BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Was bringen Aufstiegshilfen? | BR24

© BR/Richard Schlosser

Hier wird das Fischzählprojekt an der Iller durchgeführt

Per Mail sharen
Teilen

    Was bringen Aufstiegshilfen?

    An der mittleren Iller zwischen Lautrach im Unterallgäu und Altusried im Oberallgäu startet ein aufwändiges Fischmonitoring-Projekt. Geschaut wird, wie viele Fische Aufstiegshilfen durchschwimmen. Das Projekt liefert Erkenntnisse über deren Nutzen.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Bei diesen Fischzählungen werden drei Jahre lang täglich alle Fische gezählt, die in der Iller aufsteigen und Richtung Kempten und Oberstdorf wandern. Das Untersuchungsprogramm zur Fischwanderung gilt als einmalig in Bayern, wohl auch in Deutschland und Europa, so Oliver Born, Fischereifachberater des Bezirks Schwaben, zum BR.

    Die Fische werden in fünf Zählstationen unterschiedlich markiert, so dass die Wissenschaftler bei der Auswertung erkennen, wie viele der fünf Staustufen ein einzelnes Tier bereits überwunden hat.

    Schon seltene Arten gesichtet

    Zudem erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse, ob in der Oberen Iller eine Wiederbesiedlung mit Fischarten stattfindet. Den Fischen war seit dem Bau der Kraftwerke vor Jahrzehnten die Wanderung in der Iller Richtung Kempten und bis nach Oberstdorf verwehrt. Die Obere Iller gilt von der Artenvielfalt her derzeit noch als verarmt.

    Beim Testbetrieb wurden unter anderem bereits mehrere vom Aussterben bedrohte Huchen in einem Zählbecken entdeckt: Einer davon war 1,12 Meter lang, ein anderer rund 50 Zentimeter. Die Entdeckung der Huchen wertet Gewässerbiologe Thomas Epple als Sensationsfund.

    Das Fischmonitoring-Projekt wird Epples Doktorarbeit. Im Testbetrieb sind in den vergangenen Wochen - in der eher wanderungsarmen Sommerzeit - in jeder Zählstation täglich circa 15 bis 20 Exemplare auf dem Weg flussaufwärts registriert worden, darunter neben dem Huchen auch Nasen, Äschen, Bachforellen, Flussbarsche, Aitel, Schmerle, Schneider und Gründling.