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Warnstreiks in Schwaben: Verdi zieht positive Zwischenbilanz | BR24

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Die Gewerkschaft Ver.di hat eine erste positive Zwischenbilanz zum heutigen Warnstreik im Öffentlichen Dienst in Augsburg gezogen.

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Warnstreiks in Schwaben: Verdi zieht positive Zwischenbilanz

Kliniken, Landratsämter oder Kitas - der Warnstreik im öffentlichen Dienst war heute in Schwaben spürbar. Die Gewerkschaft Verdi ist zufrieden, auch wenn in Augsburg und Kempten die zentralen Kundgebungen anders als geplant liefen.

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Die Zwischenbilanz fällt für die Gewerkschaft Verdi positiv aus, der Warnstreik im öffentlichen Dienst hat sich in Schwaben deutlich bemerkbar gemacht. Man sei mit der Beteiligung sehr zufrieden, so Erdem Altinisik, Bezirksgeschäftsführer von Verdi im Bezirk Augsburg. Allerdings durfte die geplante große Kundgebung für die Streikbeteiligten nicht stattfinden. Auch der geplante Besuch des Verdi-Vorsitzenden Frank Werneke wurde gestrichen. Stattdessen gab es eine Foto-Aktion für die Streikteilnehmer.

Städtische Kitas und Uniklinik in Augsburg betroffen

Von den Streiks betroffen war ein Großteil der städtischen Kitas, die entweder ganz geschlossen blieben oder nur eine Notbetreuung anboten. Auch die städtische Müllabfuhr und die Uniklinik Augsburg wurden bestreikt. Peter Biederwolf, Pfleger an der Uniklinik Augsburg, erklärte dazu im BR-Interview, dass seine Kolleginnen und Kollegen enttäuscht seien, weil "von der Anerkennung, die vor kurzem noch spürbar war, scheinbar nichts übrig geblieben ist."

Pfleger nehmen Rücksicht beim Streiken

Von der Klinikleitung war der Zeitpunkt des Streiks - jetzt zum Zeitpunkt der ansteigenden Corona-Zahlen - kritisiert worden. Doch auch darauf haben die streikenden Pfleger nach eigenen Angaben Rücksicht genommen. Es dürfe durch den Streik niemand zu Schaden kommen, darauf würden die streikenden Pflegerinnen und Pfleger sehr achten, so Biederwolf. Außerdem seien die Corona-Stationen von den Streikmaßnahmen ausgenommen. Die viel größere Gefährdung gehe nach Ansicht des Pflegers vom seit Jahren bestehenden Personalmangel aus. Die schlechte Bezahlung und der hohe Arbeitsdruck führten dazu, dass es kaum Nachwuchs gebe.

Hohe Streikbeteiligung im Allgäu

In Kempten konnte die zentrale Kundgebung stattfinden. Laut Verdi nahmen mit rund 350 Menschen viel mehr daran teil als erwartet. Insbesondere nach dem am Freitag vorgelegten Angebot der Arbeitgeberseite sei der Unmut groß, heißt es. Warnstreikaktionen liefen unter anderem in den Landratsämtern Lindau, Oberallgäu, Ostallgäu, Weilheim-Schongau, im Klinikverbund Allgäu, im BKH Memmingen und BKH Kaufbeuren sowie bei den Stadtwerken Bad Wörishofen und dem Abwasserverband Rothach (Lindenberg). Insgesamt waren fast 50 Betriebe beteiligt.

Im Allgäu wurde nur für den heutigen Tag zu Warnstreiks aufgerufen. Bei Bedarf werde man aber weitere Streikaktionen nach der nächsten Verhandlungsrunde planen, so Verdi auf BR-Anfrage.

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