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Warnstufe Rot: Oberfränkische Förster schlagen Borkenkäfer-Alarm | BR24

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Bei den anhaltend warmen Temperaturen erwachen die Borkenkäfer wieder zum Leben.

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Warnstufe Rot: Oberfränkische Förster schlagen Borkenkäfer-Alarm

In Teilen von Oberfrankens Wäldern droht eine massive Gefahr durch Borkenkäfer. In den Landkreisen Kulmbach und Kronach wurde die Warnstufe deshalb schon jetzt auf Rot angehoben – als bislang einzige in ganz Bayern.

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Oberfränkische Förster schlagen Alarm: In Teilen von Oberfrankens Wäldern besteht eine extrem hohe Gefahr durch Borkenkäferbefall. In den Landkreisen Kulmbach und Kronach wurde die Warnstufe deshalb nun auf Rot angehoben, teilte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Kulmbach mit. Oberfranken rage in der Bayernkarte schon jetzt besonders heraus und sei besonders betroffen, so das Amt. Bislang gibt es nur hier Landkreise mit der roten Gefährdungsstufe – der zweithöchsten von insgesamt drei Warnstufen.

Massenvermehrung in den letzten beiden Sommern

Die vergangenen beiden Sommer hätten mit ihrer extremen Trockenheit und Hitze zu einer Massenvermehrung der Fichten-Borkenkäfer geführt, sagt AELF-Leiter Michael Schmidt. Die aktuelle warm-trockene Witterung lasse daher Schlimmes erahnen.

"Die Situation ist katastrophal. Wir laufen in das dritte Borkenkäferjahr in Folge. Viele Waldbesitzer kämpfen aktuell gegen den Käfer an. Ich habe hohen Respekt vor der Leistung und dem Willen unserer Waldbesitzer. Dieser Kampf ist ein Dienst an unserer Gesellschaft. Mit dem Holz ist kein Geld verdient – es geht jetzt nur noch darum, ob wir überhaupt noch einen Wald haben werden." Michael Schmidt, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF)

Befallene Bäume müssen sofort aus dem Wald

Waldbesitzer müssten nun regelmäßig kontrollieren, ob sich am Fuß der Bäume das für den Borkenkäfer typische braune Bohrmehl finden lasse, so Schmidt. Befallene Bäume sollten sofort gefällt und aus dem Wald gebracht werden – wobei ein Abstand von mindestens 500 Metern zum nächsten Wald einzuhalten ist, um keine weiteren Bäume zu gefährden.

Eine befallene Fichte entlässt bis zu 20.000 Käfer

Von der Eiablage bis zum Ausflug der Jungkäfer vergehen etwa sechs bis acht Wochen. Die erste Brutgeneration der Borkenkäfer abzutöten, sei extrem wichtig, betont Schmidt. Eine befallene Altfichte entlasse mindestens 20.000 Käfer, die Hälfte davon seien Männchen. Diese könnten wiederum bis zu 20 Nachbarbäume befallen, aus denen dann wiederum bis zu 400.000 neue Käfer ausschwärmen und bis zu 400 weitere Fichten schädigen könnte.

Hilfe bei Fragen zur Borkenkäfer-Bekämpfung

Trotz der Corona-Pandemie sei eine Bekämpfung des Borkenkäfers möglich und auch weiterhin zwingend erforderlich, so der Leiter des AELF weiter. Wer Fragen zur Borkenkäfer-Bekämpfung und der späteren Wiederaufforstung hat, kann sich an das Amt für Ernährung und Forstwirtschaft wenden. Auch Fördergelder können beantragt werden.

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