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Mit sogenannten Kanaldeckelwächtern und Regenmessstationen warnt ein Unternehmen aus Herzogenaurach vor drohendem Starkregen. Die Warnungen empfangen die Feuerwehrleute direkt in ihren Einsatzfahrzeugen.

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Warnung vor Starkregen - Herzogenauracher Firma bietet Lösungen

Bei Starkregenereignissen zählt jede Minute. Das haben die Unwetter der vergangenen Tage gezeigt. Um Behörden und Anwohner früher warnen zu können, hat die Herzogenauracher Firma Spekter ein Starkregen-Warnsystem entwickelt.

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Von
  • Frank Strerath

Auf der Unterseite einiger Kanaldeckel im mittelfränkischen Adelsdorf sind kleine schwarze Kästchen befestigt. Gehalten werden sie von kleinen Magneten und einem Sicherungsseil. In dem Kästchen steckt High-Tech: Sensoren, die Bewegungen und Wasserstände messen. Informatiker Matthias Falk erklärt: "Das ist unser Kanaldeckelwächter, der misst im Schacht, wie tief das Wasser steht, wie hoch und wie schnell das ansteigt." Außerdem messe das System auch eine Lageveränderung. Wenn der Kanaldeckel aufspringt und der Kanal offen ist, gibt es Alarm.

Flussläufe und Wasserwege im Blick

Mit seiner Firma misst Matthias Falk nicht nur den Wasserstand im Kanal. An den Bächen und Flussläufen haben sie ebenfalls Sensoren angebracht. So bekommen sie Informationen, wenn dort die Pegel schnell ansteigen. Gerade bei Starkregen gibt es auch da ein Problem. In der Zentrale in Herzogenaurach laufen die Daten auf. Das junge Unternehmen bietet für Kommunen einen Dienst an, um besser auf Hochwasserereignisse vorbereitet zu sein. Nicht nur Adelsdorf, auch Passau oder Bruchsal bei Karlsruhe sind schon Kunden der Spekter GmbH.

Die Daten der Sensoren landen bei der Kommune, etwa beim Bauhof, der Kläranlage und in der Verwaltung, damit diese im Notfall sofort Bescheid wissen. Als zusätzlichen Service bietet die Firma auch eine Bürgerapp an. In Adelsdorf kann sich jeder Anwohner diese Applikation runterladen und wird dann per E-Mail und SMS im Notfall alarmiert.

Adelsdorf in Mittelfranken setzt auf das System

Der Gemeinderat und der Bürgermeister von Adelsdorf gehören zu den ersten, die auf dieses System setzen. Besonders hilfreich sind die Daten auch für die Feuerwehr, erklärt Kommandant Patrick Sorger. "Das System ist ziemlich neu etabliert in der Gemeinde Adelsdorf. Allerdings hatten wir schon zwei, drei Szenerien, wo es tatsächlich geholfen hat. Da hat das Starkregen-Alarmsystem ausgelöst." - Und zwar so früh, dass die Feuerwehrleute schon erste Maßnahmen ergreifen konnten, noch bevor der erste Notruf im Feuerwehrhaus eingetroffen war.

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Warnung vor Starkregen - Herzogenauracher Firma bietet Lösungen

Simulation schwerer Regenereignisse

Ein weiteres Angebot der Firma: sie entwickelt für die Kommunen eine Starkregen-Gefahrenkarte. Da wird die Reaktion der Flüsse auf Regenereignisse in einer Simulation dargestellt, speziell für einen Ort oder eine Region. Im Nachgang kann das dann auch mit tatsächlichen Schadensereignissen abgeglichen werden. Mit diesen Daten bietet die Herzogenauracher Firma den Kommunen auch ein Beratung an, entwickeln ein Konzept und Maßnahmen, um den Bürgern vor Ort zu helfen. Solche Ratschläge können dann auch bedeuten, eine Kanalanlage vergrößern zu müssen oder zusätzliche Überflutungsgebiete auszuweisen. Denkbar ist solch eine Simulation auch für neue Baugebiete. So kann im Vorfeld getestet werden, ob das Areal ausreichend vor Starkregen oder Hochwasserereignissen geschützt ist, die Kanalisation auch große Wassermengen bewältigt.

Nachfrage nimmt zu

Das alles kostet die Kommunen natürlich Geld. In den vergangenen Jahren mussten die Starkregen-Experten mit ihrem System regelrecht hausieren gehen. Nur wenige Städte und Gemeinden gaben dafür Geld aus. Doch seit den Hochwassern der vergangenen Tage hat die junge Firma gleich mehrere Anfragen auf dem Tisch.

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