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Wie die Bombennacht Augsburg verändert hat | BR24

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Moritzkirche

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    Wie die Bombennacht Augsburg verändert hat

    Vor genau 75 Jahren fand der schwerste Bombenangriff in der Geschichte Augsburgs statt. Immer weniger Zeitzeugen sind noch am Leben. Aber die Spuren der Bombardierung von damals sind bis heute überall in der Stadt zu finden.

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    Hunderte Menschen haben damals ihr Leben verloren, tausende ihr Zuhause. Doch die Luftangriffe prägen die Erinnerungen und das Stadtbild in Augsburg bis heute. Die Augsburger Innenstadt wäre heute eine andere, hätte es den Bombenangriff im Februar 1944 nicht gegeben. die Ludwigsstraße wurde zur Trümmerlandschaft, auch die Bäckergasse, der Predigerberg und die Jakobervorstadt wurden stark getroffen.

    Die Börse wurde bombardiert und der Rathausplatz ist entstanden

    Auf der freien Fläche am Rathausplatz, wurden früher Börsengeschäfte gemacht. Die Fugger gründeten die Augsburger Börse, die zu den ersten dieser Art in Deutschland zählte. Sie machte Augsburg zum bayrischen Finanzzentrum. Zu Beginn des zweiten Weltkriegs sendete der Reichsrundfunk aus dem Gebäude. Der Luftangriff der Alliierten verwandelte einst so bedeutenden Bauwerk eine Ruine. Erst in den sechziger Jahren wurden alle Überreste entfernt und der Rathausplatz so wie heute ist konnte entstehen. Insgesamt wurden in der Bombennacht über 4.000 Gebäude zerstört oder beschädigt.

    Überbleibsel im Stadtwald und im Wittelsbacher Park

    Im nördliche Teil des Augsburger Stadtwaldes sind die Überbleibsel der Bombennacht etwas versteckter. Aus den Kratern der Bomben entstanden Froschteiche. Unter dem Wittelsbacher Park wurde als Konsequenz nach dem Bombenangriff ein großer Luftschutzstollen gebaut, den es bis heute noch gibt.

    Blindgänger liegen noch unter der Erde

    Unter Augsburg liegen bis heute wahrscheinlich noch zahlreiche Bomben die nicht explodiert sind. Über 10 Prozent der Bomben die abgeworfen wurden, waren schätzungsweise Blindgänger. Wenn neu gebaut wird, dann prüft das Amt für Katastrophenschutz zuerst die Luftbilder des Angriffs. Überall dort wo Bomben explodiert sind, könnten heute Blindgänger liegen. Immer wieder werden in Augsburg und Umgebung alte Fliegerbomben gefunden. An Weihnachten 2016 musste eine 1,8 Tonnen schweren Luftmine evakuiert werden, zwei Jahre später wurde eine 250 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe in Stadtbergen entdeckt.

    Neugestaltung der Moritzkirche und Wiederaufbau des goldenen Saals

    Der einst barocke Innenraum der Moritzkirche im Augsburger Zentrum wurde in der Bombennacht zerstört. Heute sind die schlichten weißen Wände im Inneren der Kirche charakteristisch für die moderne Moritzkirche. Auch das Rathaus wurde stark bombardiert. Besonders der Verlust des goldenen Saals war hart für die Augsburger, denn er galt als bedeutendes Kulturdenkmal der Spätrenaissance. Nach Kriegsende wurde der Saal zuerst sehr karg mit Holz wiederaufgebaut. Erst viel später wurde entschieden, die ursprüngliche Pracht wiederherzustellen. 1985 konnte der Goldene Saal im nahezu alten Glanz wiedereröffnet werden.