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Früher ein gesetzlicher Feiertag: Was ist der Buß- und Bettag? | BR24

© pa / dpa

Gebet (Symbolbild)

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    Früher ein gesetzlicher Feiertag: Was ist der Buß- und Bettag?

    Seit einem Vierteljahrhundert ist der Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag mehr. Trotzdem ist dieser Tag immer noch ein wichtiges Datum im evangelischen Kirchen-Kalender. Neuorientierung und Besinnung stehen im Mittelpunkt.

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    Buße, die Beschäftigung mit den eigenen Fehltritten und dann ein Neuanfang: Dafür steht der Buß- und Bettag der evangelischen Kirche. Erstmals wurde er als offizieller Feiertag 1532 in Straßburg begangen. Während des Tages sollen Gläubige innehalten, auf ihr Leben blicken und sich auch mit den unschönen Seiten des eigenen Selbst befassen.

    Der Buß- und Bettag musste weichen

    1995 opferte die evangelische Kirche den Feiertag zu Gunsten der neu geschaffenen sozialen Pflegeversicherung. Der Arbeitgeberanteil musste mit einem zusätzlichen Arbeitstag ausgeglichen werden. Dagegen gab es Widerstand.

    Bayern brachte eine Gesetzesinitiative zur Wiedereinführung des Feiertages in den Bundesrat ein. In anderen Bundesländern strebten engagierte Protestanten Volksbegehren an, um den Feiertag wieder einzuführen. Sie scheiterten jedoch.

    Kinder haben am Buß- und Bettag frei

    In Bayern sieht es heute so aus: Eltern müssen arbeiten, Kinder haben jedoch schulfrei. Das stellt Eltern jedes Jahr erneut vor Probleme. In den Zeiten vor Corona hatten manche Eltern immerhin die Möglichkeit, Kinder zu den Großeltern zu bringen, und viele Unternehmen gestalteten den Tag so, dass Eltern ihre Kinder mit zur Arbeit nehmen konnten.

    Dieses Jahr ist das nicht möglich. Manche bayerischen Städte bieten deshalb eine Notbetreuung an und Horte haben trotz der Schulschließungen geöffnet.

    Der Buß- und Bettag digital

    Dieses Jahr gibt es besonders viele Online-Angebote zum Buß- und Bettag. Die Michaelskirchengemeinde in Ottobrunn zum Beispiel bietet einen "Chaoskindertag" mit verschiedenen Bastel- und Spielaktionen online an. Die evangelische Kirche hat eine eigene Webseite zum Buß- und Bettag eingerichtet, auf der Gläubige Wünsche und Klagen aufschreiben, anonym Gebete teilen oder Zukunftsvisionen formulieren können. Es gibt auch ein Angebot zur digitalen Seelsorge.

    Unter besonderen Hygiene-Bedingungen finden natürlich auch Gottesdienste statt, wie in der St. Matthäus Kirche in München mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

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