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Nicht ohne FFP2-Maske: der Nikolaus im Jahr 2021.

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  • Artikel mit Video-Inhalten

Was darf der Nikolaus in der Corona-Pandemie?

Auch der Nikolaus kann in der Corona-Pandemie nicht mehr so kommen, wie er will. Er soll lieber draußen bleiben – oder ein Video schicken. Das trifft besonders die Kinder in den oberbayerischen Hotspot-Regionen. Wobei es auch von Vorteil sein kann.

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Diethard KühneDiethard KühneKatrin NöbauerKatrin NöbauerBirgit GrundnerBirgit GrundnerHarald MittererHarald MittererVeronika WawatschekVeronika Wawatschek
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Der Nikolaus in Corona-Zeiten sollte geimpft oder genesen und auf jeden Fall getestet sein. Das Gleiche gilt für den Krampus und weitere Begleiter. Der Tross des Bischofs sollte nicht mehr als drei Personen umfassen, und er soll keine Ansammlungen hervorrufen, sondern nur private Besuche vor der Haustür veranstalten.

Nikolaus-Brauchtum pflegen, aber mit Zurückhaltung

Das sind die wichtigsten Maßgaben, auf die sich die Landkreise Berchtesgadener Land, Traunstein, Mühldorf und Rosenheim samt Stadt für die Bräuche rund um den 6. Dezember geeinigt haben. Das Brauchtum soll gepflegt werden, heißt es in einer Erklärung - wegen der hohen Inzidenzwerte im Südosten Oberbayerns aber mit Zurückhaltung und gegenseitiger Rücksichtnahme.

Dank Mindestabstand keine Erziehungsmaßnahmen

Ausdrücklich ist nicht von Regeln, sondern von Maßgaben und Empfehlungen die Rede. So bitten die Gesundheitsämter um eine "freiwillige Selbstverpflichtung der Gruppen auf 2G plus" und um das Einhalten eines Mindestabstands von 1,5 Metern während des Besuchs.

Das kann für Kinder, die nicht durchgehend "brav" waren, durchaus von Vorteil sein, weil der Krampus dann seine erzieherischen Maßnahmen nicht nach mehr oder weniger bewährtem Brauch umsetzen kann. Untersagt sind öffentliche Auftritte des Nikolaus und Krampusläufe oder ähnliche Traditionen, die es in vielen Ausprägungen in den einzelnen Regionen gibt.

Wann kommt der Nikolaus?

In manchen Regionen kommt der Nikolaus bereits am Abend des 5. Dezembers, in manchen kalendergemäß am 6. abends. Die Ingolstädter DPSG-Pfadfindergruppe "Münsterritter" bietet deshalb an beiden Tagen einen klassischen Nikolausdienst an – allerdings nur draußen und mit Maske. Wer vom Nikolaus besucht werden will, kann sich im Pfarrbüro der Münsterpfarrei telefonisch oder per Mail anmelden. Gesammelte Spenden gehen an die Kinder- und Jugendarbeit der Pfadfinder.

Videobotschaft statt Hausbesuch

Der studentische Nikolausservice der katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Ingolstadt setzt dieses Jahr statt auf Hausbesuche auf Videobotschaften. "Die Gesundheit des Nikolausteams und die der Familien hat oberste Priorität und die Inzidenz und die Ansteckungsgefahr ist einfach so hoch, dass wir es aktuell nicht verantworten können, live Besuche bei jeder Familie durchzuführen", heißt es auf der Website.

Das Nikolausteam hat für Kinder persönliche Nikolaus-Videos erstellt, die über einen privaten YouTube-Link abrufbar sind. Eine ähnliche Videoaktion gibt es auch in der Pfarrei St. Walburga Beilngries im Landkreis Eichstätt: Auch dort soll der Nikolaus per Video zu den Familien kommen.

Bistum Eichstätt bietet Nikolaus-Brief zum Downloaden

Der Nikolausdienst des Lions Club Eichstätt fällt dieses Jahr genau wie letztes Jahr Corona-bedingt aus. Weil auch sonst viele Nikolaus-Aktionen Pandemie-bedingt nicht stattfinden können, bietet das Bistum Eichstätt Material und Hilfe für den Nikolausabend in der Familie auf seiner Website an. Dort findet sich unter anderem auch ein Brief vom Nikolaus, den die Eltern den Kindern vorlesen können und in dem erklärt wird, warum der Nikolaus dieses Jahr nicht persönlich kommen kann.

Nikolaus-Aktion für Obdachlose schon am 4. Dezember

5. Dezember? 6. Dezember? Nein, 4. Dezember! In München verteilt die Obdachlosensorge des Erzbischöflichen Ordinariats schon zwei Tage vor dem Nikolaustag ihre Nikolauspäckchen: Am Samstagabend werden die Mitarbeitenden dazu bekannte Sammelplätze von Wohnungslosen in der Altstadt und Obdachloseneinrichtungen aufsuchen.

Rund 160 Päckchen haben die Helferinnen und Helfer zusammengestellt. Darin befinden sich Süßigkeiten, Kekse, Nüsse, Tee, Wurst, Käse und natürlich auch ein Schokoladen-Nikolaus. Bischof Nikolaus habe ein großes Herz für arme Menschen gehabt, sagt Obdachlosenseelsorger Norbert Trischler. Mit der Aktion wolle man nun "ein Zeichen setzen, dass wir an diese Menschen denken".

Als Luther dem Nikolaus die Geschenke nahm

Was den Nikolaus betrifft, hat Reformator Martin Luther einst auch ein Zeichen gesetzt. Früher war der Nikolaustag der eigentliche Geschenketag. Der Brauch geht auf die Nikolaus-Legende zurück: Demnach bewahrte der Heilige drei arme Schwestern vor der Prostitution, weil er ihnen Goldstücke durchs Fenster warf. Und so wurden nach altem Brauch Äpfel, Nüsse und Mandelkern auch nicht in Stiefel oder Strümpfe gesteckt, sondern durchs Fenster geworfen.

Erst Luther räumte mit dem Nikolaustag auf. Denn mit den bis dahin sehr populären Heiligen und ihrer Verehrung hatte es der Reformator nicht so, weiß der katholische Theologe Manfred Becker-Huberti. Luther habe deshalb dem Nikolaus das Schenken abgenommen und es auf Weihnachten und das Christkind übertragen.

Im Kreis Landshut kommt der Nikolaus in die Kirche

Auch in Niederbayern kann der Nikolaus in der Pandemie nicht mehr so kommen, wie er will. Im Landkreis Landshut ist der Besuch des Nikolaus innerhalb von gottesdienstlichen Feiern gestattet. Erlaubt ist auch, dass der Nikolaus mit seinen Begleitern durch die Straßen geht und im Vorbeigehen Grußbotschaften übermittelt oder kleine Geschenke überreicht. Die weiteren Vorgaben gleichen denen in Südostoberbayern.

Landshuts Landrat Peter Dreier bedauert es sehr, dass ein weiteres Jahr die Brauchtümer in der Weihnachtszeit nicht wie vor der Pandemie begangen werden können. "Aber die aktuelle Situation fordert uns nochmal alle – gerade in der jetzigen, schwierigen Phase braucht es mehr Umsicht und Rücksicht aufeinander denn je", appelliert er an seine Bürgerinnen und Bürger.

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Der Nikolaus heißt in anderen Gegenden Weihnachtsmann, in Finnland ist es der Joulupukki, in Amerika der Santa Claus. Alle scheinen irgendwie ähnlich zu sein - und doch sehen sie unterschiedlich aus. Warum ist das so?

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