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Warum sich die Familie Herrmann in der Luftbeobachtung engagiert | BR24

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Vater, Sohn und Mutter: Die Familie Herrmann begeistert sich für das Fliegen - und hilft dabei anderen. Denn die Herrmanns engagieren sich ehrenamtlich in der Luftrettungsstaffel Bayern.

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Warum sich die Familie Herrmann in der Luftbeobachtung engagiert

Vater, Sohn und Mutter: Familie Herrmann aus Würzburg begeistert sich für das Fliegen und hilft dabei anderen. Denn die Herrmanns engagieren sich ehrenamtlich in der Luftrettungsstaffel Bayern. Diese unterstützt am Himmel die Einsatzkräfte am Boden.

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Charles Herrmann wirft den Motor seines Flugzeugs an. Die Cessna, Baujahr 1964, ist das sogenannte Schnelle Einsatzflugzeug (SEF) auf dem Flugplatz in Giebelstadt (Landkreis Würzburg). Von dort startet Charles Herrmann zu seinen Beobachtungsflügen. Diese werden von der Regierung von Unterfranken angeordnet, wenn etwa Waldbrände drohen. Die Luftrettungsstaffel hilft aber bei den verschiedensten Problemen. Einmal hielt sie aus der Luft nach einem entlaufenen Suchhund Ausschau. Zu Zeiten der Vogelgrippe suchte sie entlang der Flüsse nach toten Schwänen. Landesweit kam die Luftrettungsstaffel Bayern allein im vergangenen Jahr auf über 1.000 Einsatzstunden.

Hilfe aus der Luft

Auch Karl Herrmann, der Vater von Charles Herrmann, ist seit Jahrzehnten in der Luftbeobachtung aktiv. Die Hauptaufgaben der Luftrettungsstaffel: dokumentieren und führen. "Wir kümmern uns also zum Beispiel darum, dass das Einsatzfahrzeug am Boden möglichst schnell zum Einsatzort kommt", sagt Karl Herrmann.

© BR/Pirmin Breninek

Im Tower des Flughafens Giebelstadt hat Karl Herrmann alles im Blick.

In den vergangenen Jahren wurde die Luftrettungsstaffel immer häufiger zur Waldbrandüberwachung gerufen, im Süden Bayerns oft bei Überschwemmungen. Über 300 Piloten engagieren sich landesweit in der Staffel.

Nachwuchssorgen plagen die Luftrettungsstaffel

Allerdings hat der Verein auch mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Das Durchschnittsalter der Piloten liegt bei 58 Jahren. Das kommt daher, dass das Fliegen in den vergangenen Jahren teurer wurde.

"Das Problem ist, dass durch die Europäisierung der ganzen Luftfahrt der Papieraufwand und die ganzen Vorschriften so verschärft wurden, dass damit auch ein enormer Kostenaufwand für die Vereine anheim gegangen ist." Karl Herrmann, Luftrettungsstaffel Bayern

Einen Flugschein, sagt Karl Herrmann, hätte man in den 1980er-Jahren noch für etwa 6.000 D-Mark machen können. Inzwischen würden auch in den Vereinen Kosten von rund 10.000 Euro anfallen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Flugschein allein noch nicht reicht, um für die Luftbeobachter zu fliegen. Vorab müssen die Piloten mindestens 200 Flugstunden nachweisen, um sich überhaupt bewerben zu können.

Nur geringe Aufwandsentschädigung vom Freistaat

Die vom Bezirk angeforderten Beobachtungsflüge fördert der Freistaat mit rund 200 Euro pro geflogener Stunde. "Das geht aber eigentlich schon für den Treibstoff und die Instandhaltung des Flugzeugs drauf", sagt Charles Herrmann. Im letzten Jahr ist er etwa 15 Einsätze für die Luftrettungsstaffel geflogen. Sein Ehrenamt ist für ihn eine Herzenssache.

"Mancher geht zur Feuerwehr, mancher zum Rettungsdienst, ich bin halt zur Luftrettungsstaffel und bin der Meinung, wenn man so etwas macht und helfen kann, dann sollte man es machen." Charles Herrmann

Der ehrenamtliche Einsatz von Vater und Sohn wäre dabei nicht ohne die Unterstützung von Maria Herrmann denkbar. Die Mutter von Charles unterstützt die beiden Piloten, wo es nur geht und scherzt: "Wenn sie in der Luft sind, habe ich keine Angst – nur, wenn sie mit dem Auto unterwegs sind, dann habe ich Angst!"