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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Stefan Puchner

Bayern bekommt keinen grünen Minister in der Bundesregierung. Anton Hofreiter musste ja zurücktreten für Cem Özdemir. Dennoch klingen viele Stimme an der Basis der bayerischen Grünen optimistisch und loben den Koalitionsvertrag.

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Was sagt Bayerns Grünen-Basis zum Koalitionsvertrag?

Bei der Verteilung der Ministerposten in der neuen Ampel-Koalition hat es bei den Grünen kräftig geknirscht. Inzwischen sind die Ämter vergeben. Nun kann die Basis auch in Bayern sagen, was sie von den Personalentscheidungen und dem Vertrag hält.

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Peter  KvetonPeter Kveton
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Die bayerische Grünen-Landeschefin, Eva Lettenbauer, ist mit dem Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung in Berlin äußerst zufrieden. Der Vertrag zeige, dass Klimaschutz nicht mehr zerredet, sondern umgesetzt werde. Sie glaubt, dass der Aufschwung für Solar- und Windenergie vor allem für Bayern eine dringend notwendige Chance bietet.

Lettenbauer blickt auch optimistisch auf die Mitgliederbefragung. Sie ist sich sicher, dass der ausgehandelte Koalitionsvertrag bei den bayerischen Grünen auf eine breite Mehrheit stoßen wird.

Lebensgrundlagen für Enkelkinder erhalten

Der Tegernseer Karl Bär war bis vor Kurzem ein Vertreter der Basis, jetzt sitzt er im Bundestag. Auch er ist mit dem Ampelvertrag zufrieden und lobt vor allem die ökologischen Vorhaben. Das sei wichtig, um die Lebensgrundlagen für Kinder und Enkelkinder zu erhalten. Er hätte sich nur ein paar größere Ministerien für die Grünen gewünscht - zum Beispiel das Verkehrs- und das Finanzministerium.

Kompromisse müssen in einer Koalition sein

Christina Wildberger dagegen ist Teil der Basis. Die Projektmanagerin aus München-Großhadern glaubt allerdings nicht, dass es bei der Mitgliederbefragung so einfach wird. Aber eine Koalition bedeute natürlich auch, dass jede Partei Abstriche machen müsse und nicht jeder seine Themen zu 100 Prozent durchbekomme.

Warum wird Anton Hofreiter nicht Minister?

Peter Heilrath ist Patentanwalt in München-Giesing. Auch er ist grundsätzlich zufrieden mit den Inhalten, aber nicht unbedingt mit dem Personaltableau. Dass der aus Bayern stammende Anton Hofreiter als Vorsitzender der Bundestagsfraktion kein Ministeramt bekomme, sei schon bitter für den hiesigen Landesverband. Aber das liege wohl an dem großen Angebot an kompetenten Leuten. Auch mit Cem Özdemir als Minister sei er einverstanden.

War Geltungsbedürfnis im Spiel?

Karl Bär aus dem Landkreis Miesbach findet es nicht das Problem, dass Hofreiter zurückstecken musste, sondern ihn stört die Art und Weise, wie es dazu gekommen ist. Er glaubt, dass dabei das Geltungsbedürfnis von Einzelpersonen eine Rolle gespielt habe. Auch Christina Wildberger hält viel von Hofreiter und hofft, dass er Fraktionschef bleibt, damit Bayern eine starke Stimme auf Bundesebene behält.

Landeschefin Eva Lettenbauer dagegen äußert - trotz mehrmaliger Nachfragen - keinerlei Enttäuschung oder Kritik. Sie freue sich über die jetzt bestimmten Ministerinnen und Minister und ich ist sich sicher, dass sie als Team einen guten Job machen werden. Besonders freue sie als Bayerin, dass Claudia Roth Kulturstaatsministerin wird.

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Die Ampel steht noch nicht ganz. Denn noch ist bei den Grünen die Zustimmung der Basis gefragt. Gestern Abend hatte der Vorstand überraschend Ex-Parteichef Özdemir als Landwirtschaftsminister vorgeschlagen.

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