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Was tun für den Klimaschutz? Hier sind Ihre Tipps und Ideen | BR24

© BR24-Leser Bernd Olesch Klimaschutz: Ihre Tipps und Ideen

BR24-Leser Bernd Olesch auf seinem Pedelec

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Was tun für den Klimaschutz? Hier sind Ihre Tipps und Ideen

Gibt es Zahnpasta ohne Tube? Bringe ich zwei Getränkekästen auf einen Gepäckträger? Und wie heißt das Zauberwort für mehr Nachhaltigkeit? BR24-Leser haben uns ihre Tipps, Erfahrungen und Gedanken zum Thema Klimaschutz geschickt.

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"Man kann nichts tun, das eine Wirkung hat", schreibt uns S. Gfeller aus Chur (Schweiz) resigniert. Viele andere BR24-Leserinnen und -Leser machen sich dagegen Gedanken, wie sich Klima und Umwelt schonen lassen - und haben ihre Vorschläge mit uns geteilt. Diese zeigen, wie jeder im Alltag einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.

>>> Was machen Sie persönlich gegen den Klimawandel? Laden Sie hier Ihre Ideen hoch - als Text, Foto oder Video!

Eine kleine Auswahl der bisherigen Einsendungen:

Marie S. spart sich Verpackungsmüll

Marie S. aus München hat in ihrem Alltag schon viel umgestellt. Gut findet sie, dass es in einigen Bio-Märkten neuerdings die Möglichkeit zum verpackungsfreien Einkauf gibt: Nüsse, Nudeln und Reis, aber auch Flüssiges wie Spül- und Waschmittel kann man sich dort inzwischen selbst abfüllen.

© BR24-Leserin Marie S.

Unverpackt und trotzdem hygienisch frisch: die Selbstabfüllstation in einem Bio-Supermarkt

Und sonst?

"Ich kaufe zu 90 % Bio-Lebensmittel und nur noch Eier der Bruderhahn-Initiative, wo auch die männlichen Küken großgezogen werden. Ich bin außerdem seit zehn Jahren Vegetarierin (....). Ich besuche Repair-Cafes und kaufe auch fast abgelaufene Lebensmittel und z. B. Obst und Gemüse mit einer Delle oder krummen Form. Ich habe Wildblumen ausgesät und habe ein Insektenhotel aufgestellt."

Tanja Kaiser verbindet Gewissen und Geschmack

Was die Einsendungen zeigen: Unabhängig von den großen Entscheidungen, die in der Politik jetzt anstehen, suchen viele Menschen nach Wegen, mit ganz kleinen Dingen etwas zum Umweltschutz beizutragen.

"Das Eis in der Waffel essen und nicht im Becher! Das spart Müll und somit schmeckt's gleich noch viel besser, denn man kann das Eis ohne schlechtes Gewissen genießen!" BR24-Leserin Tanja Kaiser
© BR24-Leserin Tanja Kaiser

Inzwischen restmüllfrei verputzt: Tanja Kaisers Eis vom Wochenende

Christian Kuchlmeier drückt nicht mehr auf die Tube

"Seit ein paar Tagen teste ich feste Zahnputz-Tabletten und bin damit sehr zufrieden. Gefunden habe ich sie auf unserer Urlaubsreise in Hamburg", schreibt Christian Kuchlmeier aus Bruckmühl. "Während meiner Urlaubszeit habe ich mich nach einer Alternative zu Shampooflaschen erkundigt und habe mir festes Shampoo bestellt, welches ich aber erst noch testen muss. Bei beiden entfällt die aufwändige Plastikverpackung."

Susanne Friedrich seift sich ein

"Seife statt Duschgel" lautet der Tipp von Susanne Friedrich aus Schweinfurt: "Spart viel Plastik und CO2 bei der Herstellung." Außerdem empfiehlt sie, den PC im Büro abends auszuschalten, statt ihn im Standby-Modus zu lassen.

Horst Glaser kann auch der Zeitung von gestern etwas abgewinnen

"Fast alle Bewohner unseres Hochhauses werfen ihren Biomüll in Plastiktüten verpackt in die braune Biotonne, anstatt Papiertüten zu verwenden", beklagt Horst Glaser aus Rehau. "Wir wickeln unseren Biomüll in alte Zeitungen, das geht genauso gut und ist umweltfreundlich."

