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Verantwortungsbewusst sein, sich gerne für andere Menschen einsetzen, Durchhaltevermögen haben. Und auch wissen, was Politiker tun dürfen und was nicht. Das halten junge politisch Aktive für wichtige Voraussetzungen von Politikern.

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Was man können muss, um Politik zu machen

Verantwortungsbewusst sein, sich gerne für andere Menschen einsetzen, Durchhaltevermögen zeigen. Und wissen, was Politiker tun dürfen und was nicht. Das halten junge politisch Aktive für wichtige Voraussetzungen von Politikern.

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Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein, Durchhaltevermögen, Ehrlichkeit, Offenheit, Durchsetzungsvermögen, Leidenschaft und viel Fachwissen - das sind die wichtigsten Voraussetzungen von Politikern. Zu diesem Ergebnis kam das Team des BR-Social-Media-Projekts "DemokraWie?" bei seinem Besuch in Augsburg. Die jungen BR-Journalisten trafen dort auf die Kreisvorsitzende der Jungen Union Augsburg-Ost und auf die Pressesprecherin der örtlichen Fridays-For-Future-Bewegung.

Einsatz für andere statt für das Ego

Als wichtige Voraussetzung für das Engagement in der Politik nennt die JU-Politikerin Veronika Hintersberger: "Verantwortungsbewusstsein haben, in dem Wissen, dass man sich für andere Leute einsetzt und nicht nur den eigenen Interessen folgt." Das könne aber nicht bedeuten, dass man jedem nach dem Mund redet, sondern auch sage: "So schaut es aus, aber ich versuche mich trotzdem einzusetzen", betont die Augsburger JU-Vorsitzende.

Mit Leidenschaft für die eigene Stadt engagieren

Gefragt nach wichtigen Charaktereigenschaften für alle, die Politik machen, sagt die 27-Jährige: Man müsse ehrlich, offen und engagiert sein. Und man müsse sich mit Leidenschaft für seine Stadt oder Gemeinde engagieren wollen.

"Man muss ehrlich sein, offen, engagiert. Und man muss eine gewisse Leidenschaft und Herzblut dabei haben, sich für seine Stadt zu engagieren." Veronika Hintersberger, Junge Union Augsburg-Ost

Einfühlungs- und Durchhaltevermögen

Die 15-jährige Sarah Bauer engagiert sich seit einem Jahr bei der Fridays-For-Future-Bewegung in Augsburg. Sie hat es bereits zur Sprecherin ihrer Gruppe gebracht. Ihre Erfahrung nach etlichen Demonstrationen ist: Es brauche Einfühlungsvermögen und einen richtigen Umgang mit Menschen. Außerdem müsse man über Durchhaltevermögen verfügen und "einiges abkönnen, wenn man zum Beispiel Anfeindungen bekommt von Fremden, die einem begegnen während man eine Kundgebung macht", sagt Bauer. Sie versuche, die Beweggründe und das Verhalten von Menschen zu verstehen. Ihr sei aber auch klar geworden, dass für politische Arbeit als Handwerkszeug ein gewisses Fachwissen nötig ist.

"Auf der einen Seite muss man Menschen verstehen. Und auf der anderen Seite braucht man das Fachwissen: Was darf ich machen, was darf ich nicht machen? Was steht in unserer Verfassung?" Sarah Bauer, Fridays For Future Augsburg

Nach Einschätzung der jungen Fridays-For-Future-Aktivistin müsse man als Politikerin oder Politiker "in allen Bereichen super gut sein". So sei es wichtig, gut reden zu können. Denn: "Erwachsene nehmen einen nicht ernst, wenn man sich nicht klar ausdrücken kann", meint Sarah Bauer. Als weitere Qualifikationen, die man beherrschen müsse, nennt sie: Möglichst keine Fehler machen, durchsetzungsstark sein, aber auch die Fähigkeit besitzen, Fehler einzugestehen.

Politikstudium nicht unbedingt nötig

Auf die Frage, ob es denn ein Studium der Politik oder der Rechtswissenschaften brauche, um erfolgreich Politik zu machen, bekommt DemokraWie-Moderatorin Tyra Webster keine Ja- oder Nein-Antwort. Die Vorsitzende der Jungen Union Augsburg-Ost will sich da nicht festlegen. Alle Berufsqualifikationen seien wichtig und gefragt, sagt Veronika Hintersberger. In die Politik solle sich jeder gemäß seiner Berufs-Profession einbringen. Es sei ein Merkmal von Demokratie, dass sich Menschen von verschiedenen Berufsfeldern sachkundig in politische Debatten einbringen.

"Das ist für mich Demokratie: dass man die Möglichkeit hat, sich von jedem Berufsfeld zu engagieren. Das ist ja auch wirklich das Wichtige, dass man wirklich die ganze Bevölkerung repräsentiert. (…) Man muss miteinander was bewegen, dann geht es auch voran." Veronika Hintersberger, Junge Union Augsburg-Ost

Was man als Aktive oder Aktiver in der Politik aber auf jeden Fall mitbringen solle, ist nach Ansicht der JU-Frau: "Spaß haben, sich für seine Stadt oder Gemeinde zu engagieren." Außerdem müsse man gern mit Menschen zusammenkommen wollen. "Und man muss ein Stück weit auch leidensfähig sein, weil das, was man auch als 'nur Engagierter ohne Mandat' manchmal zu hören bekommt, das ist nicht immer einfach", weiß auch Veronika Hintersberger zu berichten.

Das Social-Projekt "DemokraWie?" wird auf dem Instagram-Kanal von BR24, in der App von BR24 sowie auf Facebook veröffentlicht. Ziel des BR-Projekts ist es, junge Menschen zu erreichen, die sich bislang kaum für Politik interessieren oder ihr wenig zutrauen. Deshalb können alle DemokraWie-Beiträge auch kommentiert werden.

Auch zu diesem Artikel können Leserinnen und Leser Kommentare abgeben. Nämlich zur Frage des DemokraWie?-Teams: Sollte man für's Politikmachen erst Fachkenntnis erwerben oder reicht für Politik-Interessierte schlicht "Learning by doing"?

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