachlässigen.

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