Claudia Richter vermeidet Müll

Die Familie von Claudia Richter aus Kirchheim bei München setzt auf Shampoo ohne Plastik, unverpackte Seifen und versucht auch sonst, Verpackungsmüll zu vermeiden. "Die Kinder haben in der Schule klassische Brotzeitdosen dabei - ohne Einwegverpackung."

Ein "großes Ärgernis" sind für sie Brotverpackungen in vielen Bäckereien: "Während vielerorts auf Plastik verzichtet wird, gibt es zu jedem Brot sogenannte 'Brotseide' dazu (...), eine Kombi aus Papier und Plastik. Wenn man sowas überhaupt braucht, kann es viele Male wieder verwendet werden und sollte nur auf Nachfrage ausgegeben werden. Ich vermute, die wenigsten Nutzer reißen das Ganze auseinander und trennen es ordentlich, sondern es landet im Restmüll."

Theresa Jahn trinkt ihren Kaffee zu Hause

Auf Facebook schreibt uns Theresa Jahn, wie sie Müll vermeidet: "Kaffee zu Hause in Ruhe trinken und auf To-go-Becher verzichten. Oder Joghurt und andere Milchprodukte im Glas Kaufen. Und beim Bäcker z. B. mit einer sauberen Baumwolltasche Semmeln kaufen.

Bernhard Stache hat seinen eigenen Coffee-to-go-Becher immer dabei, verzichtet weitgehend auf Plastiktüten, hat kein Gefrierfach im Kühlschrank und besitzt keinen Wäschetrockner.

Hans Rossmann und Günther Rommerskirchen lassen Blumen sprechen (und Bienen leben)

Streng genommen kein Beitrag zum Klimaschutz, aber gut fürs Binnen- und Bienenklima: Hans Rossmann aus Gosselrshausen hat eine lang nicht genutzte Fläche in eine Blumenwiese verwandelt: acht Quadratmeter, dutzende Blüten, unzählige Bienen und Wespen.

© BR24-Leser Hans Rossmann

Statt Brachland: eine neue Blumenwiese

Auch im Garten von Günther Rommerskirchen aus Gröbenzell summt es - wie sein kleines Video beweist.

© BR24-Leser Günther Rommerskirchen

Günther Rommerskirchens Mohnblumen: ein Insektenparadies (Video)

Martin Karl radelt zur Arbeit

"Jeden Tag, Sommer wie Winter, mit dem Rad zur Arbeit. 87 mal bereits dieses Jahr - bei Schnee und Eis, Regen und Sonnenschein", schildert Martin Karl aus Riemerling.

© BR24-Leser Martin K.

Bei Sonne radelt er lieber, doch auch Schnee bringt ihn nicht vom: Sattel BR24-Leser Martin K. als Schattenriss

Ähnliches schreiben uns auch viele andere Leserinnen und Leser. Bernd Olesch aus Erlangen ist von vier auf zwei Räder umgestiegen: "Ich habe mir vor ca. 2,5 Monaten ein Pedelec gekauft. Seitdem fahre ich kaum noch mit dem Auto (nur noch zum Einkaufen und wenn wirklich schlechtes Wetter ist). Zwischenzeitlich habe ich rund 1.200 km mit dem Fahrrad zurück gelegt, nebenbei fünf Kilo abgenommen, und es macht mir auch noch super viel Spaß."

Ralf Roschlau aus Lauffen am Neckar rät, jeden zweiten Weg zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen: "Konsequent durchhalten! Egal, wie schlecht das Wetter oder wie 'schwer' die Einkäufe sind."

