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Garmisch-Partenkirchen: Leichte Entspannung nach Corona-Ausbruch | BR24

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Nach der Infektionswelle in Garmisch-Partenkirchen, die wohl weitgehend auf eine Person zurückzuführen ist, legt Landrat Anton Speer (Freie Wähler) die neuesten Testergebnisse vor.

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Garmisch-Partenkirchen: Leichte Entspannung nach Corona-Ausbruch

Erleichterung, aber keine Entwarnung - so ist die Lage in Garmisch-Partenkirchen nach den Massentests vom Wochenende. Von den Corona-Proben waren nur drei positiv. Bei den Infizierten handelt es sich um drei Deutsche.

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Die Massentests nach der Kneipentour einer mit Corona infizierten Frau durch Garmisch-Partenkirchen lassen aufatmen: Nur drei von rund 740 am Wochenende Getesteten sind ebenfalls infiziert. Das hat das Landratsamt am Dienstag bekanntgegeben. Testergebnisse vom Montag stünden aber noch aus.

Von den drei infizierten Deutschen waren zwei Gäste in einem Pub und ein weiterer in der Cocktailbar beschäftigt. Sie stammen aus Garmisch-Partenkirchen und Bad Kohlgrub. Das Landratsamt hat damit auch eine frühere Meldung revidiert, bei der die Rede von einem Deutschen und zwei Amerikanern gewesen war.

Neue Arbeit durch positive Testergebnisse

Die drei positiven Ergebnisse bringen jetzt neue Arbeit für das Gesundheitsamt: So ist etwa ein Corona-Infizierter Mitglied in einer Blaskapelle im nördlichen Landkreis. Er hat an Proben teilgenommen und sogar bei einem Konzert gespielt. Kontaktpersonen werden derzeit ermittelt und weitere Tests durchgeführt. Am Mittwoch soll es weitere Ergebnisse geben - darunter auch wieder ausgewertete Abstriche von jungen Menschen, die im Garmisch-Partenkirchener Nachtleben unterwegs waren. Sollten auch diese überwiegend negativ sein, wäre das ein gutes Zeichen, heißt es von Landrat Anton Speer.

Probleme durch falsche Angaben

Jedoch bleibt ein gewisses Maß an Unsicherheit. Denn die Ermittlungsarbeit vom Gesundheitsamt gestaltet sich äußert schwierig. Fast zwei Drittel aller Namen und Telefonnummern auf den Registrierungslisten in den betroffenen Lokalen sind falsch, sagt Hansjörg Wiesböck vom Gesundheitsamt. Die angeblichen Bill Gates oder Donald Trumps könnten jetzt zu einem echten Problem werden und Covid-19 im schlimmsten Fall weiterverbreiten.

Landrat Anton Speer (Freie Wähler) appellierte an alle jungen Leute, "die an den entsprechenden Abenden im Nachtleben unterwegs" waren, sich testen zu lassen.

"Superspreaderin" im Fokus

Im Fokus des Infektionsgeschehens steht eine 26-jährige Amerikanerin, die trotz Symptomen und Quarantäneanordnung auf Kneipentour gegangen sein soll. Sie könnte - so die Befürchtung der Behörden - zahlreiche weitere Menschen angesteckt haben.

Die Frau arbeitet in einem Hotel für US-Streitkräfte und deren Familien. Die Ferienunterkunft wurde am Montag für zwei Wochen geschlossen, nachdem mehrere Beschäftigte positiv getestet wurden. 25 Menschen sind dort nach jüngsten Angaben infiziert. Unklar ist aber weiter, ob die insgesamt 28 Fälle wirklich allein auf die Frau zurückzuführen sind oder es andere Quellen gibt.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung

Die Staatsanwaltschaft München hat bereits ein Ermittlungsverfahren gegen die mutmaßliche "Superspreaderin" eingeleitet. Ermittelt wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung. Landrat Speer betonte, die Frau habe "wissentlich die Quarantäne nicht eingehalten".

In der auch bei Touristen beliebten Marktgemeinde an der Zugspitze liegt die Zahl der neu registrierten Corona-Fälle mit einem Wert von 57,65 weiter über dem kritischen Wert von 50 Neuinfektionen an sieben Tagen je 100.000 Einwohner. Das Landratsamt hatte bereits durch eine Allgemeinverfügung verschiedene Einschränkungen etwa bei den Öffnungszeiten in der Gastronomie verhängt, diese müssen um 22 Uhr schließen. Außerdem sind größere Menschen-Ansammlungen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen untersagt. Dem Landrat zufolge gelten die Auflagen vorerst weiter.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte das Verhalten der Frau "besonders rücksichtslos" genannt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach von einem "Musterfall für Unvernunft".

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Garmisch Partenkirchen: Dort gibt es nun leichte Entwarnung. Bei den Massentests vom Wochenende, nach der Partynacht der Superspreaderin, sind bislang nur drei neue Infektionen dazugekommen.

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