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Was krabbelt und fliegt da? Insektenzählung startet | BR24

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33.000 Insektenarten krabbeln und fliegen in Deutschland - doch wie häufig kommen sie angesichts des Insektensterbens tatsächlich noch vor? Das wollen Naturschützer mit einer bundesweiten Zählaktion herausfinden, bei der jeder mitmachen kann.

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Was krabbelt und fliegt da? Insektenzählung startet

Unter dem Motto "Zählen, was zählt" können Naturinteressierte in Bayern ab heute wieder Insekten dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) melden. Der Schwerpunkt der Aktion liegt dieses Mal auf Schmetterlingen.

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33.000 Insektenarten krabbeln und fliegen in Deutschland - doch wie häufig kommen sie angesichts des Insektensterbens tatsächlich noch vor? Das wollen Naturschützer mit einer bundesweiten Zählaktion herausfinden, bei der jeder mitmachen kann.

Gezählt werden kann bis zum 9. August alles, was sechs Beine hat. Der Schwerpunkt der zweiten Zählaktion des Landesbund für Vogelschutz (LBV) und seines Partners, dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), liegt in diesem Sommer auf Schmetterlingen. Schmetterlinge sind nach Käfern die artenreichste Insektenordnung überhaupt. Insgesamt umfasst die Schmetterlings-Fauna in Deutschland mehr als 3.700 Arten. 190 davon gehören zu den Tagfaltern.

"In der ersten Zählung des Insektensommers haben sich hauptsächlich die bekannten Arten gezeigt, also der Admiral, der Kleine Kohlweißling, das Tagpfauenauge, aber auch der Zitronenfalter." LBV-Sprecherin Stefanie Bernhardt
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LBV-Sprecherin Stefanie Bernhardt

Insektensterben betrifft auch Schmetterlinge

Das große Insektensterben betrifft übrigens auch Schmetterlinge. Rund die Hälfte aller Schmetterlingsarten sind nach Angaben des LBV vom Aussterben bedroht, bereits ausgestorben oder verschwunden. Das Bundesamt für Naturschutz meldet, dass bereits mindestens 60 Schmetterlingsarten in Deutschland vollständig ausgestorben sind. 494 weitere Arten seien vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet.

Lebensräume verschwinden

In den letzten 27 Jahren nahm die Biomasse der Insekten um 75 Prozent ab. Gründe dafür sind unter anderem Insektizide oder auch die Tatsache, dass immer mehr Lebensräume verloren gehen, weil Flächen erschlossen und zugebaut werden. "Der Hochmoor-Bläuling zum Beispiel findet durch die Verluste der Moorgebiete einfach weniger Lebensraum“, sagt Bernhardt.

Zählhilfe auf der LBV-Seite

Wer Insekten zählen möchte, sollte sich einen sonnigen, warmen Tag aussuchen, dann sind besonders viele Schmetterlinge unterwegs. Gezählt werden kann auf dem Balkon, im Garten, im Wald oder auf der Wiese, natürlich nicht nur Schmetterlinge, sondern auch alle anderen Insekten. Es braucht nicht viel mehr als eine Stunde Zeit, einen Stift und Zettel und die Zählhilfe mit den häufigsten Arten, die auf der LBV-Webseite runtergeladen und ausgedruckt werden kann. Im August sind normalerweise übrigens besonders viele Schwalbenschwänze, Ackerhummeln und Siebenpunkt-Marienkäfer unterwegs.

Bei der ersten Zählung im Juni wurden vor allem viele Steinhummeln gesichtet. Die Top Ten hatten sich nach Angaben des LBV wie in den beiden Vorjahren nur leicht verändert. Vorne flogen nach der Steinhummel die Hainschwebfliege, der Asiatische Marienkäfer, die Westliche Honigbiene, die Wildbeine und die Lederwanze. Dahinter folgten der Siebenpunkt-Marienkäfer, die Gemeine Feuerwanze, die Ameise und Wespe.

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