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Warnstreiks in Bayern: Damit müssen Sie heute rechnen | BR24

© pa/dpa/Jan Woitas

Mehrere übervolle Mülltonnen

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Warnstreiks in Bayern: Damit müssen Sie heute rechnen

Sie wollen mehr Geld - auch als Zeichen der Wertschätzung für ihre Arbeit. Im Öffentlichen Dienst wird es daher heute in ganz Bayern wieder Warnstreiks geben. Wer wann wo streikt: Darauf müssen Sie sich einstellen.

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In Corona-Zeiten sind sie oft überdurchschnittlich gefordert oder stehen besonderen Herausforderungen gegenüber: Arbeiter für Müllbeseitigung, Ärzte und Pflegende, Mitarbeiter in Gesundheitsämtern, Erzieher und noch viele weitere Angestellte im Öffentlichen Dienst. Ihre Forderung nach mehr Gehalt ist daher auch eine Forderung nach mehr Anerkennung und Wertschätzung ihrer Leistung.

Ein erstes Angebot der Arbeitgeber vom letzten Freitag mit 3,5 Prozent für drei Jahre kommt bei vielen Beschäftigen nicht gut an - sie fordern 4,8 Prozent für ein Jahr. Die Arbeitgeber wiederum finden es nicht passend, jetzt schon und mitten in der Pandemie flächendeckend zu Aktionen aufzurufen. Die Kassen vieler Kommunen seien leer, das Angebot der Arbeitgeber sei deshalb attraktiv.

Streikbereitschaft laut Verdi hoch

Völlig lahmgelegt wird der Öffentliche Dienst in den bayerischen Kommunen am Montag nicht, aber die Gewerkschaften - allen voran Verdi - wollen die Schlagzahlen vor den nächsten Gesprächen deutlich erhöhen. Mit welchen Folgen, hängt auch von der Streikbereitschaft der Mitglieder ab. Und die sei hoch. Flächendeckend werde es zu Aktionen kommen, und zwar in allen Bereichen, kündigen Verdi, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Tarifunion des Beamtenbundes an. Insgesamt werden bayernweit etwa 250 Aktionen erwartet.

München von Warnstreiks massiv betroffen

Von den ganztägigen Warnstreiks wird die bayerische Landeshauptstadt massiv betroffen sein. Verdi hat unter anderem die Tarifbeschäftigten der Stadt zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Das könnte - je nach Streikbeteiligung - zum Beispiel dazu führen, dass Krippen, Kitas, Tagesheime und Horte teilweise oder ganz geschlossen bleiben.

Auch der Betrieb bei der München Klinik mit den Standorten Schwabing, Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach und Thalkirchner Straße könnte eingeschränkt sein. Bei den Abfallwirtschaftsbetrieben geht man unter anderem davon aus, das bis zu 60.000 Mülltonnen nicht geleert werden können.

Landkreise Rosenheim und Miesbach: Streik bei Kliniken

In Oberbayern betroffen sind auch die Landkreise Rosenheim und Miesbach. Im Landkreis Rosenheim werden mehrere Krankenhäuser bestreikt. Laut Verdi werden Beschäftigte aus allen vier RoMed-Kliniken, sprich Rosenheim, Wasserburg, Bad Aibling und Prien am Chiemsee, am Warnstreik teilnehmen.

Im Landkreis Miesbach soll das Klinikum Agatharied mit einer "aktiven Mittagspause" bestreikt werden. Auch bei der kommunalen Müllentsorgung in Miesbach wird die Arbeit laut Verdi niedergelegt werden. Auch im Kreis Traunstein und im Berchtesgadener Land legen Tarif-Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Angemeldet haben sich hier vor allem Mitarbeitende der Kliniken und Stadtwerke.

In den oberbayerischen Landkreisen Altötting und Mühldorf am Inn wird am Montag nicht gestreikt, wie Verdi auf BR-Nachfrage mitteilte.

