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Eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer wird aufgezogen.

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Warten auf knappen Impfstoff: Corona-Impfung für Kinder startet

Ab heute können Kinder ab zwölf Jahren mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft werden. Doch die Wartelisten sind lang und der Impfstoff knapp. Zudem steht die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) noch aus.

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Von
  • Tina Wenzel
  • Constanze Schulze

Kinderarzt Michael Hubmann in Zirndorf wartet auf die Lieferung des Corona-Impfstoffes. Am Nachmittag soll sie eintreffen. Dann wird er auch Kinder ab zwölf Jahren mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer impfen. Zunächst Kinder mit Vorerkrankungen, sagt Hubmann.

Empfehlung der Stiko steht noch aus

Ende Mai hat die europäische Zulassungsbehörde den Impfstoff für die Altersgruppe geprüft und zugelassen. Eine US-amerikanische Studie zeigt, dass der Impfstoff auch Kinder verlässlich vor einer Corona-Erkrankung schützt. Die Ständige Impfkommission – kurz Stiko – hat noch keine Empfehlung gegeben. Sie prüft noch Daten. Mehrfach signalisierte sie in der vergangenen Woche, dass sie möglicherweise keine allgemeine Impfempfehlung geben wird, sondern nur für vorerkrankte Kinder.

"Die Entscheidung der Stiko wird für uns wichtig sein. Die Vorboten, dass wir Kinder mit Grunderkrankungen zuerst impfen sollen, ist ein Weg, den wir gut gehen können", so Hubmann.

Lange Wartelisten, knapper Impfstoff

Mit den Impfungen kann bereits begonnen werden, wenn die Eltern und Kinder sich dafür entscheiden. Allerdings ist der Impfstoff knapp und die Warteliste lang. In der Kinderarztpraxis von Michael Hubmann stehen auch Jugendliche ab 16 Jahren auf der Liste, sowie Eltern und Großeltern mit Vorerkrankungen.

"Wir werden Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen als auch Großeltern und Eltern parallel impfen. Genauso wie über 16-Jährige aus Abschlussklassen", betont Hubmann. Der Arzt will einen Generationenkonflikt vermeiden.

Erleichterung bei Familie mit vorerkranktem Kind

Wie wichtig eine Impfung für manche Kinder und Jugendliche ist, zeigt das Beispiel von Joshua. Aufgrund seines Alters konnte er lange nicht geimpft werden. Dabei fehlt ihm von Geburt an eine Niere. Wegen eines Herzfehlers musste er zudem schon zwei Mal operiert werden. "Er braucht keinen Krankenhausaufenthalt wegen Corona. Und wenn ich ihn schützen kann, gibt's nur eins: impfen", sagt seine Mutter, Nadja Christgen.

Vor kurzem ist Joshua 16 Jahre alt geworden und erhielt bereits vergangene Woche einen Impftermin bei Kinderarzt Michael Hubmann. Die Familie ist sehr erleichtert. "Ich bin so froh, dass es hier geklappt hat", sagt Joshuas Mutter. Die Impfung bedeute mehr Sicherheit für den geschwächten Jungen.

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Ab Montag (07.06.21) können Kinder mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft werden. Die Wartelisten sind jedoch lang und der Impfstoff knapp. Wir haben zum holprigen Start eine Praxis in Nürnberg besucht.

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