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Warum die Meteorologen beim Unwetter etwas daneben lagen | BR24

© dpa-Bildfunk

Dunkle Wolken zogen am Sendeturm des Bayerischen Rundfunks in Freimann vorbei. Im Raum München gab es ein heftiges Gewitter mit Hagel.

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Warum die Meteorologen beim Unwetter etwas daneben lagen

Mit einem Unwetter wie am Montag haben Meteorologen eher in Franken und Schwaben gerechnet. Dass sich das Gewitter dann vor allem über dem Münchner Westen entlud, hat mit Föhnwinden zu tun.

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Die Größe der Hagelkörner haben die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes ziemlich genau vorhergesagt: Bis zu fünf Zentimeter - so lautete die Prognose. Tatsächlich wurden bis zu vier Zentimeter große Hagelkörner gesehen. Auch bei der Windgeschwindigkeit waren die Wetterexperten exakt: Bis zu 120 km/h hatten sie prognostiziert, und diese Geschwindigkeiten wurden am frühen Abend an der Station des Münchner Flughafens sowie kurze Zeit später in Mühldorf tatsächlich auch gemessen.

Bei der Ortsangabe haperte es

Doch bei der Ortsangabe lagen die Meteorologen nicht ganz richtig. Den Schwerpunkt der Stürme erwarteten sie vor allem im Westen und Norden Bayerns. Den stärksten Wind, Hagel und Starkregen gab es dann allerdings über Oberbayern und dem Ostallgäu – vor allem über dem Münchner Westen, wo er auch die meisten Schäden verursachte.

"Wir Meteorologen haben gedacht, dass der Föhn über München und Oberbayern stark genug ist, dass er die Gewitter abhält. Er war allerdings schwächer als erwartet und hat sich zum idealen Nährboden für Gewitter entwickelt." Michael Sachweh, Meteorologe
© BR24

Gewitter mit Sturmböen, Starkregen und Hagel sind am Abend über Südbayern gezogen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Aufnahmen zeigen wie Dachflächenfenster und Rollläden vom Hagel zerschlagen werden. Teils stand das Wasser in den Straßen.

Schwacher Föhn als Unwetter-Motor

Denn: Gewitter entstehen, wenn bei großer Hitze viel Wasser verdunstet. Der Föhn lieferte die dafür benötigte Wärme und Feuchtigkeit. Eben solche schwachen Föhnphasen sind berüchtigt als Unwetter-Motor. Experten nennen diese Konstellation eine "loaded gun", also eine geladene Waffe: Möglicherweise passiert nichts, aber wenn etwas passiert, dann richtig. Das mäßige Unwetter im mäßig warmen Schwaben wurde so zum heftigen Unwetter im schwülwarmen Oberbayern.

"Man kann in einer solchen Situation sogar eine Stunde davor nicht genau sagen, wo sich das Gewitter entlädt." Michael Sachweh, Meteorologe

Höhenwinde trieben das Unwetter rasch davon

Auffällig war auch, wie kurz das Unwetter an den einzelnen Orten verweilte, obwohl sich die Gewitterfront insgesamt von der Donau bis zu den Alpen erstreckte. Grund sind die sehr starken Höhenwinde: Sie haben das Gewitter schnell weitertransportiert.

© BR

Das Unwetter gestern Abend im Süden Bayerns haben erheblichen Schaden angerichtet. Mehrere Menschen erlitten Verletzungen. Der Bahn- und S-Bahn-Verkehr normalisierte sich erst im Laufe des heutigen Tages.