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Was bedeutet ein möglicher US-Truppenabzug für Ansbach? | BR24

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US-Kampfhubschrauber in Katterbach

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    Was bedeutet ein möglicher US-Truppenabzug für Ansbach?

    Das letzte Wort ist nicht gesprochen: Noch ist unklar, ob auch in Katterbach Soldaten vom US-Standort abgezogen werden könnten. Doch wie steht es um die möglichen wirtschaftlichen Folgen für die Stadt Ansbach und ihre Bevölkerung?

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    Von
    • Laura Grun

    Für Menschen aus dem Landkreis Ansbach ist es ein gewohnter Anblick: Hubschrauber kreisen über der Stadt, schwere Militärfahrzeuge fahren über die Straßen und ein schier endloser Stacheldrahtzaun entlang der Kaserne. Ob der US-Standort in Ansbach/Katterbach weiterhin bestehen bleibt ist noch unklar.

    US-Armee sei Wirtschaftsfaktor für Stadt

    Klar ist aber, dass dort rund 4.100 Menschen leben und arbeiten. Viele der 2.000 Soldatinnen und Soldaten haben auch ihre Familie mit in die Residenzstadt gebracht. Für Ansbach sei das ein erheblicher Wirtschaftsfaktor, sagt Oberbürgermeister Thomas Deffner. Es seien die Mieten in der Stadt, weil die Soldaten nicht nur in der Kaserne leben. Es seien die rund 1.400 Zivilbeschäftigten, die dort arbeiten und Geld ausgeben. Auch das Klinikum Ansbach profitiere von der US-Armee, so Deffner weiter. Zwar hätte die Kaserne eine eigene Poliklinik auf dem Gelände, aber für längere Aufenthalte würde die ANregiomed Klinik genutzt.

    Hinzu kommen Zahlungen vom Staat an die Kommune für jeden in der Stadt lebenden Einwohner - die sogenannte Schlüsselzuweisung. Je nach Bevölkerungszahl bekommt die Kommune einen Zuschuss. Zählt man die amerikanischen Bewohner der Streitkräfte in Ansbach dazu, macht das rund 1,7 Millionen Euro aus. 1,7 Millionen Euro, die ohne die Armee dem Ansbacher Haushalt fehlen würden, so Deffner.

    Eigentümerin des Kasernen-Areals ist BRD

    Sollte es dazu kommen, dass die US-Armee ihre Truppen abzieht, würde das gesamte Areal zunächst zurück an die Bundesrepublik Deutschland als Eigentümerin gehen. Erst in einem zweiten Schritt könnte die Stadt dann das Gelände kaufen, um es anderweitig zu nutzen. Wie die Nutzung genau aussehen könnte, dazu will sich Oberbürgermeister Deffner noch nicht äußern.

    "Ich würde sagen, da machen wir uns Gedanken, wenn es soweit ist und es verkündet wird. Das ist ja nun logistisch ein sehr aufwendiger Standort mit Hubschraubern, der sich nicht von heute auf morgen verlegen lässt." Thomas Deffner, Oberbürgermeister Stadt Ansbach

    Laut BI soll Kasernen-Gelände Wohngebiet werden

    Der Bürgerinitiative "Etz langt‘s" ist die US-Armee schon lange ein Dorn im Auge. Wegen Fluglärms durch Helikopter aber auch wegen der Verunreinigungen des Bodens durch Chemikalien in Löschschäumen. Sprecher der Bürgerinitiative Boris-André Meyer hätte schon einen Plan für das Gelände. Für das sogenannte Barton Areal im Süden der Stadt lägen bereits Pläne für die Erweiterung der Hochschule Ansbach vor. Die könnten laut Meyer sofort umgesetzt werden, vorausgesetzt die Altlastenbeseitigung schreite voran. Dann gebe es noch den Bereich Urlas, wo die US-Armee vor zehn Jahren ein großes Wohngebiet für sich und ihre Soldaten schaffen wollte. Dort stünden bis zu 400 Bauplätze voll erschlossen zur Verfügung.

    "Es gibt Kanalanschlüsse, Straßenanschlüsse, alles ist gemacht dort. Man könnte sofort loslegen, ohne zusätzlichen Flächenfraß, bezahlbaren Wohnraum für junge Familien zu schaffen." Sprecher der Bürgerinitiative Boris-André Meyer

    Streit über die US-Truppen am mittelfränkischen Standort gibt es seit vielen Jahren. Genauso lange wird auch darüber diskutiert, ob sich ein Abzug positiv oder negativ auf die Wirtschaft und die Menschen in der Region auswirken würde.

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