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Was passiert mit den Galeria-Karstadt-Kaufhof Immobilien? | BR24

© picture alliance / Winfried Rothermel

Auch die Filiale von Galeria-Karstadt-Kaufhof in München am Karlsplatz / Stachus ist von der geplanten Schließung betroffen

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    Was passiert mit den Galeria-Karstadt-Kaufhof Immobilien?

    Sechs bayerische Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filialen sollen schließen. Was passiert danach mit den Gebäuden? Experten gehen von mehr Mischnutzung aus. Gerade in München könnten aber auch Konzerne mit neuen Konzepten in die Innenstadt drängen.

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    Von
    • Simon Plentinger

    In der Münchner Innenstadt befinden sich gleich mehrere Kaufhaus-Filialen in unmittelbarer Nähe. Das Angebot an Einkaufsmöglichkeiten ist groß. Doch die Menschen shoppen auch immer mehr im Internet. Einzelhandelsexperten haben deshalb schon länger vermutet, dass sich langfristig nicht alle Filialen halten werden. Auch wird die Nachfrage nach den ganz großen Flächen etwas geringer. Die Mehrheit der Mieten für Einzelhandelsimmobilien sinkt.

    Die Corona-Krise habe diesen Prozess jetzt nur beschleunigt, heißt es. Doch es bleibt die Frage, was mit den Gebäuden nach einer Schließung passieren könnte - wie etwa bald, wenn drei der Filialen von Galeria-Karstadt-Kaufhof in München geschlossen werden.

    Andere Nutzung erfordert oft radikalen Umbau

    Das veränderte Einkaufsverhalten verändert auch die Innenstädte. Zu diesen Entwicklungen forscht Professor Alain Thierstein an der TU München. Er sieht in den freiwerdenden Immobilien in der Innenstadt eine Chance: Wenn man es kreativ angehe, könnten ganz unterschiedliche Angebote zusammen unterkommen. Denkbar wären laut Thierstein etwa sogenannte Pop-Up-Stores, Designer-Shops, Nahversorgung, aber auch soziale Treffpunkte, Kultur und Gastronomie unter einem Dach.

    Doch dafür muss man die großen Gebäude auch radikal umbauen und neu aufteilen – unterschiedliche Räume schaffen. Wichtig sei dafür aber auch, Regelungen zu lockern, um zum Beispiel bei der Nutzung des Erdgeschosses und der Flächen vor den bisherigen Schaufenstern mehr möglich zu machen. Doch ist diese Vision auch realistisch?

    Mischnutzung in kleineren Städten wahrscheinlich

    Die Firma Comfort vermakelt seit Jahrzehnten Einzelhandelsimmobilien in Bestlagen in den deutschen Innenstädten. Dafür betreiben Makler Thorsten Sondermann und seine Kollegen auch viel Marktforschung.

    Sondermann hält eine Mischnutzung – Gastronomie, Kultur, Einkauf, Büro unter einem Dach – für viele der frei werdenden Häuser für denkbar. "Weil auch die Investoren immer mehr verstehen, dass diese Häuser extrem viel Potential haben, weil die Lagen meistens sehr gut sind, sehr zentral und die Anlieferungsmöglichkeiten auch sehr gut sind", sagt er.

    Der Makler glaubt, dass vor allem die ehemaligen Kaufhäuser in kleineren und mittleren Städten in Zukunft gemischt genutzt werden.

    Auch denkbar: ein Ikea mitten in München

    In der Metropole München könnten aber auch Großkonzerne mit neuen Konzepten in die Innenstadt drängen, die dort bisher eher nicht vertreten waren. Sondermann spricht in diesem Zusammenhang etwa von der Baumarkt-Kette Obi oder dem Möbelhaus Ikea, das bisher ja eher Filialen am Stadtrand betreibt – mit großen Parkflächen, ausgelegt für die Anfahrt mit dem Auto und das direkte Mitnehmen von Möbeln.

    Doch gerade das schwedische Möbelhaus wolle neue Wege gehen, das bestätigen mehrere Experten: Filialen mitten in der Stadt, auch für eine jüngere Zielgruppe ohne eigenes Auto erreichbar. Dann mit einem Schwerpunkt auf Beratung, kombiniert mit Gastronomie und anderen Anbietern. Laut Makler Sondermann gibt es so etwas zum Beispiel schon in Hamburg, wo ein großes Haus umgenutzt wurde.

    OB Reiter will sich für Erhalt einsetzen

    Wie die Pläne etwa für die Immobilie von Galeria-Karstadt-Kaufhof am Stachus in München tatsächlich aussehen könnten, dazu wollen sich zum jetzigen Zeitpunkt aber weder der Vermieter, der Münchner Unternehmer Michael Zechbauer, noch Vertreter der Stadt äußern. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter will sich erst noch dafür einsetzen, die Filiale und die damit die Arbeitsplätze der Mitarbeiter doch noch möglichst lange zu erhalten.

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