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Warum in Bayern immer mehr Wildunfälle passieren | BR24

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Um 30 Prozent hat die Zahl der Wildunfälle im Landkreis Donau-Ries zuletzt zugenommen. Woran liegt das? Unsere Reporterin ist der Sache auf den Grund gegangen.

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Warum in Bayern immer mehr Wildunfälle passieren

Besonders oft kracht es in der Dämmerung - morgens oder abends: Die Zahl der Wildunfälle in Bayern steigt von Jahr zu Jahr. Der Landkreis Donau-Ries etwa steuert auf einen traurigen Rekord zu. Warum ist das so?

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Vor Kurzem erst hat Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber ein neues Hinweisschild vorgestellt. Es soll Autofahrer vor der Gefahr von Wildunfällen warnen. 1.500 dieser Schilder sollen im Freistaat aufgestellt werden.

Wildunfälle besonders oft bei schlechter Sicht

Generell steigt die Zahl der Wildunfälle im Herbst - und besonders oft kracht es in der Dämmerung, wenn die Sicht schlecht ist. Plötzlich queren Rehe, Dachse, Hasen oder Wildschweine die Straße, und manche Autofahrer können nicht rechtzeitig ausweichen. In diesem Jahr ist die Zahl der Wildunfälle bayernweit um gut acht Prozent gestiegen. Daten dazu liegen für die Zeit bis September vor.

In Nordschwaben steigt die Zahl der Wildunfälle besonders deutlich

Im Landkreis Donau-Ries ist die Zahl der Wildunfälle auf Bundesstraßen zuletzt sogar um 30 Prozent nach oben geschnellt. Die Donauwörther Polizei geht davon aus, dass es am Jahresende erstmals mehr als 1.000 solcher Unfälle sein werden.

Zwei tödliche Wildunfälle in zwei Jahren

Meist bleibt es beim Sachschaden: Die Summe belief sich bayernweit im Jahr 2018 auf rund 2,5 Millionen Euro, wie Zahlen des Innenministeriums zeigen. Allerdings ist ein Mensch vergangenes Jahr bei einem Wildunfall ums Leben gekommen. Und auch heuer gab es einen tödlichen Unfall, im Sommer im Landkreis Donau-Ries. Hinzu kommt: Meist werden die Tiere so schwer verletzt, dass sie verenden.

Ein Grund für Wildunfälle: Zu hohes Tempo

Nach den Ursachen für die Entwicklung gefragt, verweisen Fachleute auf Ur-Instinkte des Wilds. Diese verhinderten, dass die Tiere auf ihren Wanderrouten vor Straßen halt machten. Wenn also immer mehr Straßen gebaut werden, der Verkehr zunimmt und Autofahrer immer schneller unterwegs sind, dann komme es eben zu immer mehr Wildunfällen, so der Mertinger Jäger Albert Reiner.

Zahl der Wildunfälle steigt auch wegen größeren Beständen

Dass die Unfälle in den vergangenen Monaten so stark zugenommen haben, liegt auch daran, dass sich das Wild wegen einer guten Futtergrundlage besonders stark vermehren konnte. Vielerorts werden zudem die vorgegebenen Abschusszahlen nicht erreicht.

Im Landkreis Donau-Ries beispielsweise wird dem Abschussplan zufolge in sieben von neun sogenannten Hege-Gemeinschaften zu wenig Wild erlegt. Und je mehr Wild in Wäldern und auf Feldern unterwegs ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es auf Straßen zu Unfällen mit den Tieren kommt.

Wie sich Autofahrer bei einem Wildunfall verhalten sollten, erfahren Sie hier.