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Auf der Gartenschau in Lindau geht es bei einem Thementag um die Auswirkungen des Klimawandels auf Konflikte und den Frieden

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    Warum die Lindauer Gartenschau Wüstenlandschaften zeigt

    Blumen und Apfelbäume stehen im Fokus der Lindauer Gartenschau – möchte man meinen. Doch bei einem Thementag geht es um die Wüste. Während Kinder Wüstenlandschaften bauen können, zeigen Vereine, wie sich der Klimawandel auf den Frieden auswirkt.

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    Von
    • Steffen Armbruster

    Steine, trockene Erde, Staub: Auf hartem Wüstenboden wachsen nur einige dürre Gräser. Sie sind braun. In diesem Ödland steht ein einzelner Baum. Mehr nicht. Ein Bild dieser Wüstenlandschaft ist auf einen rund vier Meter hohen Würfel gedruckt – ein Werk der Künstlerin Bärbel Starz. Der Würfel steht mitten in sattem Grün auf einer Wiese der Lindauer Gartenschau. Dahinter spiegeln sich die Sonnenstrahlen glitzernd auf dem Bodensee.

    Hochwasser verdeutlicht Klimawandel

    Zwar ist die Region – anders als Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen sowie der Süden und Osten Bayerns – nicht stark vom Hochwasser betroffen. Rund um den Bodensee sind die Menschen steigende Pegel gewöhnt, sie erleben es etwa alle zwei Jahre. In genau diesem Kontrast zeigt sich aber der Klimawandel laut den Friedensvereinen auf der Gartenschau besonders deutlich. Und der hat ihrer Ansicht nach viel damit zu tun, ob wir auch künftig in Frieden leben.

    Friedensvereine: Klimawandel führt zu Flucht

    "Wenn Menschen fliehen müssen, weil in ihren Landstrichen kein Leben mehr möglich ist, dann entsteht Migration", sagt Cornelia Speth. Das heißt ihr zufolge: Menschen machen sich auf und suchen Land für sich. "Und das sind auch Dinge von denen wir betroffen sind", sagt Speth. Sie ist Koordinatorin der "Friedensräume" in Lindau und mit ihrer Kollegin Martina Heise vom Verein "Friedensregion Bodensee" auf dem Gartenschaugelände. Dort haben sie gemeinsam den Beitrag "Friedensklima" gestaltet. Martina Heise erinnert an den Bundeswehreinsatz in Mali.

    Klimawandel und Frieden hängen zusammen

    In Mali beteiligen sich deutsche Soldaten an einer Friedensmission der Vereinten Nationen. Heise sagt, der Ursprung des Konflikts dort gehe auf Klimaveränderungen zurück: Ansässige Bevölkerungsgruppen seien vertrieben worden, "die aufgrund der Trockenheit keine Weidegründe mehr hatten für ihr Vieh", erklärt Heise. Tatsächlich fühlten sich Tuareg, die als Nomaden mit ihren Tieren vor allem im Norden Malis zuhause sind, laut UN von der Regierung ungerecht behandelt; vor allem seit den 1990er Jahren kommt es immer wieder zu Rebellionen. Der Zusammenhang zwischen dem Klimawandel auf der einen Seite und dem Frieden zwischen den Völkern auf der anderen Seite liegt laut Heise auf der Hand.

    Friedensvereine rufen zum Kampf gegen den Klimawandel auf

    Gemeinsam wollen die Vereine deshalb den Besucherinnen und Besuchern der Gartenschau nahebringen, dass jeder Mensch etwas gegen den Klimawandel und für den Frieden machen kann – in persönlichen Gesprächen und durch Texte auf grafisch gestalteten Säulen. Sie sind rot, grün, orange, blau. Darauf stehen die 17 Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung der Menschheit: sauberes Wasser zum Beispiel, Frieden, Geschlechtergerechtigkeit und Maßnahmen zum Klimaschutz. Martina Heise gibt zu bedenken, dass man etwa auf Fleisch verzichten oder sich in einer gemeinnützigen Organisation einbringen könne. Cornelia Speth sagt: "Es geht uns alle an." Fair gehandelte Produkte kenne jeder, "aber kaufe ich sie?", fragt Speth. Jeder könne ebenso frei darüber entscheiden, wie viel Wasser er verbrauche.

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