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Corona-Impfung: Warum bekomme ich noch keinen Termin? | BR24

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Warum bekomme ich noch keinen Impftermin?

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Corona-Impfung: Warum bekomme ich noch keinen Termin?

In Bayern sind bisher rund 17.000 Menschen gegen Covid-19 geimpft worden - doch die Nachfrage ist um einiges höher. Die Telefone in den Impfzentren laufen heiß, viele der Anrufer hätten Anspruch auf einen Termin - und bekommen keinen. Warum nicht?

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Von
  • Andreas Neukam

Die Nachfrage nach Impfterminen in den 99 Impfzentren in Bayern ist riesig. Die Telefone laufen heiß. "Wir kommen nicht hinterher, die Anfragen abzuarbeiten", sagt Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Sprecherin des Landkreises Erding. Bislang gibt es in den Impfzentren schon mehr als 8.000 Terminvormerkungen, sagt Bayerns Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek. Gleichzeitig ist auch der Frust groß, weil die Hotlines der Impfzentren immer wieder nicht erreichbar sind.

Manche Impfzentren haben die Terminvergabe bereits wieder gestoppt, etwa im Landkreis Bayreuth. "Weitere Termine zur Impfung können vereinbart werden, sobald klar ist, wann und wieviel weiterer Impfstoff in die Region geliefert wird", heißt es aus dem Landratsamt.

Doch bislang sollte sich gar nicht jeder um einen Termin bemühen. Denn die Reihenfolge der Impfung in Deutschland folgt einer Prioritätenliste, die das Bundesgesundheitsministerium aufgestellt und angeordnet hat. Derzeit haben demnach nur Menschen nach Paragraph 2 der Coronavirus-Impfverordnung Anspruch, sich impfen zu lassen. Dazu zählen unter anderem Pflegekräfte, besonders gefährdetes medizinisches Personal und Menschen über 80 Jahre. Diese Gruppe umfasst deutschlandweit etwa 8,6 Millionen Menschen.

Unklarheiten bei Ü80-Jährigen

Allerdings warten Über-80-Jährige bislang noch auf Informationen, wie sie an eine Impfung und einen Termin kommen – auch die, die zu Hause gepflegt werden und nicht zu einem Impfzentrum kommen können.

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Das passiert, wenn der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer nicht richtig gekühlt wird.

Die Bezirksregierungen verweisen darauf, dass die Landkreise die Durchführung der Impfungen organisieren. Viele Landkreise klären allerdings erst, wie und wann sie diese Menschen erreichen wollen. Das Gesundheitsministerium vertröstet auf Januar. Dann soll diese Gruppe ein Schreiben vom Landkreis erhalten mit Informationen zur Impfung und zur Terminvergabe.

"Es war mir dennoch ein wichtiges Anliegen, mit den Mobilen Impfteams das Impfangebot auch dorthin bringen zu können, wo unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht selbst zum Impfzentrum kommen können – beispielsweise, weil sie immobil sind", sagt Gesundheitministerin Melanie Huml.

In Deggendorf etwa werden Termine von Menschen zusammengefasst, die nicht in einem Seniorenheim leben und bettlägerig sind. Sie werden von mobilen Impfteams zuhause geimpft. In Ansbach soll es Impfbusse geben, die in die einzelnen Gemeinden fahren.

Grundsätzlich können Menschen, die bereits Anspruch auf eine Impfung haben, einen Termin im Impfzentrum an ihrem Wohnort vereinbaren. Die Telefonnummer lässt sich über ein Formular beim Gesundheitsministerium herausfinden oder über die Telefonnummer 116 117.

Wann kommen weitere Gruppen an die Reihe?

Wann Menschen mit "hoher" oder "erhöhter" Priorität geimpft werden können, lässt sich laut Huml im Moment nicht absehen. "Es laufen ja auch weitere Prozesse an Zulassungen von Impfstoff", erläuterte die Ministerin, "deswegen ist es seriös, jetzt nicht genau zu sagen, wann wer geimpft wird". Der nächste Impfstoff soll Anfang Januar EU-weit zugelassen werden.

Anlaufschwierigkeiten: Bund bittet um Verständnis

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat um Verständnis für teils auftretende Anlaufschwierigkeiten bei der Organisation von Corona-Impfungen gebeten. Es werde alles dafür getan, schnellstmöglich so viel Impfstoff für Deutschland zur Verfügung zu haben, wie es gehe, so der Minister.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Wieler ziehen in der Pressekonferenz eine Zwischenbilanz der Corona-Pandemie.

Impfstoff-Lieferung Anfang Januar fällt aus

Das Gesundheitsministerium in Bayern teilte mit, dass der Freistaat wohl in der ersten Januar-Woche kurzfristig doch keine Impfstoff-Lieferung erhält. Ministerin Huml kritisiert dafür den Bund: "Es ist für mich unverständlich." Bayerns Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek hofft auf mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit vom Bund, was die Lieferung von Corona-Impfstoffen angeht. Wenn man in den Impfzentren Termine vergeben wolle, müsse man wissen, wann welcher Impfstoff in welcher Menge zur Verfügung stehe, sagte er B5 aktuell. Bis zum Ende des Jahres sollen rund 200.000 Impfdosen in Bayern ankommen. Bislang sind nach Angaben des Bayerischen Gesundheitsministeriums rund 17.000 Menschen in Bayern einmal gegen das Corona-Virus geimpft.

Betrug mit falschen Anrufen zur Corona-Impfung?

Unterdessen warnt die Stadt Garching vor einer neuen Betrugsmasche. Eine Bürgerin habe einen Anruf erhalten mit der Info: Sie könne sich ab sofort impfen lassen, allerdings gegen Zahlung eines Geldbetrags.

Um ein massenhaftes Phänomen handle es sich dabei nicht, sagt die Polizei München auf BR-Anfrage. Die betroffene Garchingerin habe allerdings genau richtig gehandelt, indem sie misstrauisch blieb und bei ihrer Gemeinde nachfragte.

Die Stadt Garching rät, auf solche Anrufe nicht einzugehen. Die Impfung sei grundsätzlich kostenlos. Alle Informationen zur Impfung und zu Impfterminen würden ausschließlich per Post vom Landratsamt des Landkreises München an die in Frage kommenden Bürger verschickt und nicht per Telefon mitgeteilt.

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