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Warnsysteme getestet: So lief der Probealarm in Bayern

In ganz Bayern sollten um 11 Uhr die Sirenen heulen oder Warnnachrichten auf dem Handy erscheinen. Ein Test der Warnsysteme. Bayerns Innenminister Herrmann ist zufrieden, ebenso Bezirksregierungen. Aber: Bei vielen BR24-Nutzern blieb das Handy stumm.

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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat eine erste positive Bilanz des landesweiten Probealarms gezogen. "Alle zur Verfügung stehenden Warnmittel konnten beim breit angelegten Testlauf umfassend erprobt werden“, so Herrmann. Beim landesweiten Probealarm heulten am Donnerstag um 11 Uhr Sirenen, kamen Meldungen auf dem Handy an. Auch Lautsprecher waren aktiviert. Sowohl die Warnungen auf Mobiltelefone über die Warn-Apps "NINA" und "Katwarn" als auch über das neue Cell Broadcast verliefen demnach weitgehend reibungslos. Die detaillierten Ergebnisse müssten aber noch abgewartet werden.

Nur vereinzelt "leichte Verzögerungen"

Die digitalen Warnungen hätten innerhalb kurzer Zeit nach Auslösung des bayernweiten Alarms um 11.05 Uhr und zehn Sekunden die Menschen erreicht. Nur vereinzelt sei es zu leichten Verzögerungen gekommen. Auch die Sirenenwarnung habe gut geklappt. Wichtig sei, dass man auf einen vielfältigen Warnmittelmix aus Sirenen, Rundfunkdurchsagen, digitalen Stadtinformationstafeln, Warn-Apps und die neue Cell-Broadcast-Technologie bauen könne, so Herrmann.

Auf den digitalen Stadtinformationstafeln seien die Warnungen erstmals bayernweit zentral ausgelöst worden. "Mit den Warnungen über Informationstafeln beispielsweise auf Bahnhöfen, im Öffentlichen Nahverkehr und in den Innenstädten können wir noch mehr Menschen in Gefahrenlagen erreichen und vor allem auch visuell warnen", sagte der Minister.

Zwar sei Bayern gut aufgestellt, "es gibt aber weiterhin noch genug zu tun". Teilweise seien zum Beispiel keine Sirenen mehr vorhanden. Die im Bundeshaushalt 2023 vorgesehenen 5,5 Millionen Euro für ein künftiges bundesweites Sirenenförderprogramm seien "nicht einmal ein Tropfen aus den heißen Stein", kritisierte der Minister. "Das ist kein Neustart im Bevölkerungsschutz", sondern "eher ein trauriger Fehlstart". 

Positive erste Bilanzen in Franken

Auch in Mittelfranken ist man zufrieden mit dem Warntag. Alle Sirenen hätten den Alarm pünktlich ausgelöst, teilte die Regierung in Ansbach auf BR-Anfrage mit. Auch die Warn-Apps und das erst kürzlich eingeführte System Cell Broadcast hätten funktioniert. Allein in Nürnberg wurden mehr als 100 Sirenen ausgelöst.

Eine Frau tippt auf einem Smartphone.
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In Unterfranken verlief der Probealarm "im Wesentlichen störungsfrei". Dieses Fazit zieht die Regierung von Unterfranken auf BR-Anfrage. Bei der Regierung seien keine massiven Probleme oder Ausfälle bezüglich des Probealarms gemeldet worden. Es heulten vielerorts Sirenen und auf Mobiltelefonen gingen Warnhinweise ein. Die Mobilfunkunternehmen Vodafone und Deutsche Telekom äußerten sich derweil zufrieden.

Nicht alle BR24-Nutzer mit Probealarm zufrieden

Von den BR24-Nutzern waren nicht alle zufrieden. Etliche schrieben in den unter Pseudonym verfassten Kommentaren über ihre Erfahrungen. Zwar gab es Lob wie "Sogar das ausgeschaltete Handy hat gewarnt". Aber es gab auch etliche, die sich über mangelnden Alarm auf dem Handy beklagten: "Bei mir war das Smartphone still wie auf dem Friedhof", sagte einer.

Ein anderer erzählt, dass er extra vom Homeoffice im Keller nach oben gegangen sei, aber keine Benachrichtigung über das Cell Broadcast System empfangen habe, auch nicht über NINA und Katwarn ein "leises Plop" von sich gegeben habe. Aber immerhin hatte er Sirenen heulen hören. Ein anderer stellte eine zeitliche Verschiebung fest - von pünktlichem Cell Broadcast bis zu einer 25 Minuten späteren NINA-App. Und wieder ein anderer, den keine Warnung erreichte, stellt fest, dass seine Stadt nicht am Probealarm teilgenommen hat.

Erfahrungen aus dem Dezember

Anfang Dezember hatte es bereits einen bundesweiten derartigen Probealarm gegeben. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bezeichnete den Warntag damals als einen Erfolg. Allerdings kamen die Warnnachrichten nicht auf allen Smartphones an. Herrmann hatte damals erklärt, leider habe nicht überall alles reibungslos geklappt, und es sei teilweise zu Ausfällen und Überlastungen der Server gekommen.

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