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Warum ein Augsburger Schreiner nun Mesner ist | BR24

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Die süddeutschen Mesner treffen sich in Augsburg, um über ihren Beruf zu sprechen. Mit dabei auch Jürgen Rabl zum Beispiel. Der gelernte Schreinermeister hat seine Werkstatt zugesperrt und ist seitdem Mesner in St. Georg in Augsburg-Haunstetten.

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Warum ein Augsburger Schreiner nun Mesner ist

Immer mehr Menschen wenden sich von der Kirche ab, wer will da noch Mesner werden? Jürgen Rabl zum Beispiel. In Augsburg treffen sich derzeit Mesner aus Süddeutschland, um über ihren Beruf zu sprechen.

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Pünktlich um Halbacht nimmt Jürgen Rabl seinen dicken Schlüsselbund in die Hand und sperrt die Kirchentür von St. Georg auf. Jeden Morgen, werktags wie auch am Feiertag. Verschlafen hat er noch nie, sagt der 45 Jährige. Dazu ist ihm der Mesnerberuf viel zu wichtig. Er spricht von einer Berufung.

Der Mesner - Mädchen für alles

Messgewänder und Kelche herrichten, die Kirche putzen, draußen das Laub zusammenrechen: Der Mesner ist Gebäudemanager, Gottesdienstvorbereiter, manchmal auch Ersatzministrant. Und, wie Jürgen Rabl als gelernter Schreiner, auch gefragter Handwerker, vor allem bei den Ministranten, die ein neues Fußballtor brauchen.

20 Jahre Schreiner

20 Jahre lang hat Jürgen Rabl in seiner Augsburger Schreinerei gearbeitet – und irgendwann beschlossen, dass es beruflich anders weitergehen soll: "Das lag schon in der Familie, mein Opa war Hilfsmesner. Die Stelle hat mich gesucht, nicht ich sie."

Ein Job, der schwer mit der Familien zu vereinbaren ist

Trotzdem weiß er: Viele seiner Kollegen hören nach einiger Zeit wieder auf: Die Arbeitszeiten sind unregelmäßig, dazu kommen die Einsätze an den Sonn- und Feiertagen. Und das, sagt Jürgen Rabl, habe mit dem Vorurteil vom messweintrinkenden Mesner, der sonst nichts machen muss, nichts zu tun.

Verantwortlich ist der Mesner zum Beispiel auch fürs Aushängen der Kirchweihfahnen, ganz oben aus der Turmspitze, nur zu erreichen über wacklige Holzleitern. Jürgen Rabl kann fast alles. Aber das ausnahmsweise nicht: "Ich bin nicht schwindelfrei, die Fahne musste dann eben an den Mast und nicht auf den Kirchturm."