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Forscher entfernen Eizelle

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    Warnung vor Designerbabys

    Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat klare Grenzen in der Fortpflanzungsmedizin gefordert. Zum Start der "Woche für das Leben" warnte die CSU-Politikerin davor, alle Möglichkeiten auszureizen, um einen Kinderwunsch zu erfüllen.

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    Nach Ansicht Melanie Humls sollte künftig ein umfassendes Gesetz alle Methoden der Fortpflanzungsmedizin regeln. Die aktuellen Vorschriften seien größtenteils im Embryonenschutzgesetz von 1991 geregelt und umfassten nicht mehr alle medizinischen Möglichkeiten der heutigen Medizin, schreibt die bayerische Gesundheitsministerin heute in einer Pressemitteilung.

    Klare Absage an "Wunschkinder nach Maß"

    Darin verspricht sie außerdem, dass der Freistaat diese modernen Möglichkeiten verantwortungsbewusst nutzen werde. "Verantwortungsbewusst" heißt für Huml: Nicht alles, was medizinisch möglich ist, auch tatsächlich möglich zu machen.

    Die CSU-Politikerin und approbierte Ärztin verweist auf ethische Gründe und nennt als konkretes Beispiel die Präimplantionsdiganostik (PID). Diese dürfe, so Huml, nicht als Selektionsinstrument angewendet haben. "Unüberlegte Vorstöße" zu sogenannten Designerbabys lehne man strikt ab. Indirekt wendet sich Huml damit auch gegen vorschnelle, unüberlegte Entscheidungen zur Abtreibung. Der Schutz des Lebens habe oberste Priorität, schreibt sie.

    PID: Gezielte Suche, strenge Auflagen

    Als PID wird die genetische Untersuchung eines durch künstliche Befruchtung erzeugten Embryos bezeichnet, bevor er in die Gebärmutter übertragen wird. Dabei wird gezielt etwa nach Erbkrankheiten oder Chromosomen-Anomalien gesucht. Die PID darf nach dem Embryonenschutzgesetz nur in Ausnahmefällen unter strengen Voraussetzungen vorgenommen werden. Im Freistaat ist dies nur in vier dafür zugelassenen Zentren der Fall.

    Auch wenn die CSU-Politikerin den wissenschaftlichen Fortschritt als wichtige Hilfe für den Kinderwunsch vieler Paare begrüßt, liegt sie mit ihrer doch eher konservativen Haltung in Fragen der Fortpflanzungsmedizin nicht nur auf Linie ihrer Partei - sondern steht auch in Einklang mit vielen Behindertenbeauftragten, Bioethikern und Kirchenvertretern.