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Warnstreiks lähmen Nahverkehr in Bayerns Großstädten | BR24

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Die U-Bahn fährt gar nicht in München und Nürnberg, Busse nur eingeschränkt. Der öffentliche Nahverkehr wird heute in elf bayerischen Städten bestreikt.

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Warnstreiks lähmen Nahverkehr in Bayerns Großstädten

Ein Warnstreik der Gewerkschaft Verdi hat heute den öffentlichen Nahverkehr in Bayerns großen Städten weitgehend lahmgelegt. Die Beschäftigten fordern mehr Geld und einen bundesweiten Tarifvertrag.

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U-Bahn, Bus und Tram blieben vielfach in den Depots – und Fahrgäste an den Haltestellen stehen. In den bayerischen Großstädten voranzukommen, war schwierig. Weil U-Bahnen und Straßenbahnen wegen der Warnstreiks ausfallen, sind viele Pendler aufs Auto umgestiegen – nur um dann auf der Straße stecken zu bleiben. Und auch die Busse, die in München und Nürnberg zumindest ein Notprogramm fahren sollten, kamen wegen der Staus oft nur langsam voran.

Streiks in elf bayerischen Städten

In insgesamt elf bayerischen Städten streikten die Bediensteten des Nahverkehrs. Betroffen waren München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Fürth, Coburg, Schweinfurt, Aschaffenburg, Landshut und Würzburg. Die Gewerkschaft Verdi will für die rund 87.000 Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr einen bundesweit einheitlichen Tarifvertrag mit besseren Arbeitsbedingungen erkämpfen. Bisher hat jedes Bundesland für den Nahverkehr seine eigenen Verträge mit der Gewerkschaft. Der Job sei stressig und nicht mehr attraktiv, klagen Gewerkschafter. Nur mit Verbesserungen lasse sich das Personal gewinnen, um den Nahverkehr künftig weiter auszubauen.

Arbeitgeber: Verhandlungsatmosphäre war eigentlich gut

Die Arbeitgeber dagegen kritisieren, dass der Tarifkonflikt auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen werde. "Ich finde, wir haben die Verhandlungen bisher in einer sehr guten Atmosphäre geführt", sagte Werner Albrecht von den Münchner Stadtwerken, der in Bayern auf Arbeitgeberseite die Verhandlungen führt, im Bayerischen Rundfunk.

Verdi-Vertreter zeigen sich sehr zufrieden mit der Streikbeteiligung, die durchweg hoch gewesen sei. In München etwa seien 80 Prozent der Busse und Trambahnen nicht aus den Depots gefahren, und keine einzige U-Bahn.

Ausweichen aufs Fahrrad und die eigenen Füße

Aufs Fahrrad umsteigen oder zu Fuß gehen, riet die Polizei etwa in Nürnberg und bat gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben um Geduld. Auch die Gewerkschaft Verdi bat die Fahrgäste um Verständnis – das manche, aber längst nicht alle ,aufbrachten. In Coburg streikten die Busfahrer bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen. In Regensburg fuhren Überlandbusse weiter, die Stadtbusse aber nicht, was unter Fahrgästen teils für Verwirrung sorgte. In München und Nürnberg verkehrten die S-Bahnen weiter, die von der Deutschen Bahn betrieben werden.

Neue Streiks nicht ausgeschlossen

Laut Verdi sollen im Nahverkehr diese Woche zunächst keine weiteren Streiks stattfinden. Für die Zeit danach komme es aber auf den Fortgang der Verhandlungen an. Gewerkschafter Gerald Burkard aus Aschaffenburg prognostizierte im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk einen langen Arbeitskampf – zumal Busfahrer im benachbarten Hessen deutlich mehr verdienen als in Bayern, so der Gewerkschafter. Die Streiks seien noch lange nicht zu Ende.

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Bayernweite Warnstreiks im ÖPNV: Die Gewerkschaft Verdi kämpft für einen neuen bundesweiten Tarifvertrag. Der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung erläutert im BR-Interview seine Sicht auf die Warnstreiks.

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