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Warnstreiks in Mittelfranken: 37 Betriebe betroffen | BR24

© dpa-Bildfunk/Christian Charisius

Warnstreiks stehen auch in Mittelfranken wieder an

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    Warnstreiks in Mittelfranken: 37 Betriebe betroffen

    Leere Stadtverwaltungen, verwaiste Jobcenter und weniger Parktickets: Fast überall werden die Folgen des Warnstreiks im öffentlichen Dienstes am Montag spürbar sein. Die Gewerkschaft Verdi hat zahlreiche Betriebe in Mittelfranken dazu aufgerufen.

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    Wer am Montag auf dem Amt oder im Jobcenter etwas zu erledigen hat, könnte unter Umständen vor verschlossenen Türen stehen. Die Gewerkschaft Verdi hat erneut in ganz Bayern zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst aufgerufen, alleine in Mittelfranken werden 37 mittelfränkische Betriebe und Dienststellen bestreikt.

    Arbeitgeber lehnten "kurze" Tarifverträge ab

    Seit 1. September würden die Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst ohne Erfolg verlaufen, heißt es in der Mitteilung der Gewerkschaft. Auch die "Kurzläufertarifverträge", die Verdi der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) im Frühjahr vorgestellt hatte, wurden abgelehnt. Damit hätte man Streiks in Coronazeiten verhindern können, so Rita Wittmann, Geschäftsführerin von Verdi Mittelfranken. So sei man zum Streiken gezwungen worden.

    4,8 Prozent mehr gefordert

    Zum einen hätten die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst seit Ausbruch der Pandemie viel für die Gesellschaft geleistet, zum anderen seien diese am Ende ihrer Kräfte. Fehlendes Geld in den Kassen der Kommunen habe zur Folge, dass beim Personal gespart werde. Konkret fordert Verdi 4,8 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro und 100 Euro mehr fürs Azubis. Die Arbeitgeber bieten indes ein Plus von 3,5 Prozent auf drei Jahre verteilt.

    Vom Streik betroffen: Verwaltung, Energie, Medizin

    Zum Streik aufgerufen sind die Beschäftigten unterschiedlicher Dienststellen der Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen, Herzogenaurach, Ansbach und weiterer mittelfränkischer Gemeinden. Die N-Ergie, die Kommunale Verkehrsüberwachung, die Stadtwerke Erlangen und die Infra Fürth legen heute ihre Arbeit nieder.

    Im Bereich Gesundheit streikt die Lebenshilfe Nürnberg, die Norisinklusion, das Nürnbergstift, Anregiomed und das Klinikum Fürth. Außerdem ist die Bundesagentur für Arbeit, das BA-IT Systemhaus und das Wasserschifffahrtsamt Nürnberg zum Streik aufgerufen. Kindertageseinrichtungen sind zum größten Teil nicht davon betroffen.

    Wegen Corona: Keine Massenaktion geplant

    Wegen der ansteigenden Coronazahlen sind laut Verdi viele kleine Aktionen und Kundgebungen geplant. An der großen Kundgebung um 12.00 Uhr am Nürnberger Kornmarkt sollen nur jeweils ein bis zwei Delegierte der einzelnen Streikbetriebe teilnehmen.

    GEW schließt sich Streiks an

    Neben Verdi ruft auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Nürnberg und Umgebung zu einem Warnstreik auf. Die Bildungsgewerkschaft steht mit einem Informationsstand zwischen 10.00 Uhr und 13.00 Uhr auf dem Nürnberger Hallplatz. So wolle man unter Corona-Vorgaben den Forderungen der Mitglieder Ausdruck verleihen, sagt GEW-Landesvorsitzender Anton Salzbrunn in einer Mitteilung. Wie Verdi fordert die GEW Gehaltssteigerungen um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro.

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