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Warum das Baden im Fluss zurzeit besonders gefährlich ist | BR24

© BR/Thomas Becht

Erst kam der Starkregen, dann die Hitze und jetzt suchen viele in Bayern Abkühlung – unter anderem in Flüssen. Doch die sind derzeit besonders gefährlich zum Schwimmen. Thomas Becht berichtet.

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Warum das Baden im Fluss zurzeit besonders gefährlich ist

Während der Hitzewelle der letzten Tage gab es mehrere Badeunfälle in Bayerns Flüssen. Besonders tragisch: der Tod eines Vierjährigen, der in der Donau ertrank. Wegen der noch hohen Pegelstände ist beim Flussbaden derzeit besondere Vorsicht geboten.

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In den vergangenen Tagen gab es einige Badeunfälle in bayerischen Flüssen: Neben dem Tod des vierjährigen Jungen in der Donau ereigneten sich weitere Unfälle an einer anderen Donaustelle bei Straubing und an der Regnitz in Bamberg. In Straubing etwa wird seit Montag ein 26-jähriger geübter Schwimmer vermisst. Auch nach dem 32-Jährigen, der in der Regnitz als vermisst gilt, wurde bisher erfolglos gesucht.

Gefährliche Donau, Isar und Alz-Abschnitte weiterhin gesperrt

Seit Ende Juli wurden bereits vier Menschen tot aus der Donau in Niederbayern geborgen. Wegen der hohen Pegelstände ist das Baden in einigen Flüssen Bayerns derzeit auch weiter verboten. An der Isar gilt das etwa seit einigen Tagen für den gesamten Stadtbereich München. Auch mit dem Boot auf der Isar zu fahren ist nicht erlaubt.

Trotz des Verbots lösten drei Schlauchbootfahrer am späten Sonntagabend einen Großeinsatz aus, weil sie an einem Grosshesseloher Wehr in Not geraten waren. Auch im Landkreis Traunstein ist die Alz ab Truchtlaching für Boote bis Freitag gesperrt, weil die Strömung und Treibholz im Wasser derzeit zu gefährlich sind.

In Oberbayern bergen Alpenflüsse Gefahren

Auf der oberbayerischen Amper ist Bootfahren und Baden noch erlaubt. Das Landratsamt Fürstenfeldbruck prüft aber im Moment, ob ein Verbot begründet ist. Vor zwei Tagen geriet eine Stand-Up Paddlerin in einer Stromschnelle bei Grafrath in Lebensgefahr.

Die meisten Unfälle ereigneten sich laut der Wasserwacht Oberbayern in den vergangenen Tagen und Wochen auf der Isar, der Amper, der Loisach und der Salzach. Die Wasserwacht-Vorsitzende Birgit Moosbauer rät vom Baden und Bootfahren in den oberbayerischen Flüssen zum jetzigen Zeitpunkt ab. Nach der Hochwasserlage sei viel Treibgut unterwegs.

Auf der Wasserstraße Main können Schwimmer übersehen werden

Auch andere Flüsse sind nicht ungefährlich. Im Main zum Beispiel ist das Baden generell erlaubt. Dennoch muss man hier auf einiges aufpassen, sagt die Wasserwacht Würzburg. Der Main ist eine Wasserstraße, hier fahren entsprechend große Schiffe vorbei, die Sog und Wellen verursachen. Außerdem gibt es anderen Wassersport, etwa Ruderer oder Motorboote, die Schwimmer übersehen können. Und schlussendlich ist die Strömung zu beachten, die die Schwimmer abtreiben kann – zum Beispiel wenn sich Leute überschätzen und versuchen, den Main zu queren.

DLRG-Einsätze während Hitzewelle um 50 Prozent gestiegen

Der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Bayern, Michael Förster, sagte dem BR, dass die Einsätze für die Wasserretter während der Hitzewelle der letzten Tage um etwa 50 Prozent gestiegen seien. Dass die Gefahr vor allem in größeren und tieferen Flüssen besonders hoch sei, liege vor allem an drei Dingen, berichtete Förster.

Drei Gefahren beim Flussbaden

Erstens wird dem Experten zufolge die Geschwindigkeit des Flusses schnell unterschätzt, wenn man vom Ufer draufschaut. Die Strömungen sind aber nach dem Starkregen der vergangenen Woche immer noch besonders stark. Bei Flüssen, die vom Ufer weg steil abfallen und in denen man schnell nicht mehr stehen könne, rät Förster generell vom Reingehen ab. Zweitens gibt es an Flüssen oft keine Stellen am Ufer zum Festhalten. Und drittens ist das Flusswasser in der Regel kälter als beispielsweise in Seen, was die Muskelkraft ein Stück weit lähmt.

© BR

Baden im Fluss kann gefährlich werden

Was es beim Flussbaden zu beachten gilt

Wer bei der aktuellen Hitze trotzdem im Fluss baden geht, der sollte auf jeden Fall ein geübter und sportlicher Schwimmer sein. Wer tatsächlich in die Situation gerät, von einer Strömung mitgerissen zu werden, der sollte nicht versuchen, gegen die Strömung anzuschwimmen. Das koste nur unnötige Kraft. Besser sei es, sich in Uferrichtung treiben zu lassen und eine Stelle zu finden, wo man aussteigen kann, sagte DLRG-Sprecher Förster.

Bayern: Insgesamt weniger Badetote als im Vorjahr

Immerhin: Nach einer kürzlich erschienenen Statistik der DLRG gab es bis einschließlich Juli in diesem Jahr deutlich weniger tödliche Badeunfälle in Bayern als noch im gleichen Zeitraum 2019. Die beiden Ferienwochen im August sind hier allerdings noch nicht mit einberechnet. Förster vermutet, dass die geringere Zahl also auch durch insgesamt weniger Badende zustande kommt, da das Wetter in der ersten Jahreshälfte sehr durchwachsen gewesen sei.

© BR

Der Main ist ein Fließgewässer, das viele Gefahren birgt. Die DLRG und die Wasserwacht warnen davor, im Main zu baden - trotz einladender Sandstrände.

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