Stephan Lohde hat den Stau verlassen

Stephan Lohde aus Fürstenfeldbruck hat sogar ausgerechnet, wie das Radeln der Umwelt nützt - und ihm persönlich:

"Ich fahre seit April 2018, anfangs jeden zweiten, inzwischen jeden Tag, mit meinem S-Pedelec zu meiner Arbeitsstelle nach München (29,8 km), anstatt wie bisher das Auto zu nehmen. Dadurch konnte ich 6.500 km im Auto einsparen (knapp 1 Tonne CO2). Stau interessiert mich nicht mehr, und ich weiß auf die Minute genau, wann ich ankomme." Meistens sei er sogar schneller als andere Pendler mit dem Auto. "Willkommener Nebeneffekt ist, dass ich 12 Kilo abgenommen habe, ohne, dass ich meine Ernährung umgestellt habe :-)"

© BR24-Leser Stephan Lohde

Früher stand er rechts der Leitplanke im Stau, heute hat Stephan Lohde auf dem Radweg links freie Fahrt

Thomas Holzmann lädt sein E-Bike mit Strom vom Dach

Thomas Holzmann aus Donaustauf setzt ebenfalls auf ein elektrisch unterstütztes Zweirad: "Radfahren mit dem E-Bike kann die Nutzungshäufigkeit und den Aktionsradius deutlich vergrößern. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Der Akku wird mit Strom vom eigenen Dach geladen."

Holzmann beobachtet mit großer Sorge, dass in den vergangenen Jahren die meisten Häuser ohne Photovoltaik-Anlage gebaut worden seien - seit die Regierung die Förderung drastisch gekürzt habe. Er selbst schwört auf den Strom vom eigenen Dach: "Es ist ein tolles Gefühl, 8.000 Kilowattstunden Strom im Jahr zu produzieren (mit unserem Ost-West-Dach einer Doppelhaushälfte)."

Manuel Freitag ist auf 100 - und spart damit ordentlich Benzin

Wer nicht aufs Fahrrad umsteigen kann, sollte zumindest sein Tempo drosseln, findet Manuel Freitag aus Kissing. Das spart Benzin und Nerven:

"Freiwillig Tempo 100 auf der Autobahn: Von 7,3 l auf 5,5 l Benzin pro 100 km. Reichweite jetzt wie beim Diesel, und der Spurwechselstress ist auch weg."

© BR24-Leser Manuel Freitag

Die Tankanzeige von Manuel Freitag

Martina Schmid hat eine Marktlücke entdeckt

Martina Schmid aus Penzberg holt sogar Getränkekästen mit dem Fahrrad:

"Dafür ist ein 'Aufhänger' für den Gepäckträger sehr praktisch, mit dem man zwei Kästen transportieren kann. Dieses Exemplar war vor über 20 Jahren mal bei einem Versand erhältlich - inzwischen habe ich es als Serienartikel leider nirgends mehr gefunden. M. E. eine echte Marktlücke!"

© BR24-Leserin Martina Schmid

Ein Tragerl rechts, eins links: Gut, dass Martina Schmid sich die praktische Transporthilfe schon vor 20 Jahren zugelegt hat.

Rüdiger Müller aus Fürth macht sich Gedanken über Mobilität

"Ich verzichte nahezu vollständig auf das Flugzeug. Ich bin fast 60 und habe bisher zwei Fernreisen unternommen (Kuba und USA), obwohl ich mir mehr leisten könnte. Flüge für 20 - 40 Euro empfinde ich als obszön, zumal die auch oft von besser Betuchten gewählt werden. Ich fahre oft auch mit dem Rad in die Arbeit, was 25 km einfach bedeutet, fit hält, aber wegen des Autoverkehrs nicht ungefährlich ist. Ich boykottiere parallel den ÖPNV, weil er zu teuer ist. Käme endlich das 365-Euro-Ticket, könnte ich das Auto abschaffen."

Viele BR24-Leser heben nicht mehr ab

Auch zahlreiche weitere User berichten, dass sie der Umwelt zuliebe keine Flüge mehr buchen. "Ich verzichte seit 20 Jahren auf Flugreisen und mache Urlaub zur Entschleunigung meistens zu Hause oder in der Umgebung", schildert beispielsweise Marie S. aus München. Und Maria Silbereisen schreibt auf Facebook über ihren Beitrag zum Klimaschutz unter anderem: "Keine Flugreisen und Kreuzfahrten, daheim in Bayern ist es am schönsten."

