Das Ehepaar Kristin und Benjamin Weber geht gerne bei kühlen Temperaturen ins kalte Wasser.
Bildrechte: BR/ Veronika Scheidl

Das Ehepaar Kristin und Benjamin Weber geht gerne bei kühlen Temperaturen ins kalte Wasser.

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Warum sich Schwimmer auch bei Nässe und Kälte ins Wasser wagen

Seit Anfang Mai sind einige Freibäder geöffnet, doch das Wetter war bislang eher trüb, nass und kühl. Doch hartgesottene Menschen gehen auch bei diesen frischen Temperaturen schwimmen - und genießen dabei ihre Ruhe und viel Platz im Schwimmbecken.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Früh am Morgen im Naturfreibad Haunstetten in Augsburg: Der Himmel ist grau und bewölkt, es hat neun Grad Celsius, dazu weht ein kalter Wind. Doch das ungemütliche Wetter stört Kristin und Benjamin Weber offensichtlich wenig. In Badekleidung waten sie tief hinein ins etwa 11 Grad Celsius kalte Wasser, um schließlich loszuschwimmen. Und das Ehepaar sieht dabei sehr entspannt aus. "Man merkt den Winter schon noch", sagt Kristin Weber. "Frisch", findet ihr Mann. Knapp zwei Minuten sind die beiden 37-Jährigen im Wasser – dann reicht es ihnen und sie verlassen das Becken, um sich schnell abzutrocknen und ihre Klamotten anzuziehen.

Schwimmen im kalten Wasser als große Herausforderung

Einmal wöchentlich kommen sie hierher, um zu schwimmen. Auch im Winter bei Eis und Schnee gehen sie draußen baden. Wenn Kristin Weber den ersten Fuß ins Wasser steckt, fragt sich zwar: "Warum tue ich das eigentlich?" Aber dann gibt sie auch gleich die Antwort: "Es ist immer ein bisschen Überwindung, aber das ist ja auch der Zweck dahinter. Die Challenge für sich selber: mach ich's, mach ich’s nicht? Wie lange halte ich aus?"

Benjamin Weber ist bei der Wasserwacht tätig, er glaubt, dass ihm Schwimmen im kalten Wasser für diese Arbeit weiterhilft. Aber hauptsächlich geht er gerne bei Kälte schwimmen, "weil das nicht jeder macht. Es ist eine Herausforderung. Man kann herausfinden, ob man es wirklich aushält", sagt der 37-Jährige. "In dem Moment, wenn man rauskommt, ist es erst mal nochmal kalt, weil der Wind natürlich dann mitarbeitet. Aber sobald man dann einigermaßen was Trockenes anhat und diese Wärme von innen nachschürt, ist es einfach ein total wohliges Gefühl.“

Naturfreibad hofft auf besseres Wetter und Einnahmen

Kristin und Benjamin Weber schätzen die Kälte des Wassers – doch auch sie freuen sich, wenn das Wetter jetzt endlich sommerlicher wird. Darauf hofft auch Thomas Riedle, Vorsitzender des Vereins Naturfreibad Haunstetten. Der Verein hat etwa 4.000 Mitglieder, mit ihren Beiträgen und natürlich den Einnahmen an der Tageskasse wird der Erhalt des Freibads finanziert.

Seit 1. Mai hat das Naturfreibad geöffnet, seither sind aber nur Mitglieder zum Schwimmen gekommen, sagt Thomas Riedle, keine anderen Schwimmgäste. Gutes Wetter und damit Einnahmen wären also sehr willkommen. "Im Augenblick sind wir schuldenfrei, aber im Herbst werden wir Photovoltaikanlagen aufbauen und alte Wasserleitungen erneuern."

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Es herrscht gähnende Leere im Familienfreibad in Augsburg.

Schwimmen im beheizten Wasserbecken

Ortswechsel: Im Familienbad am Plärrer in Augsburg duscht sich Oliver Kautz kurz ab. Der 57-Jährige versucht, täglich hier seine Bahnen zu schwimmen, sei es morgens, in der Mittagspause oder abends nach der Arbeit. "Auch wenn es regnet, komme ich. Es darf nicht zu stark regnen, sonst werden wir aus dem Becken geschickt, einfach aus Sicherheitsgründen. Aber wenn es so ein bisschen vor sich hin tröpfelt, kein Gewitter im Anzug ist, dann bin ich also auch da. Mich kann nichts davon abhalten", sagt Kautz.

Das auf 24 Grad Celsius beheizte Schwimmbecken teilt sich Oliver Kautz mit nur einem anderen Schwimmer. Der Augsburger Karl Langhans schätzt es sehr, schon vor der Hauptsaison im Freibad zu sein. "Hier kann man schön schwimmen, ohne dass man mit anderen Schwimmern in Konflikt kommt. Ich genieße es einfach", sagt Langhans.

Kaum Besucher im Familienbad Augsburg

An guten und warmen Sonnentagen kommen bis zu 7.000 Badegäste ins Familienbad. Von diesen Besucherzahlen kann Betriebsleiter Alexander Tonch gerade nur träumen. "Auch wir sind natürlich betroffen von der schlechten Wetterlage. Letztes Jahr zum Beispiel hatten wir einen sehr guten Mai. Und da hatten wir auch natürlich erheblich mehr Besucherzahlen als jetzt in diesem Mai", sagt Tonch. Er hofft auf mehr Besucher durch besseres Wetter. Und die könnte es am Wochenende geben: Da soll es wärmer werden, bis zu 25 Grad Celsius. Vielleicht trauen sich dann schon mehr Menschen in die Freibäder.

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