Windrad
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Bei dem schon bestehenden Bürgerwindpark im nördlichen Landkreis Ansbach erzielen die Beteiligten bereits Gewinne.

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Warten hat sich gelohnt: Zwei Windräder für Weiltinger Bürger

Vor zehn Jahren standen die Zeichen noch sehr schlecht für Windanlagen in Weiltingen im Landkreis Ansbach. Doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Mit dem Spatenstich am Donnerstag fiel der Startschuss für zwei Bürgeranlagen.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Am 15. Juni ist internationaler Tag des Windes – das passte gut zu dem Projekt, das am gleichen Tag in Weiltingen im Landkreis Ansbach an den Start ging. Dort fand nämlich der Spatenstich für die beiden neuen Windanlagen statt. Das Besondere: Die Bürgerinnen und Bürger können sich an der Finanzierung beteiligen.

Grüner Strom für 4.700 Haushalte

Die beiden Windräder sollen Ende 2024 oder Anfang 2025 ans Netz gehen und etwa 4.700 durchschnittliche Haushalte mit grünem Strom versorgen. Die Windanlage ist eine kommunale beziehungsweise Bürgeranlage. Das bedeutet, dass sich Menschen in der Region am Projekt finanziell beteiligen können. Das geht entweder direkt als Miteigentümer oder über eine Schwarmfinanzierung, erklärt Katrin Held vom Planungsunternehmen "Naturenergie Zeilinger". Das Interesse sei groß: Beteiligungen sind ab 500 Euro möglich, es wurde schon Interesse von mehr als drei Millionen Euro angemeldet. Insgesamt liegt das Investitionsvolumen der beiden Anlagen aktuell bei 18 Millionen Euro.

Noch unter 10H

Die zwei Bürgerwindanlagen in Weiltingen sind die einzigen in ganz Bayern, die im ersten Quartal 2023 genehmigt wurden – und das sogar noch unter der alten 10H-Regel. Das hat zwar die Planungsphase durch einige Hürden enorm verlängert, nämlich um zwei Jahre, erklärt Reinhold Zeilinger vom Planungsunternehmen. Allerdings habe es ein Gutes: Die Bedenken von Bürgerinnen und Bürger konnten so direkt in die Prüfungen miteinfließen.

Vor zehn Jahren gegen Windräder

Vor knapp zehn Jahren wollte man schon einmal Windräder in Weiltingen errichten – doch das ist kläglich gescheitert und sorgte laut Bürgermeister Christoph Schmidt (parteilos) für viel Streit: "Meine Vorgängerin hat gesagt: Mit dem Thema Windrad kommt mir keiner mehr ins Rathaus." Doch die Menschen kamen wieder und boten zahlreiche Ideen. Letztendlich überzeugt hatte den Bürgermeister aber ein Mitarbeiter der Regierung von Mittelfranken. Er präsentierte ihm den Windatlas Bayern und einen perfekten Standort – nämlich den Wald im Ortsteil Frankenhofen. Weil das Gemeindegebiet ist, wagte der erst skeptische Christoph Schmidt einen neuen Versuch und befragte die Bevölkerung im Ortsteil. Mehr als 60 Prozent stimmten dafür und so begannen 2019 die Planungen.

Erfolgreicher Bürgerwindpark im nördlichen Landkreis

Das Planungsunternehmen hat im nördlichen Landkreis Ansbach bereits einen Bürgerwindpark errichtet. Dieser sogenannte "Nora-Bürgerwindpark" wird von 215 Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam mit den fünf Nora-Gemeinden finanziert. "Nora" steht für den nördlichen Landkreis Ansbach. Der Bürgerwindpark ging 2015 ans Netz und seit vergangenem Jahr erzielen alle Beteiligten Gewinne, freut sich der Nora-Windpark-Sprecher und Oberdachstettens erster Bürgermeister, Martin Assum (CSU).

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Spatenstich für die zwei Bürgerwindanlagen im Weiltinger Ortsteil Frankenhofen.

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