Ute Weber verrät ihr Zauberwort

"Ich finde, wir sollten das Zauberwort mit 'V' in unser Leben einbauen: Verzicht!! Auf allen Ebenen. Natürlich helfen manchmal auch neue Technologien, aber oft entsteht nur neuer Müll. Und das Ziel ist mehr, die Wirtschaft anzukurbeln als unsere Lebensgrundlagen zu sichern. Aber was soll das, eine blühende Wirtschaft auf einem sinkenden Schiff?"

Beatrice Jäger und Elfriede Feicht setzen auf Holz

Die Augsburgerin Beatrice Jäger kümmert sich als Försterin beruflich um "einen der wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe unserer Heimat", wie sie schreibt: "Holz ist einer der bedeutendsten CO2- Speicher, die wir beeinflussen können. Indem wir unseren Wald nachhaltig bewirtschaften, die Waldfläche mehren und Holz in Form langlebiger Produkte wie z. B. Möbel verwenden, können wir und damit jeder von Euch etwas für das Klima tun."

© BR24-Leserin Beatrice Jäger

Försterin Beatrice Jäger im Wald

Ähnlich sieht es auch Elfriede Feicht aus Dingolfing: Es gebe keinen besseren, nachwachsenden Rohstoff als Holz. Sie empfiehlt daher: "Für alles, was irgendwie geht - ja, auch Möbel und ja, auch Häuser - Holz verwenden! Unser einheimisches Holz. Wir brauchen kein Tropenholz für die Terrassenmöbel. Lärche und Kiefer hält allemal so lange und muss nicht über den Ozean hertransportiert werden."

Forderungen an Politik und Industrie

Der Forderungskatalog unserer Leser an Politik und Industrie: eine Treibstoffabgabe für Flüge, mehr Ehrgeiz bei der Energiewende und "ehrliche", sauberstmögliche Verbrennungsmotoren statt blumiger Zukunftsversprechungen auf E-Autos. Und Klaus Richter aus Kirchheim wirft die Frage auf, warum bei der Einführung gesellschaftsverändernder Technologien die Folgekosten für die Zukunft nicht mit berechnet werden:

"Automobilkonzerne haben betrogen – wer berechnet und zahlt den entstandenen Umweltschaden? Kosmetikfirmen setzen seit Jahrzehnten den Pflegeprodukten Mineralölprodukte bei – wer zahlt den Schaden? Aktuell wird man z. B. mit Streamingangeboten bombardiert – wer zahlt die Folgekosten dieser Technologie?"

Selbermachen statt auf andere warten!

Was sich auch zeigt: viele haben mit der Verhaltensänderung schon angefangen, nämlich bei sich selbst - was Markus Sendlinger aus Pocking sich von allen wünscht:

"Ich bin der Überzeugung, dass wir alle in einer Zeit leben, in der jeder Mensch - ganz allein - sein eigenes Verhalten in allen Bereichen hinterfragen sollte und es dementsprechend optimiert. Es ist oft nicht leicht in dieser lauten Welt. Da muss man halt mal allein in der Natur wandern."
© BR24-Leser Markus S.

Auszeit daheim am Inn statt auf Mallorca. Zwar mit Feuerchen, aber dafür kerosin- und plastikfrei.

Der Gesetzgeber könne nicht alles regeln, ist Markus Sendlinger überzeugt: "Von Zeit zu Zeit ist auch mal der gesunde Menschenverstand gefragt." Die meisten Menschen zeigten ja gerne mit dem Finger auf andere Leute. "Und genau da liegt der Hund begraben: Immer sind es die anderen, und dabei kann doch jeder Mensch seinen Teil dazu beitragen."

Konkretes Beispiel des BR24-Lesers: "Nach wie vor frei entscheiden, ob ich im Supermarkt ein biologisch abbaubares Geschirrspülmittel oder einen Chemiedreck kaufe. Es ist - ganz allein - meine Entscheidung!"

Birgit Hufnagl dichtet

Birgit Hufnagl aus Eglharting schickte ein gereimtes Gedicht zum Thema Klima. Es schließt mit den Versen:

"Wenn jeder versucht, die Umwelt zu schützen / wird dies gewiss ebenso dem Klima nützen."

Herzlichen Dank allen, die mitgemacht haben - auch denen, die wir nicht berücksichtigen konnten!