Verdi-Warnstreik in Würzburg, Aschaffenburg und Schweinfurt

Auch in Würzburg, Schweinfurt, Aschaffenburg und Kitzingen wollen am Montag Beschäftigte im Öffentlichen Dienst die Arbeit niederlegen. Zum ganztägigen Warnstreik in Würzburg aufgerufen sind nach Angaben der Gewerkschaft Mitarbeiter von zehn kommunalen Unternehmen. Unter anderem: die Stadtreiniger, der Entwässerungsbetrieb, die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs GmbH (WVV), die Stadtwerke und die Sparkasse Mainfranken. Auch die Würzburger Straßenbahn GmbH werde bestreikt, allerdings ist das Fahrpersonal nicht zum Streik aufgerufen.

In Aschaffenburg sind zu dem Streik unter anderem das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg aufgerufen, wie Verdi mitteilt. Genauso wie die Stadtwerke, das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau, das Bezirkskrankenhaus Lohr und die Heime am Sommerberg. Auch in Schweinfurt finden Warnstreiks statt. Nach Angaben der Stadtwerke wollen auch dort Beschäftigte die Arbeit niederlegen. Der ÖPNV sei von dem Streik allerdings nicht betroffen.

In Nürnberg trifft der Aktionstag am Montag unter anderem die Bundesagentur für Arbeit.

Regensburg: Bäder geschlossen, Einschränkungen bei Müllabfuhr

In Regensburg soll es auf dem Eisernen Steg, der Steinernen Brücke und der Eisernen Brücke drei parallele Menschenketten geben. Wegen des Warnstreiks bleiben das West- und das Hallenbad in Regensburg den ganzen Montag geschlossen. Bereits gekaufte Tickets werden ersetzt. Bei der Müllabfuhr in Regensburg kommt es außerdem zu Verzögerungen und Verschiebungen, da am Montag im gesamten Stadtgebiet der Rest-, Papier- und Biomüll nicht abgeholt wird.

Augsburg: Kitas geschlossen oder Notbetreuung

Auch in Schwaben kommt es zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst. In Augsburg ist ein Großteil der städtischen Kitas betroffen, die entweder ganz geschlossen bleiben oder nur eine Notbetreuung anbieten. Auch die städtische Müllabfuhr wird bestreikt. Die Tonnen für Restmüll, Bioabfälle sowie Papier werden nicht geleert. Der Nahverkehr wird am Montag nicht bestreikt.

Während des Streiks kommenden Montag und Dienstag wollen Ärzte des Augsburger Universitätsklinikums (UKA) pflegerische Tätigkeiten übernehmen, um Patienten zu versorgen. Das hat das Klinikum mitgeteilt. Laut Mitteilung hatte Verdi das erneute Angebot des UKA-Vorstands abgelehnt zum gemeinsamen Schulterschluss in Richtung Politik für bessere Bezahlung von Krankenhausmitarbeitern: "Vor dem Hintergrund einer zweiten Corona-Welle und rasch steigenden Covid-Patienten-Zahlen nennt der Vorstand des UKA dieses Verhalten verantwortungslos".

Arbeitsniederlegung im Verdi-Bezirk Allgäu

Im Verdi-Bezirk Allgäu und den Landkreisen Weilheim-Schongau sowie Garmisch-Partenkirchen sollen die Beschäftigten in fast 50 Betrieben und Dienststellen am Montag ganztägig die Arbeit ruhen lassen. Betroffen vom Streik sind unter anderem der Klinikverbund Allgäu; um die medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten, wurde ein Notdienst vereinbart. Außerdem werden etliche Mitarbeiter in den Stadt- und Gemeindeverwaltungen, in Bauhöfen und auch in mancher Sparkassen-Filiale sich am Warnstreik beteiligen.

Kein Streik im öffentlichen Personennahverkehr

Nicht gestreikt wird am Montag im öffentlichen Personennahverkehr - für den gilt ein eigener Tarifvertrag. Am Montag finden Verhandlungen für Bayern statt.

© Birgit Harprath/BR

Lagebericht zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Bayern

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