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Kabelstrang zur ultraschnellen Datenübertragung
© pa/dpa/Hans-Jürgen Wiedl
© pa/dpa/Hans-Jürgen Wiedl

Kabelstrang zur ultraschnellen Datenübertragung

Monatelang warben Bernard Peterander, Projektleiter der Deutsche Glasfaser, und seine Kollegen für den Glasfaserausbau. Sie gingen beim Schneesturm von Tür zu Tür, organisierten Infotage, Werbegeschenke und verlängerten extra die sogenannte Nachfragebündelungs-Phase.

Doch am Ende fehlten knapp 90 Vorverträge. 40 Prozent der Forstener Haushalte hätten einen Vertrag mit der "Deutsche Glasfaser" unterschreiben müssen, damit sich der privatwirtschaftliche Ausbau für die Firma gelohnt hätte. Sie konnten nur 31 Prozent überzeugen.

"Das bedauern wir sehr", sagt Bernard Peterander, Projektleiter der Deutsche Glasfaser. Die Gemeinde und viele Bürger hätten an der Seite der Firma mitgearbeitet.

"Wir haben viel Zeit, Geld und Energie in das Projekt investiert. Aber letzten Endes entscheidet jeder Anwohner für sich." Bernard Peterander, Projektleiter der Deutsche Glasfaser

Versorgung schon relativ gut

Warum konnten nicht genug Bürger überzeugt werden? "Forstern ist mit der Kupferkabelverbindung schon relativ gut versorgt, das war das Manko", sagt Gerlinde Wimmer, die in der Gemeinde Forstern für den Netzausbau zuständig ist. Es gäbe bereits Kupferleitungen mit bis zu 100 MBit Datenrate.

Vor allem ältere Bewohner hätten schlichtweg keinen Bedarf an schnellerem Internet, oder der Vertrag wäre ihnen zu teuer gewesen. Für einen Glasfaseranschluss mit 200 MBit-Rate inklusive Telefonflatrate müssten sie bei der Deutsche Glasfaser rund 50 Euro bezahlen. Zum Vergleich: Rund 40 Euro kostet ein Vertrag bei der Telekom für eine 50 MBit-Rate per Kupferkabel inklusive Telefonflatrate.

Monatelang warben Peterander (rechts) und seine Kollegen für den Glasfaserausbau - hier sitzen sie im extra eingerichteten Servicezentrum.

Monatelang warben Peterander (rechts) und seine Kollegen für den Glasfaserausbau - hier sitzen sie im extra eingerichteten Servicezentrum.

Glasfaser oder Supervectoring

Bernard Peterander vermutet auch, dass ihnen eine gleichzeitige Werbeaktion der Telekom in die Quere gekommen ist: sie warben für eine bessere Internetverbindung dank der sogenannten Technik Supervectoring. Beim Supervectoring werden die Verteilerkästen optimiert, sodass trotz Kupferkabel bis zu 250 MBit im Haushalt ankommen könnten - so zumindest verspricht es die Telekom.

"Schade für die, die Glasfaser wirklich wollen." Gerlinde Wimmer von der Gemeinde Forstern.

Fehlende Unterschriften durch Bürgerinitiative

Ganz vom Tisch ist der Glasfaser-Ausbau für Forstern aber noch nicht. Vielleicht folgen ein paar Bewohner dem Vorbild Utting am Ammersee. Dort hat sich nach einer gescheiterten Nachfragebündelung eine Bürgerinitiative gebildet, die die fehlenden Unterschriften einholen konnte. Dort wird nun schon die Bauphase geplant.